Tanztheoretische Schriften von Gasparo Angiolini
Writings on Dance Theory by Gasparo Angiolini
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (65%)
Keywords
-
Ballet En Action,
Angiolini,
Gasparo,
Ballettreform (ballet reform),
Bühnentanz (theatrical dance),
Theater (theatre),
Ballett-Libretto (ballet libretto)
Gasparo Angiolini (1731-1803) war neben Jean-Georges Noverre der wichtigste Tanztheoretiker und -reformator des 18. Jahrhunderts. Vor allem durch die Zusammenarbeit mit Christoph Willibald Gluck im Umfeld des reformorientierten Kreises um den Grafen Durazzo in Wien wurde er zum führenden Exponenten der Ballettreform, die er nicht nur als Choreograph, sondern auch als Solotänzer in seinen eigenen Schöpfungen entscheidend vorantrieb. Wie Noverre, der 1760 seine epochemachenden Lettres sur la danse, et sur les ballets publizierte, verfasste auch Angiolini nahezu zeitgleich eine Reihe bedeutender tanztheoretischer Erörterungen und löste dadurch eine Kontroverse mit Noverre und einen Prioritätenstreit aus. Dass Noverre zu Lebzeiten und weit darüber hinaus die sehr viel größere Wirkung hatte, ist nicht zuletzt auf die Verbreitung seiner Lettres zurückzuführen, die in mehreren, teils erheblich veränderten Neuauflagen sowie in Übersetzungen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in ganz Europa Verbreitung fanden. Noverres Schriften bildeten auch später die wichtigste Grundlage der zeitgenössischen Diskussion um tanz- und kunsttheoretische Fragen (Körper- und Bewegungskonzepte, mise en scène, ästhetische Fragen). Angiolinis Gedankengut hingegen, das in mehreren Einzelschriften über einen längeren Zeitraum hinweg publiziert wurde, blieb einem eher kleinen Kreis von Rezipienten vorbehalten. Der begrenzten Verbreitung und Rezeption seiner Schriften zu Lebzeiten entspricht die Wahrnehmung und Wertung Angiolinis als Tanztheoretiker und -reformer in späteren Zeiten, die auf einen eher kleinen Kreis von Forschern beschränkt blieb. Die eingehende Erforschung von Angiolinis Werk und Wirken im europäischen kulturellen Kontext ist längst überfällig. Sie kann nur auf der Grundlage einer verlässlichen kritischen Edition des überlieferten tanztheoretischen uvres geleistet werden. Das Ziel des Projektes Tanztheoretische Schriften von Gasparo Angiolini ist daher die Erfassung aller Schriften Angiolinis, deren quellenkritische Sichtung und Analyse und schließlich die Erstellung einer Druckvorlage zu einer kommentierten, kritischen Ausgabe in Originalsprache (italienisch und französisch) sowie in deutscher und englischer Übersetzung. Parallel dazu soll ein Werkkatalog zu Angiolinis choreographischem uvre erstellt werden. Nur durch eine Edition von wissenschaftlichem Format und Anspruch kann Angiolinis historische Leistung für Tanztheorie und -praxis, vor allem während seines langjährigen Wirkens in Wien, angemessen beurteilt werden. Auf der anderen Seite werden seine höchst aufschlussreichen tanzästhetischen Reflexionen wichtige Anregungen auch für die zeitgenössische Tanztheorie und -praxis liefern, so dass das geplante Projekt auch in engem Zusammenhang mit dem zunehmenden Interesse an Re-Konstruktion` von historischem Tanz- und Theaterformen und -stilen zu sehen ist. Es erschließt ein zentrales Kapitel der Tanz- und Theatergeschichte und stellt einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Tanz in seinen unterschiedlichen Facetten in Vergangenheit und Gegenwart dar, mit dem eine wesentliche Lücke tanzwissenschaftlicher Historiographie geschlossen wird.
Gasparo Angiolini (1731-1803) war neben Jean-Georges Noverre der wichtigste Tanztheoretiker und -reformator des 18. Jahrhunderts. Vor allem durch die Zusammenarbeit mit Christoph Willibald Gluck im Umfeld des reformorientierten Kreises um den Grafen Durazzo in Wien wurde er zum führenden Exponenten der Ballettreform, die er nicht nur als Choreograph, sondern auch als Solotänzer in seinen eigenen Schöpfungen entscheidend vorantrieb. Wie Noverre, der 1760 seine epochemachenden Lettres sur la danse, et sur les ballets publizierte, verfasste auch Angiolini nahezu zeitgleich eine Reihe bedeutender tanztheoretischer Erörterungen und löste dadurch eine Kontroverse mit Noverre und einen Prioritätenstreit aus. Dass Noverre zu Lebzeiten und weit darüber hinaus die sehr viel größere Wirkung hatte, ist nicht zuletzt auf die Verbreitung seiner Lettres zurückzuführen, die in mehreren, teils erheblich veränderten Neuauflagen sowie in Übersetzungen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in ganz Europa Verbreitung fanden. Noverres Schriften bildeten auch später die wichtigste Grundlage der zeitgenössischen Diskussion um tanz- und kunsttheoretische Fragen (Körper- und Bewegungskonzepte, mise en scène, ästhetische Fragen). Angiolinis Gedankengut hingegen, das in mehreren Einzelschriften über einen längeren Zeitraum hinweg publiziert wurde, blieb einem eher kleinen Kreis von Rezipienten vorbehalten. Der begrenzten Verbreitung und Rezeption seiner Schriften zu Lebzeiten entspricht die Wahrnehmung und Wertung Angiolinis als Tanztheoretiker und -reformer in späteren Zeiten, die auf einen eher kleinen Kreis von Forschern beschränkt blieb. Die eingehende Erforschung von Angiolinis Werk und Wirken im europäischen kulturellen Kontext ist längst überfällig. Sie kann nur auf der Grundlage einer verlässlichen kritischen Edition des überlieferten tanztheoretischen uvres geleistet werden. Das Ziel des Projektes Tanztheoretische Schriften von Gasparo Angiolini ist daher die Erfassung aller Schriften Angiolinis, deren quellenkritische Sichtung und Analyse und schließlich die Erstellung einer Druckvorlage zu einer kommentierten, kritischen Ausgabe in Originalsprache (italienisch und französisch) sowie in deutscher und englischer Übersetzung. Parallel dazu soll ein Werkkatalog zu Angiolinis choreographischem uvre erstellt werden. Nur durch eine Edition von wissenschaftlichem Format und Anspruch kann Angiolinis historische Leistung für Tanztheorie und -praxis, vor allem während seines langjährigen Wirkens in Wien, angemessen beurteilt werden. Auf der anderen Seite werden seine höchst aufschlussreichen tanzästhetischen Reflexionen wichtige Anregungen auch für die zeitgenössische Tanztheorie und -praxis liefern, so dass das geplante Projekt auch in engem Zusammenhang mit dem zunehmenden Interesse an "Re-Konstruktion" von historischem Tanz- und Theaterformen und -stilen zu sehen ist. Es erschließt ein zentrales Kapitel der Tanz- und Theatergeschichte und stellt einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Tanz in seinen unterschiedlichen Facetten in Vergangenheit und Gegenwart dar, mit dem eine wesentliche Lücke tanzwissenschaftlicher Historiographie geschlossen wird.
- Universität Salzburg - 100%