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Inschriftenlandschaften an der oberen Donau: Der epigraphische Denkmalabstand der Städte Eferding (OÖ) und Krems (NÖ) und sein Quellenwert

Inscriptions Eferding and Krems

Renate Andrea Kohn (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18338
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2005
  • Projektende 31.01.2012
  • Bewilligungssumme 242.109 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (60%); Kunstwissenschaften (20%)

Keywords

    Inschriften-Edition, Oberer Donauraum, Mittelalter/Frühe Neuzeit, Historische Hilfswissenschaften, Stadtgeschichtsforschung, Kulturwissenschaften

Abstract Endbericht

Das Spektrum spezieller Aspekte der Stadtgeschichtsforschung einerseits, die Erschließung von neuen Quellen andererseits haben - in wechselseitiger Beeinflussung - in letzter Zeit eine beträchtliche Ausweitung erfahren. Eine Quellengattung wurde dabei bisher weitgehend außer acht gelassen, nämlich die der Inschriften. Nun sind Inschriften ein spezielles "Medium" der Schriftlichkeit, in dem die Schrift und ihre Träger nach Inhalt wie nach Gestaltung eine Synthese bilden. Die Spannweite des Gestaltungswillens und der Botschaften, die sie vermitteln, ist dabei sehr groß: sie reicht von ganz schlichten, oft spontan und sehr persönlich gehaltenen "Zeugnissen der Erinnerung" bis zu Werken von hohem kunst- und kulturgeschichtlichem Rang und repräsentativer Wirksamkeit. Als spezielle "Vorkommenssituation" von Schrift im öffentlichen (Stadt)raum an einen meist breiten Adressatenkreis gerichtet, sind daher auch sie neben - oder zusammen mit - den konventionellen schriftlichen Quellen des Historikers (in Archiven oder Bibliotheken) für die Erfassung und Rekonstruktion von historischen Strukturen und Bezügen interessant und wichtig. Für die Kulturwissenschaften - von den verschiedensten Zweigen der Geschichte über die Kunstgeschichte bis hin zu den Sprachwissenschaften - stellen die inschriftlichen Denkmäler aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit - sind sie erst einmal systematisch erfaßt und wissenschaftlich aufgearbeitet - eine eigenständige und facettenreiche Quellengattung dar. Ziel dieses Projektes ist es zum einen, den reichen inschriftlichen Denkmalbestand der beiden am wichtigen Donauweg gelegenen Städte Eferding und Krems - entsprechend den Vorgaben des interakademischen Editionsunternehmens "Die Deutschen Inschriften" - in Form einer kritischen Edition zu erschließen und zu kommentieren. Zum anderen aber sollen - und zwar im Konnex mit weiteren, parallel laufenden Inschriftenprojekten im oberen Donauraum von Passau bis Wien - das inschriftliche Quellenmaterial auf breiter Basis für spezifische sozial- und religionsgeschichtliche, kultur- und kunstgeschichtliche, im speziellen auch inschriftenpaläographische Themenkreise vergleichend ausgewertet werden. Der Versuch, an Hand inschriftlicher Quellen historische Strukturen und Raumbezüge herauszuarbeiten, stellt einen weitgehend neuen Forschungsansatz dar.

Die Donau war schon immer einer der wichtigen Verkehrswege innerhalb Europas. Das bewirkte nicht nur ein beträchtliches Florieren der Wirtschaft entlang des Flusses, sondern darüber hinaus auch einen ununterbrochenen kulturellen Austausch und eine rege gegenseitige Beeinflussung der Anrainerlandschaften und -städte. Im österreichischen Donauraum gingen die Einflüsse im Mittelalter primär vom altehrwürdigen Bistum Passau aus, im Spätmittelalter und in der Neuzeit dann verstärkt auch von Wien wie auch von der aufstrebenden Stadt Linz. Die Bedeutung dieser Region zeichnet sich auch im inschriftlichen Erbe ab, das vielfältige historische, kunsthistorische, religions- und mentalitätsgeschichtliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen widerspiegelt. Systematisch und flächendeckend kann diese Quellengattung aber nur im Rahmen einer Inschriftenedition im Rahmen der interakademischen Editionsreihe Die Deutschen Inschriften aufgenommen, erschlossen und der Scientific Community zur Verfügung gestellt werden. In der Regel kann das immer nur für einen überschaubaren, räumlich eng umrissenen Inschriftenbestand geschehen; die Aufdeckung von Querverbindungen über die regionalen Grenzen hinaus ist so notgedrungen nur punktuell möglich. Das nunmehr beendete Projekt bot nun erstmals die Chance, die Inschriften zweier wichtiger Zentren dieser Region in enger Zusammenarbeit für die Edition zu analysieren und zu erschließen und so deren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und thematische Überschneidungen ganz konkret und im Detail zu erforschen. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projektes ein bestimmter Denkmaltypus, das monumentale Rittergrabmal, in einer systematischen Analyse des Bestandes der gesamten Region nach seiner Entwicklung, seinen charakteristischen Ausformung und den damit verbundenen Aussagen untersucht. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Historikern und Kunsthistorikern wurde bei der großen Zahl von erhaltenen Grabdenkmälern der Bild-Text-Zusammenhang untersucht. Ein wichtiges Ergebnis ist die Bestimmung zweier bedeutender und sehr produktiver Bildhauerwerkstätten, denen eine große Anzahl von Grabdenkmälern zugeordnet werden konnten. Dies geschah mit den Methoden der Inschriftenpaläographie, der kunsthistorischen Stilbestimmung und der Heraldik (Wappenformen!) Ergebnisse dieses Projektes sind vor allem die weitgehend abgeschlossenen Manuskripte zur Inschriftenedition des Politischen Bezirkes Eferding und zu einer Monographie über die Die Entwicklung des monumentalen figürlichen Grabdenkmals im oberen Donauraum.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Elisabeth Vavra, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in

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