Wie wird man ein visueller Experte?
Becoming a Visual Expert
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Psychologie (50%)
Keywords
-
Experience,
Configural Perception,
Face Perception,
Biological Motion,
Features,
Pigeon
Nach 17 Jahren experimenteller Forschung konnten wir kürzlich eine neue, umfassende Theorie der Wahrnehmung und Kategorisierung von Tauben (Columba livia) vorschlagen (Huber & Aust 2006). Im wesentlichen glauben wir, dass Tauben sehr flexibel und schnell die relevanten Merkmale von Objekten und Objektklassen extrahieren und schließlich daraus komplexe Objektrepräsentationen und Klassenkonzepte generieren können. Unklar ist allerdings noch, wie weit die Tauben fähig sind, (konfigurale) Relationen zwischen den Merkmalen statischer oder bewegter Objekte herzustellen. Wir nehmen an, dass dazu grosse Erfahrung mit den komplexen Objekten notwendig ist, welche Tiere im Laufe der individuellen Entwicklung erwerben müssen. Mit diesem Projekt wollen wir nun an Tauben die Rolle von ontogenetischen und trainingsspezifischen Erfahrungen bei der Erkennung konfigural komplexer, natürlicher (menschlicher Gesichter) und künstlicher (Greebles) Objekte einerseits und bei der Wahrnehmung biologischer Bewegungsmuster andererseits untersuchen. Tauben sind sicherlich keine "geborenen" Experten im Erkennen menschlicher Gesichter, daher ist die individuelle Erfahrung entscheidend. Wir wollen Gruppen von Tauben mit kontrolliert unterschiedlichem Erfahrungsschatz und (damit) auch kontrolliert unterschiedlichen Graden von "Expertise" im Erkennen von menschlichen Gesichtern und anderen konfigural komplexen statischen Objekten, bzw. bei sich bewegenden Objekten, z. B. den Füßen von Artgenossen, in Laborexperimenten vergleichen. Unsere eigenen Forschungen zur Tauben-Kategorisierung haben uns ermutigt, uns diesen schwierigen Fragen zuzuwenden. Die Antworten darauf sind von grundlegender Bedeutung für ein Verständnis der Evolution von Mechanismen der Objekterkennung und Bewegungswahrnehmung. Bestehende und geplante Kooperationen mit internationalen Experten der Objekterkennung und der Wahrnehmung biologischer Bewegung ermöglichen uns die Verwendung von geeigneten Testreizen und -prozeduren. Zusätzlich wollen wir auch eine jüngst in unserem Labor entstandene, sehr vielversprechende und innovative Trainings- Methode ("Multiple Matching", Huber et al., 2005) weiterentwickeln. Diese neue Methode soll in diesem Forschungsprojekt ein zentraler Teil des methodischen Instrumentariums beim Trainieren und beim Testen der Tauben sein. Die Entwicklung von mathematisch-statistischen Modellen und Simulationen des Verhaltens der Tauben während der Experimente mit Hilfe der Spieltheorie und unterschiedlicher biomathematischer Konzepte soll über eine vertiefte Kenntnis unserer eigenen Methodik hinaus auch ganz allgemein dazu beitragen, diese experimentellen Untersuchungen in einen breiteren wissenschaftlichen Zusammenhang einzubetten und sie so in besonderem Maße anschlussfähig zu machen. Dabei wollen wir auf bereits etablierte statistische Verfahren zurückgreifen, aber auch neue entwickeln.
Nach 17 Jahren experimenteller Forschung konnten wir kürzlich eine neue, umfassende Theorie der Wahrnehmung und Kategorisierung von Tauben (Columba livia) vorschlagen (Huber & Aust 2006). Im wesentlichen glauben wir, dass Tauben sehr flexibel und schnell die relevanten Merkmale von Objekten und Objektklassen extrahieren und schließlich daraus komplexe Objektrepräsentationen und Klassenkonzepte generieren können. Unklar ist allerdings noch, wie weit die Tauben fähig sind, (konfigurale) Relationen zwischen den Merkmalen statischer oder bewegter Objekte herzustellen. Wir nehmen an, dass dazu grosse Erfahrung mit den komplexen Objekten notwendig ist, welche Tiere im Laufe der individuellen Entwicklung erwerben müssen. Mit diesem Projekt wollen wir nun an Tauben die Rolle von ontogenetischen und trainingsspezifischen Erfahrungen bei der Erkennung konfigural komplexer, natürlicher (menschlicher Gesichter) und künstlicher (Greebles) Objekte einerseits und bei der Wahrnehmung biologischer Bewegungsmuster andererseits untersuchen. Tauben sind sicherlich keine "geborenen" Experten im Erkennen menschlicher Gesichter, daher ist die individuelle Erfahrung entscheidend. Wir wollen Gruppen von Tauben mit kontrolliert unterschiedlichem Erfahrungsschatz und (damit) auch kontrolliert unterschiedlichen Graden von "Expertise" im Erkennen von menschlichen Gesichtern und anderen konfigural komplexen statischen Objekten, bzw. bei sich bewegenden Objekten, z. B. den Füßen von Artgenossen, in Laborexperimenten vergleichen. Unsere eigenen Forschungen zur Tauben-Kategorisierung haben uns ermutigt, uns diesen schwierigen Fragen zuzuwenden. Die Antworten darauf sind von grundlegender Bedeutung für ein Verständnis der Evolution von Mechanismen der Objekterkennung und Bewegungswahrnehmung. Bestehende und geplante Kooperationen mit internationalen Experten der Objekterkennung und der Wahrnehmung biologischer Bewegung ermöglichen uns die Verwendung von geeigneten Testreizen und -prozeduren. Zusätzlich wollen wir auch eine jüngst in unserem Labor entstandene, sehr vielversprechende und innovative Trainings- Methode ("Multiple Matching", Huber et al., 2005) weiterentwickeln. Diese neue Methode soll in diesem Forschungsprojekt ein zentraler Teil des methodischen Instrumentariums beim Trainieren und beim Testen der Tauben sein. Die Entwicklung von mathematisch-statistischen Modellen und Simulationen des Verhaltens der Tauben während der Experimente mit Hilfe der Spieltheorie und unterschiedlicher biomathematischer Konzepte soll über eine vertiefte Kenntnis unserer eigenen Methodik hinaus auch ganz allgemein dazu beitragen, diese experimentellen Untersuchungen in einen breiteren wissenschaftlichen Zusammenhang einzubetten und sie so in besonderem Maße anschlussfähig zu machen. Dabei wollen wir auf bereits etablierte statistische Verfahren zurückgreifen, aber auch neue entwickeln.
- Universität Wien - 100%
- Nikolaus F. Troje, Queen´s University - Kanada
Research Output
- 545 Zitationen
- 13 Publikationen
-
2010
Titel The role of skin-related information in pigeons’ categorization and recognition of humans in pictures DOI 10.1016/j.visres.2010.07.012 Typ Journal Article Autor Aust U Journal Vision Research Seiten 1941-1948 Link Publikation -
2010
Titel Pigeons can discriminate group mates from strangers using the concept of familiarity DOI 10.1016/j.anbehav.2010.04.006 Typ Journal Article Autor Wilkinson A Journal Animal Behaviour Seiten 109-115 -
2009
Titel Representational insight in pigeons: comparing subjects with and without real-life experience DOI 10.1007/s10071-009-0258-4 Typ Journal Article Autor Aust U Journal Animal Cognition Seiten 207-218 -
2017
Titel The effect of brumation on memory retention DOI 10.1038/srep40079 Typ Journal Article Autor Wilkinson A Journal Scientific Reports Seiten 40079 Link Publikation -
2013
Titel Pigeons integrate past knowledge across sensory modalities DOI 10.1016/j.anbehav.2012.12.023 Typ Journal Article Autor Stephan C Journal Animal Behaviour Seiten 605-613 Link Publikation -
2012
Titel The Vienna comparative cognition technology (VCCT): An innovative operant conditioning system for various species and experimental procedures DOI 10.3758/s13428-012-0198-9 Typ Journal Article Autor Steurer M Journal Behavior Research Methods Seiten 909-918 Link Publikation -
2012
Titel Radial-Arm-Maze Behavior of the Red-Footed Tortoise (Geochelone carbonaria) DOI 10.1037/a0026881 Typ Journal Article Autor Mueller-Paul J Journal Journal of Comparative Psychology Seiten 305-317 -
2012
Titel Production and perception rules underlying visual patterns: effects of symmetry and hierarchy DOI 10.1098/rstb.2012.0098 Typ Journal Article Autor Westphal-Fitch G Journal Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences Seiten 2007-2022 Link Publikation -
2014
Titel The ALDB box: Automatic testing of cognitive performance in groups of aviary-housed pigeons DOI 10.3758/s13428-014-0462-2 Typ Journal Article Autor Huber L Journal Behavior Research Methods Seiten 162-171 -
2012
Titel You sound familiar: carrion crows can differentiate between the calls of known and unknown heterospecifics DOI 10.1007/s10071-012-0508-8 Typ Journal Article Autor Wascher C Journal Animal Cognition Seiten 1015-1019 Link Publikation -
2013
Titel Discrimination of familiar human faces in dogs (Canis familiaris) DOI 10.1016/j.lmot.2013.04.005 Typ Journal Article Autor Huber L Journal Learning and Motivation Seiten 258-269 Link Publikation -
2014
Titel Touchscreen performance and knowledge transfer in the red-footed tortoise (Chelonoidis carbonaria) DOI 10.1016/j.beproc.2014.06.003 Typ Journal Article Autor Mueller-Paul J Journal Behavioural Processes Seiten 187-192 -
2010
Titel Social learning in a non-social reptile (Geochelone carbonaria) DOI 10.1098/rsbl.2010.0092 Typ Journal Article Autor Wilkinson A Journal Biology Letters Seiten 614-616 Link Publikation