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Die mittelalterliche Baugeschichte der Wiener Hofburg

The medieval architecture of the Imperial Palace of Vienna

Mario Schwarz (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P18954
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2006
  • Projektende 31.08.2009
  • Bewilligungssumme 133.738 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (70%)

Keywords

    Architekturgeschichte, Bauforschung, Mittelalter, Residenzen, Kunstgeschichte

Abstract Endbericht

Im Rahmen des Forschungsprojektes einer grundlegenden kunsthistorischen Untersuchung der Bau- und Ausstattungsgeschichte der Wiener Hofburg kommt der Erforschung des mittelalterlichen Bauzustandes eine ganz wesentliche Bedeutung zu. Jüngste Freilegungen haben die Erkenntnis bestätigt, daß die bisherige Vermutung einer Gründung der Burganlage im Jahre 1237 auf Initiative Kaiser Friedrichs II. zutrifft. Sowohl die erhaltenen Baudetails (Rundbogenfenster, Mauerwerk mit qualitätvoll gearbeiteten Buckelquadern) als auch der Bautypus des viertürmigen Kastells entsprechen gleichzeitigen Kastellbauten des Kaisers in Süditalien. Durch die politische Entwicklung scheint dieser Kastellbau allerdings erst unter Ottokar II. Premysl vollendet worden zu sein, er erhielt unter Albrecht I. von Habsburg den Einbau der Burgkapelle wurde aber im übrigen während des gesamten Mittelalters kaum weiter vergrößert. Zur Regierungszeit Kaiser Friedrichs III. herrschte im Bereich der Hofburg offensichtliche Raumnot, die eine repräsentative Hofhaltung kaum ermöglicht hat. Hingegen erlangte das bereits von dem Habsburger Friedrich dem Schönen gegründete und von dessen Brüdern bestiftete Augustinerkloster eine herausragende Bedeutung als "Hofkloster", es wurde Ausdruck einer persönlichen Haltung der Landesfürsten, die exemplarische Frömmigkeit vor die Interessen höfischer Repräsentation stellte. Die Stiftung der St.Georgskapelle bei St.Augustin als Remter eines von Herzog Otto dem Fröhlichen gegründeten Ritterordens stellt einen gewissen Kompromiß zwischen diesem religiösen Eifer und profanen, allerdings hochelitären Funktionen dar. Die geplanten Untersuchungen haben zum Ziel einerseits die bestehende Bausubstanz der Kastellburg des 13. Jahrhunderts zu erfassen und zu dokumentieren, was durch eine Reihe von Mauerwerksfreilegungen an geeigneten, sehr begrenzten Stellen vom Kellerbereich bis zum Dachboden unternommen werden soll, andererseits den Zusammenhang zwischen der Residenzburg und dem Hofkloster bei den Augustinern im 14. und 15. Jahrhundert zu erforschen. Zur Durchführung der Untersuchungen konnte die Mitarbeit hochqualifizierter Architekturhistoriker mit speziellen Kenntnissen der Mauerwerksstrukturen des Mittelalters und ihrer Datierungen (Dr.Günther Buchinger, Mag.Doris Schön, Mag.Paul Mitchell) gewonnen werden; die Durchführung entsprechender Rekonstruktionen und planzeichnerischer Dokumentationen einschließlich Visualisierungen in Computertechnik wird von Dipl.-Ing. Mag. Patrick Schicht übernommen. Der Projektleiter Univ.-Prof. Dr. Mario Schwarz wird das Schwergewicht seiner Forschungsarbeit im Rahmen des Projektes auf die typologische Ableitung und Einordnung der Kastellburg und die Interpretation des Augustinerklosters als "Hofkloster" im engen Verband mit der Residenzburg legen. Wissenschaftliche Kooperationen bestehen bereits im Vorfeld der Untersuchungen mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt sowie mit dem Institut für christliche Kunst an der Karlsuniversität Prag. Eine organisatorische Zusammenarbeit mit der Burghauptmannschaft ist bereits vereinbart. Eine wissenschaftliche Zusammenarbneit mit der Universität Palermo steht in Vorbereitung.

Im Rahmen des Forschungsprojektes einer grundlegenden kunsthistorischen Untersuchung der Bau- und Ausstattungsgeschichte der Wiener Hofburg kommt der Erforschung des mittelalterlichen Bauzustandes eine ganz wesentliche Bedeutung zu. Jüngste Freilegungen haben die Erkenntnis bestätigt, daß die bisherige Vermutung einer Gründung der Burganlage im Jahre 1237 auf Initiative Kaiser Friedrichs II. zutrifft. Sowohl die erhaltenen Baudetails (Rundbogenfenster, Mauerwerk mit qualitätvoll gearbeiteten Buckelquadern) als auch der Bautypus des viertürmigen Kastells entsprechen gleichzeitigen Kastellbauten des Kaisers in Süditalien. Durch die politische Entwicklung scheint dieser Kastellbau allerdings erst unter Ottokar II. Premysl vollendet worden zu sein, er erhielt unter Albrecht I. von Habsburg den Einbau der Burgkapelle wurde aber im übrigen während des gesamten Mittelalters kaum weiter vergrößert. Zur Regierungszeit Kaiser Friedrichs III. herrschte im Bereich der Hofburg offensichtliche Raumnot, die eine repräsentative Hofhaltung kaum ermöglicht hat. Hingegen erlangte das bereits von dem Habsburger Friedrich dem Schönen gegründete und von dessen Brüdern bestiftete Augustinerkloster eine herausragende Bedeutung als "Hofkloster", es wurde Ausdruck einer persönlichen Haltung der Landesfürsten, die exemplarische Frömmigkeit vor die Interessen höfischer Repräsentation stellte. Die Stiftung der St.Georgskapelle bei St.Augustin als Remter eines von Herzog Otto dem Fröhlichen gegründeten Ritterordens stellt einen gewissen Kompromiß zwischen diesem religiösen Eifer und profanen, allerdings hochelitären Funktionen dar. Die geplanten Untersuchungen haben zum Ziel einerseits die bestehende Bausubstanz der Kastellburg des 13. Jahrhunderts zu erfassen und zu dokumentieren, was durch eine Reihe von Mauerwerksfreilegungen an geeigneten, sehr begrenzten Stellen vom Kellerbereich bis zum Dachboden unternommen werden soll, andererseits den Zusammenhang zwischen der Residenzburg und dem Hofkloster bei den Augustinern im 14. und 15. Jahrhundert zu erforschen. Zur Durchführung der Untersuchungen konnte die Mitarbeit hochqualifizierter Architekturhistoriker mit speziellen Kenntnissen der Mauerwerksstrukturen des Mittelalters und ihrer Datierungen (Dr.Günther Buchinger, Mag.Doris Schön, Mag.Paul Mitchell) gewonnen werden; die Durchführung entsprechender Rekonstruktionen und planzeichnerischer Dokumentationen einschließlich Visualisierungen in Computertechnik wird von Dipl.-Ing. Mag. Patrick Schicht übernommen. Der Projektleiter Univ.-Prof. Dr. Mario Schwarz wird das Schwergewicht seiner Forschungsarbeit im Rahmen des Projektes auf die typologische Ableitung und Einordnung der Kastellburg und die Interpretation des Augustinerklosters als "Hofkloster" im engen Verband mit der Residenzburg legen. Wissenschaftliche Kooperationen bestehen bereits im Vorfeld der Untersuchungen mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt sowie mit dem Institut für christliche Kunst an der Karlsuniversität Prag. Eine organisatorische Zusammenarbeit mit der Burghauptmannschaft ist bereits vereinbart. Eine wissenschaftliche Zusammenarbneit mit der Universität Palermo steht in Vorbereitung.

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