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Faunengradienten im Oligo/Miozän des westlichen Indopazifiks

Biotic gradients in the Oligo/Miocene Western Indopacific

Werner E. Piller (ORCID: 0000-0003-2808-4720)
  • Grant-DOI 10.55776/P18189
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 02.01.2006
  • Projektende 01.01.2010
  • Bewilligungssumme 316.922 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (25%); Geowissenschaften (75%)

Keywords

    Oligocene/Miocene, Western Indopacific, Palaeogeography, Echinoids, Gastropods, Larger Foraminifera

Abstract Endbericht

Während des späten Oligozän bis frühen Miozan (etwa 28 bis 16 Mio. Jahre vor heute) wurde der zirkumtropische Tethys-Ozean durch die Kollision von Afrika und Eurasien geschlossen. Diese Schließung verursachte starke Änderungen in der Verbreitung und Entwicklung mariner und terrestrischer Organismen. Besonders im marinen Bereich änderten sich die Meeresströmungen und die Verteilung der Flachwasserareale drastisch. Die ancestrale Fauna des westlichen Indopazifik, die in der späten Kreidezeit und im Paläogen starke Beziehungen zum Mediterran aufwies, wurde dadurch isoliert und eine eigenständige Entwicklung begann. Diese wurde sowohl durch lokale Evolution aus dem überlebenden Bestand als auch durch Einwanderungen bedingt. Dieser Schließungsprozess, der "Terminale Tethys Event", hatte einen massiven Einfluß auf die Biogeographie des Indopazifik und des Mediterran. Im Gegensatz zur Mediterranen Region, die seit mehr als 200 Jahren im Zentrum des Forschungsinteresses steht, ist die biogeographische Entwicklung des Indopazifik relativ schlecht bekannt. Das Ziel dieses Projekts ist es die Veränderungen in der Organismenverteilung, die mit dieser paläogeographischen Reorganisation einhergingen, zu dokumentieren. Dazu werden die Verbreitung von Gastropoden, Bivalven, Echiniden, Korallen, Großforaminiferen und Rotalgen untersucht. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass sich diese Gruppen gut für paläobiogeographische Rekonstruktionen eignen. Die Komplexität der Taxonomie dieser Gruppen erfordert die Zusammenarbeit von mehreren internationalen Projekten und Spezialisten unterschiedlichster Forschungsinstitutionen. Kerngebiete für die Rekonstruktion der Faunenentwicklung des frühen westlichen Indopazifik sind der Iran, Oman, Pakistan und die Ostafrikanische Küstenregion (Tanzania). Als Endergebnis werden Verteilungsmuster für die einzelnen Organismengruppen entlang der nördlichen und westlichen Küste des westlichen Indischen Ozean angestrebt. Die Existenz von starken Faunengradienten, verursacht durch klimatische und ozeanographische Parameter, ist aus analogen Untersuchungen der Verbreitungen der rezenten Organismen in dieser Region ableitbar. Diese können zum besseren Verständnis der Entwicklungen der Wasserströmungssysteme in dieser Region beitragen, ebenso sollen diese Daten Hinweise auf die globale Klimaentwicklung im untersuchten Zeitintervall geben. Dies ist notwendig für ein Verständnis der Prozesse, die zur Bildung der größten und diversesten rezenten biogeographischen Einheit führten - dem Indopazifik.

Während des späten Oligozän bis frühen Miozan (etwa 28 bis 16 Mio. Jahre vor heute) wurde der zirkumtropische Tethys-Ozean durch die Kollision von Afrika und Eurasien geschlossen. Diese Schließung verursachte starke Änderungen in der Verbreitung und Entwicklung mariner und terrestrischer Organismen. Besonders im marinen Bereich änderten sich die Meeresströmungen und die Verteilung der Flachwasserareale drastisch. Die ancestrale Fauna des westlichen Indopazifik, die in der späten Kreidezeit und im Paläogen starke Beziehungen zum Mediterran aufwies, wurde dadurch isoliert und eine eigenständige Entwicklung begann. Diese wurde sowohl durch lokale Evolution aus dem überlebenden Bestand als auch durch Einwanderungen bedingt. Dieser Schließungsprozess, der "Terminale Tethys Event", hatte einen massiven Einfluß auf die Biogeographie des Indopazifik und des Mediterran. Im Gegensatz zur Mediterranen Region, die seit mehr als 200 Jahren im Zentrum des Forschungsinteresses steht, ist die biogeographische Entwicklung des Indopazifik relativ schlecht bekannt. Das Ziel dieses Projekts ist es die Veränderungen in der Organismenverteilung, die mit dieser paläogeographischen Reorganisation einhergingen, zu dokumentieren. Dazu werden die Verbreitung von Gastropoden, Bivalven, Echiniden, Korallen, Großforaminiferen und Rotalgen untersucht. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass sich diese Gruppen gut für paläobiogeographische Rekonstruktionen eignen. Die Komplexität der Taxonomie dieser Gruppen erfordert die Zusammenarbeit von mehreren internationalen Projekten und Spezialisten unterschiedlichster Forschungsinstitutionen. Kerngebiete für die Rekonstruktion der Faunenentwicklung des frühen westlichen Indopazifik sind der Iran, Oman, Pakistan und die Ostafrikanische Küstenregion (Tanzania). Als Endergebnis werden Verteilungsmuster für die einzelnen Organismengruppen entlang der nördlichen und westlichen Küste des westlichen Indischen Ozean angestrebt. Die Existenz von starken Faunengradienten, verursacht durch klimatische und ozeanographische Parameter, ist aus analogen Untersuchungen der Verbreitungen der rezenten Organismen in dieser Region ableitbar. Diese können zum besseren Verständnis der Entwicklungen der Wasserströmungssysteme in dieser Region beitragen, ebenso sollen diese Daten Hinweise auf die globale Klimaentwicklung im untersuchten Zeitintervall geben. Dies ist notwendig für ein Verständnis der Prozesse, die zur Bildung der größten und diversesten rezenten biogeographischen Einheit führten - dem Indopazifik.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 75%
  • Naturhistorisches Museum Wien - 25%
Nationale Projektbeteiligte
  • Mathias Harzhauser, Naturhistorisches Museum Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in

Research Output

  • 790 Zitationen
  • 17 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Early Miocene marine ostracodes from southwestern India: implications for their biogeography and the closure of the Tethyan Seaway
    DOI 10.1017/jpa.2020.44
    Typ Journal Article
    Autor Yasuhara M
    Journal Journal of Paleontology
    Seiten 1-36
  • 2013
    Titel The Miocene coastal vegetation of southwestern India and its climatic significance
    DOI 10.1016/j.palwor.2013.10.001
    Typ Journal Article
    Autor Kern A
    Journal Palaeoworld
    Seiten 119-132
  • 2013
    Titel Global warming and South Indian monsoon rainfall—lessons from the Mid-Miocene
    DOI 10.1016/j.gr.2012.07.015
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Gondwana Research
    Seiten 1172-1177
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Lepadiform and scalpelliform barnacles from the Oligocene and Miocene of the Paratethys sea
    DOI 10.1111/j.1475-4983.2012.01155.x
    Typ Journal Article
    Autor Harzhauser M
    Journal Palaeontology
    Seiten 923-936
    Link Publikation
  • 2019
    Titel High coral reef connectivity across the Indian Ocean is revealed 6–7 Ma ago by a turbid-water scleractinian assemblage from Tanzania (Eastern Africa)
    DOI 10.1007/s00338-019-01830-8
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Coral Reefs
    Seiten 1023-1037
    Link Publikation
  • 2008
    Titel TRACING BACK THE ORIGIN OF THE INDO-PACIFIC MOLLUSC FAUNA: BASAL TRIDACNINAE FROM THE OLIGOCENE AND MIOCENE OF THE SULTANATE OF OMAN
    DOI 10.1111/j.1475-4983.2007.00742.x
    Typ Journal Article
    Autor Harzhauser M
    Journal Palaeontology
    Seiten 199-213
    Link Publikation
  • 2008
    Titel From Tethys to Eastern Paratethys: Oligocene depositional environments, paleoecology and paleobiogeography of the Thrace Basin (NW Turkey)
    DOI 10.1007/s00531-008-0378-0
    Typ Journal Article
    Autor Islamoglu Y
    Journal International Journal of Earth Sciences
    Seiten 183-200
  • 2007
    Titel Biogeographic responses to geodynamics: A key study all around the Oligo–Miocene Tethyan Seaway
    DOI 10.1016/j.jcz.2007.05.001
    Typ Journal Article
    Autor Harzhauser M
    Journal Zoologischer Anzeiger - A Journal of Comparative Zoology
    Seiten 241-256
  • 2009
    Titel Foraminifera recycling in worm reefs
    DOI 10.1007/s00338-009-0523-7
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Coral Reefs
    Seiten 57-57
    Link Publikation
  • 2009
    Titel Oligocene and Early Miocene gastropods from Kutch (NW India) document an early biogeographic switch from Western Tethys to Indo-Pacific
    DOI 10.1007/s12542-009-0025-5
    Typ Journal Article
    Autor Harzhauser M
    Journal Paläontologische Zeitschrift
    Seiten 333-372
  • 2009
    Titel A FOSSIL EVERGLADES-TYPE MARL PRAIRIE AND ITS PALEOENVIRONMENTAL SIGNIFICANCE
    DOI 10.2110/palo.2009.p09-062r
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal PALAIOS
    Seiten 747-755
  • 2008
    Titel North-east Atlantic and Mediterranean species of the genus Buffonellar (Bryozoa, Cheilostomata): implications for biodiversity and biogeography
    DOI 10.1111/j.1096-3642.2007.00379.x
    Typ Journal Article
    Autor Berning B
    Journal Zoological Journal of the Linnean Society
    Seiten 537-566
    Link Publikation
  • 2008
    Titel Revision of the north-eastern Atlantic and Mediterranean species of the genera Herentia and Therenia (Bryozoa: Cheilostomata)
    DOI 10.1080/00222930802109140
    Typ Journal Article
    Autor Berning B
    Journal Journal of Natural History
    Seiten 1509-1547
  • 2008
    Titel Larger foraminifera as a substratum for encrusting bryozoans (Late Oligocene, Tethyan Seaway, Iran)
    DOI 10.1007/s10347-008-0169-x
    Typ Journal Article
    Autor Berning B
    Journal Facies
    Seiten 227-241
  • 2008
    Titel Termination of the Arabian shelf sea: Stacked cyclic sedimentary patterns and timing (Oligocene/Miocene, Oman)
    DOI 10.1016/j.sedgeo.2008.09.001
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Sedimentary Geology
    Seiten 12-24
  • 2010
    Titel The Quilon Limestone, Kerala Basin, India: an archive for Miocene Indo-Pacific seagrass beds
    DOI 10.1111/j.1502-3931.2010.00226.x
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Lethaia
    Seiten 76-86
  • 2010
    Titel Sedimentary Evolution of a Late Pleistocene Wetland Indicating Extreme Coastal Uplift in Southern Tanzania
    DOI 10.1016/j.yqres.2009.09.004
    Typ Journal Article
    Autor Reuter M
    Journal Quaternary Research
    Seiten 136-142

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