Eine phänomenologisch begründete Wissenschaftssystematik
A phenomenologically based system of science
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (30%); Philosophie, Ethik, Religion (70%)
Keywords
-
Phenomenology,
Philosophy of Science,
Lifeworld,
Systematics of Science,
Attitude,
Subjectivity
In unterschiedlichen Disziplinen wie der Geschichte, der Soziologie, der Ökonomie, der Psychologie oder neuerdings der Hirnforschung fanden während der letzten 150 Jahre Grundsatzdiskussionen statt, welche die methodologische Ausrichtung der jeweiligen Wissenschaften zum Thema hatten. Im Zentrum dieser nach wie vor andauernden Debatte steht die Frage, ob es eine ausgezeichnete Methode gibt, die das Etikett der Wissenschaftlichkeit verdient, oder ob sich zwei heterogene Wissenschaftskulturen gegenüberstehen, wie dies in wissenschaftsphilosophischen Dualismen (Verstehen/Erklären, Idiographie/Nomothetik, Geisteswissenschaft /Naturwissenschaft) vertreten wird. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, weshalb etwa der Streit um den rechtmäßigen Erkenntnisanspruch der Hirnforschung - oder allgemein: der Streit um den Wahrheitsgehalt naturalistischer Theorien - zu keinem für beide Seiten akzeptablen Ende gelangt. Kann die Idee der Willensfreiheit empirisch widerlegt werden oder liegt in dem Anspruch auf empirische Entscheidbarkeit dieser Frage ein Kategorienfehler? Solche Fragen sind nicht nur aus wissenschaftsinterner Perspektive von Bedeutung. Sie betreffen die Grundfesten unseres menschlichen Selbstverständnisses und sind, was die zu gewärtigenden gesellschaftspolitischen, ethischen und rechtlichen Konsequenzen angeht, von enormer praktischer Reichweite. Das geplante Forschungsprojekt wirft ein neues Licht auf diese Diskussion, indem ein Ansatz erprobt wird, der einerseits wissenschaftsphilosophische Monismen als unhaltbar zurückweist und andererseits ein komplexeres Bild der wissenschaftlichen Begriffs- und Theoriebildung zeichnet als dies auf Basis wissenschaftsphilosophischer Dualismen möglich ist. Ausgehend von der transzendentalen Phänomenologie Edmund Husserls wird der Pluralismus des Wissenschaftssystems im Rahmen einer phänomenologisch fundierten Wissenschaftssystematik begründet, ohne damit einen unfruchtbaren Relativismus prinzipiell ununterscheidbarer Perspektiven zu befördern. Zu diesem Zweck werden die für diesen approach zentralen Termini der Einstellung und der Lebenswelt zu einer umfassenden Theorie der wissenschaftlichen Begriffsbildung ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf den Austausch mit anderen wissenschaftsphilosophischen Paradigmen wie der Hermeneutik, der Systemtheorie, dem Positivismus oder der analytischen Philosophie gelegt wird. Darüber hinaus sollen die zu entwickelnden wissenschaftsphilosophischen Thesen in einem konkreten Anwendungsfeld geprüft werden. Um dies zu gewährleisten, ist das Projekt in eine interuniversitäre Kooperation zwischen der Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Philosophie) und der Medizin-Universität Graz (Klinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie) eingebettet. Gegenstand dieser Kooperation ist eine phänomenologisch basierte Subjektivitätsforschung in der Medizin. Deren Schlüsselbereiche sind Ethik und Wissenschaftstheorie.
In unterschiedlichen Disziplinen wie der Geschichte, der Soziologie, der Ökonomie, der Psychologie oder neuerdings der Hirnforschung fanden während der letzten 150 Jahre Grundsatzdiskussionen statt, welche die methodologische Ausrichtung der jeweiligen Wissenschaften zum Thema hatten. Im Zentrum dieser nach wie vor andauernden Debatte steht die Frage, ob es eine ausgezeichnete Methode gibt, die das Etikett der Wissenschaftlichkeit verdient, oder ob sich zwei heterogene Wissenschaftskulturen gegenüberstehen, wie dies in wissenschaftsphilosophischen Dualismen (Verstehen/ Erklären, Idiographie/Nomothetik, Geisteswissenschaft /Naturwissenschaft) vertreten wird. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, weshalb etwa der Streit um den rechtmäßigen Erkenntnisanspruch der Hirnforschung - oder allgemein: der Streit um den Wahrheitsgehalt naturalistischer Theorien - zu keinem für beide Seiten akzeptablen Ende gelangt. Kann die Idee der Willensfreiheit empirisch widerlegt werden oder liegt in dem Anspruch auf empirische Entscheidbarkeit dieser Frage ein Kategorienfehler? Solche Fragen sind nicht nur aus wissenschaftsinterner Perspektive von Bedeutung. Sie betreffen die Grundfesten unseres menschlichen Selbstverständnisses und sind, was die zu gewärtigenden gesellschaftspolitischen, ethischen und rechtlichen Konsequenzen angeht, von enormer praktischer Reichweite. Das geplante Forschungsprojekt wirft ein neues Licht auf diese Diskussion, indem ein Ansatz erprobt wird, der einerseits wissenschaftsphilosophische Monismen als unhaltbar zurückweist und andererseits ein komplexeres Bild der wissenschaftlichen Begriffs- und Theoriebildung zeichnet als dies auf Basis wissenschaftsphilosophischer Dualismen möglich ist. Ausgehend von der transzendentalen Phänomenologie Edmund Husserls wird der Pluralismus des Wissenschaftssystems im Rahmen einer phänomenologisch fundierten Wissenschaftssystematik begründet, ohne damit einen unfruchtbaren Relativismus prinzipiell ununterscheidbarer Perspektiven zu befördern. Zu diesem Zweck werden die für diesen approach zentralen Termini der Einstellung und der Lebenswelt zu einer umfassenden Theorie der wissenschaftlichen Begriffsbildung ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf den Austausch mit anderen wissenschaftsphilosophischen Paradigmen wie der Hermeneutik, der Systemtheorie, dem Positivismus oder der analytischen Philosophie gelegt wird. Darüber hinaus sollen die zu entwickelnden wissenschaftsphilosophischen Thesen in einem konkreten Anwendungsfeld geprüft werden. Um dies zu gewährleisten, ist das Projekt in eine interuniversitäre Kooperation zwischen der Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Philosophie) und der Medizin-Universität Graz (Klinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie) eingebettet. Gegenstand dieser Kooperation ist eine phänomenologisch basierte Subjektivitätsforschung in der Medizin. Deren Schlüsselbereiche sind Ethik und Wissenschaftstheorie.
- Universität Graz - 100%
- Karl-Heinz Lembeck, Julius-Maximilians-Universität Würzburg - Deutschland
- Thomas Fuchs, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg - Deutschland