Akten zur Südtirol-Politik 1959-1969
Akten zur Südtirol-Politik 1959-1969
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Österreich,
Italien,
Südtirol,
Minderheiten,
Paket,
Autonomie
Von 1959 bis 1969 war die Südtirolfrage das zentrale Thema der österreichischen Außenpolitik. Die Außenminister Bruno Kreisky (1959-1966), Lujo Toncic-Sorinj (19661968) und Kurt Waldheim (1968/69) sowie die verschiedenen Bundeskanzler haben dies immer wieder intern und auch öffentlich festgestellt. Es ging ums Überleben der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol. Im Pariser Abkommen von 1946 war den Südtirolern eine Autonomie zugesagt worden. Das erste Autonomiestatut aus dem Jahre 1948 erwies sich in den folgenden Jahren als Scheinautonomie. Ab 1959 ging es um die Frage Landesautonomie oder Selbstbestimmung. 1960 beschloss die Bundesregierung, das Thema vor die UNO zu bringen. Die UN-Vollversammlung forderte beide Parteien auf, das Problem durch "Verhandlungen" zu lösen und den Streit zu beenden. Die anschließenden Verhandlungen in Mailand, Klagenfurt `und Zürich verliefen ergebnislos. Begleitet wurden diese Verhandlungen im Jahre 1961 von schweren Bombenattentaten, die sich in den folgenden Jahren verschärften, es gab Tote, Verwundete und schweren Sachschaden. Eine mühsam ausgehandelte Einigung zwischen Kreisky und seinem sozialistischen Kollegen Saragat wurde Anfang 1965 von den (Süd)Tirolern abgelehnt. Es wurde vier Jahre weiterverhandelt. Am Ende stand 1969 das "Paket" mit dem "Operationskalender". Die Geschichte dieser zehn Jahre war bislang wegen fehlender Quellen nur in ganz großen Umrissen bekannt. Nunmehr sind diese Quellen zugänglich (Wien, Innsbruck, Bozen, Rom, München, Bonn London, Washington, New York). Vorgesehen ist eine Aktenedition in sieben Bänden, die in 2044 bislang unveröffentlichten vertraulichen Dokumenten aus 20 nationalen und internationalen Archiven sowie Privatarchiven den Kampf Südtirols ums Überleben aufzeigt. Band 1: 1959: Aufbruch im Andreas-Hofer-Jahr (2005 erschienen) (288 Dokumente) Band 2:1960: Vor der UNO (erscheint 2006) (386 Dokumente) Band 3: 1961: Krise und Wende (erscheint 2006) (285 Dokumente) Band 4: 1962-1964: Verhandlungen, Attentate und Prozesse (281 Dokumente) Band 5: 1965/66: Mehr "Paket", weniger Verankerung? (226 Dokumente) Band 6: 1967: Terror und "Operationskalender" (276 Dokumente) Band 7:1968/69: Die Einigung (312 Dokumente) Die Aktenedition enthält 2.044 bislang unveröffentlichte, vertrauliche Dokumente aus 20 nationalen und internationalen Archiven sowie Privatarchiven.
Ein großes und mehrjähriges Projekt, das erfolgreich und fristgemäß beendet wurde: Die Edition von bislang unveröffentlichten 2329 Dokumenten aus 19 nationalen und internationalen Archiven zu einem der interessantesten und kontroversesten Themen der europäischen Zeitgeschichte. Die Edition liefert Grundlagenforschung für die Geschichtswissenschaft, in etwa vergleichbar mit den Foreign Relations of the United States, den Documents on British Policy Overseas oder den Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Jede künftige Südtirolforschung wird auf diese Edition aufbauen, jede Arbeit zur Außenpolitik Österreichs oder zu den Beziehungen zu Italien wird sie benutzen müssen. Der Südtiroler Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder, der die Druckkosten bereitgestellt hat: "Die Akten von damals haben große Bedeutung für uns - auch für die Interpretation des Autonomiestatuts. Themen wie internationale Absicherung der Autonomie und die Schutzfunktion Österreichs sind nach wie vor aktuell."
- Universität Innsbruck - 100%