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G-Protein gekoppelte Rezeptoren in der Wirtserkennung

Host sensing with T. atroviride G protein-coupled receptors

Susanne Zeilinger-Migsich (ORCID: 0000-0003-3112-0948)
  • Grant-DOI 10.55776/P18109
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2005
  • Projektende 30.04.2010
  • Bewilligungssumme 319.442 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (85%); Chemie (10%); Geowissenschaften (5%)

Keywords

    Trichoderma, Mycoparasitism, Signal transduction, G protein-coupled receptor, Biocontrol, Host recognition

Abstract Endbericht

Mykoparasitische Trichoderma-Arten wie T. atroviride werden als Biokontroll-Agens gegen diverse pflanzenpathogene Pilze in der Landwirtschaft eingesetzt. Die mykoparasitische Interaktion ist wirtsspezifisch und beinhaltet Erkennung, Angriff und ein daraus resultierendes Abtöten des Wirtspilzes durch Produktion von spezialisierten Infektionstrukturen, Zellwand-lytischen Enzymen und antifungalen Metaboliten. Untersuchungen der an diesen Prozessen beteiligten Signaltransduktionswege zeigten, dass alpha-Untereinheiten von heterotrimeren G- Proteinen, die für die Signalweiterleitung von in der Membran lokalisierten G-Protein-gekoppleten Rezeptoren zu verschiedenen intrazellulären Zielen verantwortlich sind, in der Wirtserkennung und der Aktivierung der mykoparasitischen Antwort eine maßgebliche Rolle spielen. Tga1 und Tga3, die zu den Untergruppen I und III zugehörigen G alpha-Untereinheiten von T. atroviride, beeinflussen neben der Regulation von generellen Wachstumsprozessen und Sporulation auch direkt Mykoparasitismus-relevante Vorgänge wie zB. die Transkription Chitinase-kodierender Gene, die Produktion von antifungalen Metaboliten und die Entstehung von Infektionstrukturen. Extrazelluläre, vom Wirtspilz stammende Signale wie diffusible Moleküle oder auf der Wirtsoberfläche vorhandene Lektine induzieren in Trichoderma die Bildung von Zellwand-lytischen Enzyme und Infektionsstrukturen, jedoch wurden bis jetzt die an der Erkennung der Wirtssignale beteiligten Rezeptoren noch nicht identifiziert. Basierend auf der maßgeblichen Rolle von G-Proteinen am Mykoparasitismus, ist das Ziel des vorliegenden Projektes die Isolation von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren von T. atroviride und die Aufklärung ihrer Funktionen durch die Herstellung von entsprechenden Gendeletions-Mutanten. Weiters soll die direkte Interaktion der isolierten Rezeptoren mit den G-Protein alpha- und beta-Untereinheiten Tga1, Tga2, Tga3 und Tgb1 von T. atroviride durch Anwendung des Hefe 2-Hybrid-Systems untersucht werden und für jene Rezeptoren die sich als Mykoparasitismus-relevant erweisen soll nach zusätzichen Interaktionspartnern geforscht werden. Da das bisherige Wissen über die an der Wirtserkennung beteiligten Signaltransduktionswege sehr beschränkt ist, würde die Isolation und Charakterisierung der verantwortlichen Rezeptoren und die Identifikation ihrer Interaktionspartner einen wesentlichen Fortschritt auf dem Gebiet der Trichoderma-Biokontrolle darstellen. Basierend auf der Tatsache dass Trichoderma auch eine Interaktion mit der Pflanze eingeht, könnten die im Zuge des Projektes erhaltenen Resultate zur Etablierung von Trichoderma als Modell für reziproke Interaktionen zwischen den drei Beteiligten Trichoderma-Wirtspilz-Pflanze dienen.

Ziel dieses Projektes war die Analyse G-Protein gekoppelter Rezeptoren, sogenannter GPCRs, des mykoparasitischen Pilzes Trichoderma atroviride. Zu diesem Zweck wurde einerseits das Repertoire an für GPCRs kodierenden Genen im Genom von T. atroviride analysiert und andererseits wurden ausgewählte Rezeptoren funktionell charakterisiert. Dabei konnte der Gpr1-Rezeptor als erster GPCR eines mykoparasitischen Pilzes als essentiell für die Erkennung von Schadpilzen und für die Steuerung Mykoparasitismus-relevanter Prozesse identifiziert werden. Nützliche Pilze des Genus Trichoderma werden als Biokontroll-Agentien zum Schutz von Pflanzen gegen diverse krankmachende Pilze in der Landwirtschaft eingesetzt und stellen somit eine vielversprechende Alternative zu chemischen Fungiziden dar. Neben ihrer Fähigkeit in nutzbringender Weise direkt mit der Pflanze zu interagieren, sind Trichoderma-Pilze auch in der Lage pflanzenpathogene Schadpilze durch einen Mykoparasitismus genannten Prozess abzutöten. Während dieser mykoparasitischen Interaktion erkennt Trichoderma den Schadpilz spezifisch und durch Weiterleitung der vom Schadpilz stammenden Signale über intrazelluläre Signalkaskaden werden Prozesse ausgelöst die zu dessen Abtöten führen. Beteiligt an diesem mykoparasitischen Angriff ist z.B. die Bildung von Infektionsstrukturen, die Ausscheidung von zersetzenden Enzymen und die Produktion von antifungalen Substanzen (Antibiotika, Toxine). Frühere Untersuchungen dieser Signalkaskaden von T. atroviride deckten eine maßgebliche Rolle von heterotrimeren G-Proteinen und des cAMP- Weges während der Interaktion und dem Angriff des Schadpilzes auf. Um weitere Einblicke in die Rolle der durch G-Proteine vermittelten Signalweiterleitung zu erhalten, wurde das Genom von T. atroviride analysiert, wobei wir mehr als 50 potentielle GPCRs identifizieren und systematisieren konnten. In weiterer Folge wurden ausgewählte für GPCRs kodierende Gene durch Epressionsanalysen und Herstellung entsprechender Trichoderma "Knock- Down"-Mutanten funktionell charakterisiert um herauszufinden ob die jeweiligen Rezeptoren bei der Erkennung von Schadpilzen eine Rolle spielen. Unter den so untersuchten GPCRs stellte sich der Gpr1-Rezeptor als besonders interessant heraus, da entsprechende Mutanten aufgrund einer fehlenden Erkennung des Schadpilzes komplett avirulent waren. Gpr1-Mutanten waren außerdem unfähig antifungale Substanzen zu bilden und auf die Anwesenheit eines Schadpilzes mit der Bildung von zersetzenden Enzymen wie Chitinasen und Proteasen zu reagieren. Weitere Untersuchungen zeigten, daß der Gpr1-Rezeptor für die Ausbildung von Infektionsstrukturen relevant ist und diesen Prozess durch Weiterleitung von vom Schadpilz stammenden Signalen über den cAMP-Weg auslöst. Obwohl der Phänotyp von gpr1-Mutanten jenem von Mutanten denen die Tga1 oder Tga3 G-alpha Proteine fehlen ähnelt, konnte keine direkte Interaktion zwischen Gpr1 und den drei G-alpha Proteinen von T. atroviride bestätigt werden; stattdessen konnten wir neue mit Gpr1 interagierende Proteine isolieren und identifizieren. Die im Laufe dieses Projektes erzielten Ergebnisse über an der Wirtserkennung und dem mykoparasitischen Angriff beteiligten Rezeptoren während der Biokontrolle durch Trichoderma leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Wirkungsweise dieser nützlichen Pilze und könnten in weiterer Folge zur Verbesserung von Trichoderma als biologisches Pflanzenschutzmittel beitragen.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Matteo Lorito, Universita di Napoli Federico II - Italien

Research Output

  • 1740 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2009
    Titel Transcriptomic response of the mycoparasitic fungus Trichoderma atroviride to the presence of a fungal prey
    DOI 10.1186/1471-2164-10-567
    Typ Journal Article
    Autor Seidl V
    Journal BMC Genomics
    Seiten 567
    Link Publikation
  • 2008
    Titel Trichoderma G protein-coupled receptors: functional characterisation of a cAMP receptor-like protein from Trichoderma atroviride
    DOI 10.1007/s00294-008-0217-7
    Typ Journal Article
    Autor Brunner K
    Journal Current Genetics
    Seiten 283-299
    Link Publikation
  • 2008
    Titel Characterisation of the peptaibiome of the biocontrol fungus Trichoderma atroviride by liquid chromatography/tandem mass spectrometry
    DOI 10.1002/rcm.3568
    Typ Journal Article
    Autor Stoppacher N
    Journal Rapid Communications in Mass Spectrometry
    Seiten 1889-1898
  • 2007
    Titel Trichoderma Biocontrol: Signal Transduction Pathways Involved in Host Sensing and Mycoparasitism
    DOI 10.4137/grsb.s397
    Typ Journal Article
    Autor Zeilinger S
    Journal Gene Regulation and Systems Biology
    Link Publikation
  • 2007
    Titel Profiling of trichorzianines in culture samples of Trichoderma atroviride by liquid chromatography/tandem mass spectrometry
    DOI 10.1002/rcm.3301
    Typ Journal Article
    Autor Stoppacher N
    Journal Rapid Communications in Mass Spectrometry
    Seiten 3963-3970
  • 2007
    Titel Signaling via the Trichoderma atroviride mitogen-activated protein kinase Tmk1 differentially affects mycoparasitism and plant protection
    DOI 10.1016/j.fgb.2007.04.001
    Typ Journal Article
    Autor Reithner B
    Journal Fungal Genetics and Biology
    Seiten 1123-1133
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Trichoderma–Plant–Pathogen Interactions: Advances in Genetics of Biological Control
    DOI 10.1007/s12088-012-0308-5
    Typ Journal Article
    Autor Mukherjee M
    Journal Indian Journal of Microbiology
    Seiten 522-529
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Comparative genome sequence analysis underscores mycoparasitism as the ancestral life style of Trichoderma
    DOI 10.1186/gb-2011-12-4-r40
    Typ Journal Article
    Autor Kubicek C
    Journal Genome Biology
    Link Publikation
  • 2011
    Titel The seven-transmembrane receptor Gpr1 governs processes relevant for the antagonistic interaction of Trichoderma atroviride with its host
    DOI 10.1099/mic.0.052035-0
    Typ Journal Article
    Autor Omann M
    Journal Microbiology
    Seiten 107-118
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Chapter 34 Insights into Signaling Pathways of Antagonistic Trichoderma Species
    DOI 10.1016/b978-0-444-59576-8.00034-5
    Typ Book Chapter
    Autor Zeilinger S
    Verlag Elsevier
    Seiten 465-476
  • 2010
    Titel Identification and profiling of volatile metabolites of the biocontrol fungus Trichoderma atroviride by HS-SPME-GC-MS
    DOI 10.1016/j.mimet.2010.03.011
    Typ Journal Article
    Autor Stoppacher N
    Journal Journal of Microbiological Methods
    Seiten 187-193
  • 2012
    Titel Generation of Trichoderma atroviride mutants with constitutively activated G protein signaling by using geneticin resistance as selection marker
    DOI 10.1186/1756-0500-5-641
    Typ Journal Article
    Autor Gruber S
    Journal BMC Research Notes
    Seiten 641
    Link Publikation
  • 2010
    Titel How a Mycoparasite Employs G-Protein Signaling: Using the Example of Trichoderma
    DOI 10.1155/2010/123126
    Typ Journal Article
    Autor Omann M
    Journal Journal of Signal Transduction
    Seiten 123126
    Link Publikation

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