Dialektometrisierung des Italienischen Sprachatlasses AIS
Dialectometrization of the Linguistic Atlas AIS
Wissenschaftsdisziplinen
Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (90%)
Keywords
-
Dialectometry,
Numerical Taxonomy,
Linguistic Geography,
Linguistic Cartography,
Romance dialectology,
Computational Linguistics
Das vorliegende Projekt zielt auf die Dialektometrisierung der im italoromanischen Sprachatlas AIS (Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz von Karl Jaberg und Jakob Jud, Zofingen 1928-1940, 8 Bände) enthaltenen geolinguistischen Informationen. Dafür müssen zunächst die weit überwiegende Mehrzahl aller 1705 Kartenblätter des AIS nach phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Kriterien verkodet und anschließend datenbankmäßig erfaßt werden. Auf diese Datenbank kann schließlich ein bereits zur Verfügung stehendes und voll ausgereiftes EDV-Programm namens VDM ("Visual DialectoMetry") zugreifen, worin ein breites Spektrum dialektometrischer (bzw. taxometrischer) Klassifikations- und Analyseverfahren implementiert ist. Dieses Forschungsprojekt stellt die - aus romanistischer Perspektive - logische Fortsetzung eines vor einigen Jahren sehr erfolgreich abgeschlossenen FWF-Projekts dar, bei dem es um die Dialektometrisierung der im galloromanischen Sprachatlas ALF ("Atlas linguistique de la France") enthaltenen Dialektdaten ging.
Beim vorliegenden Projekt wurden im Zeitraum 2005 bis 2010 einerseits die Daten der italienischen Sprachatlasses AIS sowie andererseits jene von zwei weiteren romanischen (gesamtiberischer Atlas ALPI und katalanischer Atlas ALDC) und vier anglistischen Atlanten (drei englische Atlanten - AES, LAE und WGE - und ein amerikanischer Atlas: LANE) nach denselben methodischen Prinzipien einer gesamthaft-globalen dialektometrischen Analyse unterworfen. Dies geschah unter Verwendung des seit 2000 existierenden Auswertungsprogrammes "Visual Dialectometry" (VDM), das die sehr rasche Durchführung sowohl der notwendigen numerischen Berechnungen als auch der dazugehörenden Visualisierungen gewährleistet. Dabei konnten hinter der verwirrenden Vielfalt der auf den einzelnen Kartenblättern zum Vorschein kommenden partikulären Raumgliederungen bei allen von uns dialektometrisch untersuchten Datensätzen - mit einer einzigen Ausnahme (LANE) - sehr klar ausgeprägte und zugleich stabile geolinguistische Tiefenstrukturen nachgewiesen werden, die als Produkt einer besonderen Verhaltensweise des Menschen zum Raum aufgefasst werden, nämlich der "basilektalen Bewirtschaftung des Raumes durch deren Bewohner". AES: Atlas of English Sounds, Bern 1979. AIS: "Atlante italo-svizzero", Zofingen 1928-1940. ALDC: Atles Lingüstic del Domini Català, Barcelona 2005-2009. ALPI: Atlas Lingüstico de la Pennsula Ibérica, Madrid 1962. LAE: Linguistic Atlas of England, London 1978. LANE: Linguistic Atlas of New England, New York 1939-1943. WGE: Word Geography of England, London 1978.
- Universität Salzburg - 100%