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Die Geschichte des Kartäuserordens

A History of the Carthusian Order

James Hogg (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18219
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 25.05.2005
  • Projektende 24.05.2010
  • Bewilligungssumme 30.272 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (30%); Philosophie, Ethik, Religion (70%)

Keywords

    Carthusians, Grande Chartreuse, Ilermits, St. Bruno, Monasticism

Abstract Endbericht

Die Mehrzahl der Orden der katholischen Kirche haben ihre Historiker im 20. Jhdt. gefunden. So z.B. hat Philibert Schmitz eine hervorragende Geschichte des Benediktinerordens 1948 (2. Auflage) veröffentlicht, während Louis J. Lekai eine Gesamtschilderung des Zisterzienserordens 1977 anbot. Der anglikanische Bischof John Moorman beschrieb 1968 die ersten Jahrhunderte der Geschichte des Franziskanerordens. Ein erloschener Orden wie Grandmont hat sogar seinen Wissenschaftler in Johannes Becquet, einem Benediktinermönch, gefunden, der in zahlreichen Studien die Geschichte des Ordens durchleuchtet. Nur die Kartäuser mit ihren über 270 Gründungen haben keine adäquate Behandlung erfahren, obwohl Dom Cyprian Boutrais schon 1881 mit seiner Abhandlung Die Grosse Kartause wertvolle Vorarbeit geleistet hatte. 1998 erschien die 17. korrigierte und ergänzte Auflage dieses Buches, das für die Allgemeinheit bestimmt wurde, aber gesicherte, wenn auch begrenzte, Auskunft anbot. Einzelne Publikationen, wie E. Margaret Thompsons Buch über den Kartäuserorden in England (London 1930) oder Marijan Zadnikars Die Kartäuser: Orden der schweigenden Mönche (Köln 1983), zeigten schon wissenschaftliche Qualitäten, blieben jedoch in ihrer Reichweite eingeengt, so dass die klassischen Kartäuserchronisten des 16. und 17. Jhdts., Dom Bohic, Dom Le Couteulx und Dom Le Vasseur, noch immer die Hauptquellen der Kartäusergeschichte der ersten Jahrhunderte geblieben sind, trotz der Einschränkungen, die ihr einsamer Lebensstil mit sich zog und der Besuch fremder Bibliotheken ausschloss. 1960-1971 verfasste Dom Maurice Laporte, obwohl er keine Ausbildung als Historiker besass, eine achtbändige Studie, die neue Kenntnisse ans Licht brachte über den Ursprung des Ordens, die leider nicht veröffentlicht wurde. Die Forschungen wurden von James Hogg, der 1968 nicht zur ewigen Profess zugelassen wurde, fortgesetzt. 1970 gründete er die wissenschaftliche Reihe Analecta Cartusiana, die bis 2004 auf fast 300 Bände angewachsen ist. Auf dieser Quellensammlung bauend, scheint die Zeit günstig, eine umfassende Geschichte des Ordens zu verfassen, wobei ein erster Band die Anfänge und das Mittelalter behandeln sollte, ein zweiter Band den Zeitraum von der Reformation bis zur französischen Revolution, und ein dritter Band die Periode von der französischen Revolution bis heute. Mit Hilfe einschlägiger Fachkräfte für die verschiedenen Gebiete, wie Liturgie, Kunst, Architektur, Bibliotheken usw., sollte eine wissenschaflich fundierte Geschichte entstehen, die den Anforderungen der modernen Historiographie entspricht.

Die Vorbereitung einer Gesamtgeschichte des Kartäuserordens in drei Bänden hat sich als viel schwieriger als zuerst angenommen erwiesen. Bis heute gab es keine derartige allgemeine Geschichte und die größeren Quellensammlungen datierten von Ende des 17. Jahrhunderts oder noch früher. Eingehende Untersuchungen in Staatsarchiven und großen Bibliotheken in ganz Europa und den Vereinigten Staaten mussten durchgeführt werden, um Quellen zu sammeln und zu klassifizieren. Dom Maurice Laporte, ein Kartäuser, der in der Großen Kartause lebte, leistete 1960-1971 grossartige Forschungen über den Anfang des Ordens, die unter dem Titel Aux Sources de la vie cartusienne in acht Bänden zusammengetragen wurden. Leider wurde diese Arbeit nie veröffentlicht und sie bleibt schwer zugänglich. Obwohl er keine Ausbildung als Historiker besass, gelang es ihm, die Geschichte der ersten fünfzig Jahre des Ordens von vielen Legenden und falschen Deutungen zu befreien. Seine Arbeit behandelt hauptsächlich das Leben des hl. Bruno und die frühe Gesetzgebung, die Consuetudines Cartusiae. Die Forschungen waren von den Publikationen der Analecta Cartusiana, in Berlin 1970 gegründet und 1971 an der Universität Salzburg fortgesetzt, die heute mehr als 300 Bände über Kartäusergeschichte und -spiritualität zählt, begünstigt. Das Projekt sah ingesamt drei Bände vor: Band 1 von der Gründung 1084 bis zur Reformationszeit 1519; Band 2 von der Reformation bis zur Französischen Revolution; Band 3 von der Französischen Revolution bis heute. Vom ersten Band ist der Text außer den Kapiteln über Kunst und Architektur und der allgemeinen Geschichte 1369-1519 schon fertiggestellt. Für Band 2 haben wir viel über die Gesetzgebung und die Geschichte der einzelnen Kartausen gearbeitet, wie auch für Band 3, wo wir auf die Hilfe des neu ernannten Laienarchivars der Grossen Kartause angewiesen sind. Im allgemeinen haben unsere Forschung die allgemeine Wertschätzung des Ordens für strenge Observanz und Askese bestätigt, obwohl eine gewisse Lockerung der Einsamkeit zwischen der Reformationszeit und dem Zweiten Vatikanischen Konzil, von der grossen Anzahl der Gründungen in städtischer Umgebung begünstigt, festgestellt wurde. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist eine Rückkehr zu den Quellen der Observanz mit Betonung der Einsamkeit und der eremitischen Aspekte des Kartäuserlebens bemerkbar, wenn auch mit gewissen Anpassungen an die heutige Zeit.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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