Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich 1339-1365
Documents on Jewish History in Austria 1339-1365
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (85%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
-
Quellensammlung,
Spätmittelalter,
Jüdische Geschichte,
Österreichische Geschichte,
Wirtschafts- und Sozialgeschichte,
Regesten
Österreich besitzt eine bemerkenswert reichhaltige Überlieferung an Quellen zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über die Interaktionen mit der christlichen Umwelt. Aus diesem Grund wurde am Institut für Geschichte der Juden in Österreich eine Publikation dieses umfangreichen Quellenmaterials in Regestenform in Angriff genommen. Im Zuge des FWF-Projekts P 15638 wurde der erste Band dieser Regesten, der von den Anfängen bis 1338 reicht, publiziert und mit den Vorarbeiten für den zweiten Band begonnen. Im Rahmen des Projektes "Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich 1339-1365" soll dieser zweite Band fertiggestellt werden. Nach dem Auswahlkriterium des Juden- und Österreichbezugs werden urkundliche, historiographische und literarische Quellen gesammelt und nach wissenschaftlichen Kriterien aufbereitet, wobei sich unter dem Material zahlreiche unpublizierte oder bislang nicht unter dem Aspekt des Judenbezuges behandelte Texte befinden. Die Sammlungstätigkeit erstreckt sich auf Archive im In- und Ausland sowie die Erfassung des bereits an anderer Stelle publizierten Materials. Die Publikation soll in Form von chronologisch gereihten Regesten geschehen; durch ausführliche Kommentare, die dem jeweiligen Stück beigegeben sind, sowie durch einen umfassenden Index sollen die Quellentexte auch inhaltlich erschlossen werden. Die im Rahmen des zweiten Bandes zu erschließenden Quellen decken einen für die Geschichte der Juden in Österreich kritischen Zeitraum ab, für dessen genauere Erforschung die Heranziehung der gesamten Quellenbasis von entscheidender Bedeutung ist. Die Quellen werden die Folgen der 1338 von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle ebenso erkennen lassen wie die Auswirkungen, die die Pestzeit auf die österreichischen Juden hatte. Dazu werden diese Quellen ein genaueres Bild der Judenpolitik der Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. ergeben und Rückschlüsse auf die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Situation der österreichischen Juden in diesem Zeitraum erlauben.
Österreich besitzt eine bemerkenswert reichhaltige Überlieferung an Quellen zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Die zahlreichen Quellen geben Aufschluss über die wirtschaftliche, rechtliche und persönliche Situation der Juden sowie über die Interaktionen mit der christlichen Umwelt. Aus diesem Grund wurde am Institut für jüdische Geschichte Österreich eine Publikation dieses umfangreichen Quellenmaterials in Regestenform in Angriff genommen. Im Zuge des Vorgängerprojekts P 15638 wurde der erste Band dieser Regesten, der von den Anfängen bis 1338 reicht, publiziert und mit den Vorarbeiten für den zweiten Band begonnen. Im Rahmen des nun abgeschlossenen Projektes "Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich 1339-1365" wurden die Forschungsarbeiten für den zweiten Band zu Ende geführt und der Band für die Drucklegung vorbereitet. Nach dem Auswahlkriterium des Juden- und Österreichbezugs wurden urkundliche, historiographische und literarische Quellen gesammelt und nach wissenschaftlichen Kriterien aufbereitet, wobei sich unter dem Material zahlreiche unpublizierte oder bislang nicht unter dem Aspekt des Judenbezuges behandelte Texte befinden. Die Sammlungstätigkeit erstreckte sich auf Archive im In- und Ausland sowie die Erfassung des bereits an anderer Stelle publizierten Materials. Die Bearbeitung erfolgte in Form von etwa 700 chronologisch gereihten Regesten; durch wissenschaftliche Kommentare, die dem jeweiligen Stück beigegeben wurden, sowie durch einen umfassenden Index wurden die Quellentexte auch inhaltlich erschlossen, wobei der Schwerpunkt der Kommentierung dem Thema entsprechend auf die in den Texten erwähnten Juden gelegt wurde. Die im Rahmen des zweiten Bandes aufgearbeiteten Quellen decken einen für die Geschichte der Juden in Österreich kritischen Zeitraum ab, für dessen genauere Erforschung die Heranziehung der gesamten, durch diesen Band nun gesammelt vorliegenden Quellenbasis von entscheidender Bedeutung ist. Die Quellen lassen die Folgen der 1338 von Pulkau ausgehenden Verfolgungswelle, die eine Reihe kleinerer jüdischer Ansiedlungen völlig zum Verschwinden brachte, ebenso erkennen wie die Auswirkungen, die die Pestzeit auf die österreichischen Juden hatte. Dazu ergeben diese Quellen ein genaueres Bild der Judenpolitik der Herzöge Albrecht II. und Rudolf IV. und erlauben Rückschlüsse auf die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Situation der österreichischen Juden in diesem Zeitraum.