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Genetik zerebraler Kleingefäßerkrankung

Genetics of Cerebral Small Vessel Disease

Helena Schmidt (ORCID: 0000-0001-9773-9992)
  • Grant-DOI 10.55776/P20545
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projekt­beginn 01.06.2008
  • Projektende 31.12.2012
  • Bewilligungs­summe 333.522 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)

Keywords

  • Cerebral Small Vessel Disease,
  • Leukoaraiosis,
  • Genetic Epidemiology,
  • Neuroimaging,
  • Vascular Cognitive Impairment
Abstract Zusammenfassung

Die Kleingefäßerkrankung ist die zweithäufigste endemische Schädigung des alternden Gehirns nach Alzheimer Pathologie. Leukoaraiose und Lakunen sind die Hauptläsionen dieser Entität und können mittels Magnet Resonanz (MR) Tomografie des Gehirns dargestellt werden. Bis zu 90% aller Personen über dem 65.Lebensjahr zeigen Leukoaraiose unterschiedlichen Schweregrades. Lakunen betreffen zwischen 6% und 20% dieser Altersgruppe. Gleichgewichts-und Gangstörungen bzw. progredienter kognitiver Abbau sind häufige klinische Folgen. Arterielle Hypertonie und höheres Lebensalter sind gesicherte Risikofaktoren aber es gibt bisher keine gesicherte Therapie, welche erlaubt, die Entwicklung und Progression der Mikroangiopathie-assoziierten Hirnschädigung zu modifizieren. Die Vererblichkeit des Volumens der Leukoaraiose variiert zwischen 55% und 73%. Für andere Läsionscharakteristika, wie den Typ und die Progressionsgeschwindigkeit, gibt es keine Angaben zur Vererblichkeit. Auch ist die Vererblichkeit anderer Komponenten der Schädigung wie Lakunen, Hirnatrophie oder Mikroblutungen bisher unbekannt. Assoziationsstudien zeigten, dass die APOE, ACE, eNOS, MTHFR Gene mit diesem Typ der Hirnschädigung in Beziehung stehen. Wir selbst berichteten über Assoziationen mit APOE, PON1 und AGT, wobei wir für die Assoziation mit AGT wesentliche Hinweise für eine kausale Beziehung nachgewiesen haben. Erst kürzlich wurden die Ergebnisse des ersten genomweiten Scans für das Volumen von Marklagerhyperintensitäten in der Framingham Heart Study beschrieben. Ein signifikanter LOD Score bestand auf Chromosome 4 und ein möglich bedeutender LOD Score für eine Kopplung auf Chromosome 17. Das Ziel unserer Studie ist Komplexität zerebraler Kleingefäßerkrankung auf genetischer Basis aufzutrennen, um ein besseres Verständnis des Pathomechanismus dieser Läsionen zu erhalten. Im ersten Schritt werden wir eine genomweite Assoziationsstudie und ein Feinmapping der Kopplungsregionen auf Chromosom 4 und 17 in der Austrian Stroke Prevention Study Kohorte durchführen. Dies ist eine der größten populations-basierenden Studien zur zerebralen Kleingefäßerkrankung und die Studie mit dem längsten MR Follow-up. Im zweiten Schritt werden wir Familien aus der Basiskohorte der Austrian Stroke Prevention Study rekrutieren. Die Familienmitglieder werden dem selben Studienprotokoll unterzogen, wie die Probanden der Basiskohorte. In dieser Familienstudie werden wir Schätzungen zur Vererblichkeit der verschiedenen Läsionscharakteristika und genetische Korrelationen zwischen diesen Läsionsmerkmalen und ihren Hauptrisikofaktoren berechnen. Das Spektrum möglicher Endophenotypen zerebraler Kleingefäßerkrankung soll aufgezeigt werden. In der Familienstudie werden wir Gene verifizieren die mit dieser Hirnschädigung in früheren Studien identifiziert wurden. Die gleichzeitige Verfügbarkeit einer Familien- und einer populationsbasierenden Kohorte mit identem Protokoll bietet die einmalige Gelegenheit zur Identifizierung relevanter Gene, da Kopplungs- und Assoziationsstudien in Kombination durchgeführt werden können. Die Identifizierung solcher Gene wird unser äußerst unvollständiges pathophysiologisches Verständnis über die zerebrale Kleingefäßerkrankung verbessern und die Entdeckung neuer therapeutischer Ziele ermöglichen.

Die Kleingefäßerkrankung ist die zweithäufigste endemische Schädigung des alternden Gehirns nach Alzheimer Pathologie. Leukoaraiose und Lakunen sind die Hauptläsionen dieser Entität und können mittels Magnet Resonanz Tomografie (MRT) des Gehirns dargestellt werden. Bis zu 90% aller Personen über dem 65. Lebensjahr zeigen Leukoaraiose unterschiedlichen Schweregrades. Lakunen betreffen zwischen 6% und 20% dieser Altersgruppe. Gleichgewichts- und Gangstörungen bzw. progredienter kognitiver Abbau sind häufige klinische Folgen. Arterielle Hypertonie und ein höheres Lebensalter sind Risikofaktoren. Es gibt bisher keine gesicherte Therapie, welche es erlaubt, die Entwicklung und Progression der Mikroangiopathie-assoziierten Hirnschädigung zu modifizieren. Die Vererblichkeit des Volumens der Leukoaraiose variiert zwischen 55% und 73%.Das Ziel unserer Studie war die Komplexität zerebraler Alterung, insbesondere zerebraler Kleingefäßerkrankung, auf genetischer Basis aufzutrennen, um ein besseres Verständnis des Pathomechanismus altersassoziierter Läsionen zu erhalten. Das Projekt wurde im Rahmen der Austrian Stroke Prevention Study (ASPS), eine der größten populations-basierenden Studien zur zerebralen Alterung, realisiert. Im ersten Schritt haben wir Genom-weite Assoziationsstudien durchgeführt, die zur Identifikation von bisher nicht bekannten genetischen Risikofaktoren bei Schlaganfall, Alzheimer Demenz und zerebraler Kleingefäßerkrankung geführt haben. Darüber hinaus haben wir das NOTCH3 Gen, welches an CADASIL, eine frühe familiäre Form des Schlaganfalls, beteiligt ist, sequenziert und gezeigt, dass normale ältere Menschen im NOTCH3 Gen häufig Mutationen tragen, die das Risiko für altersassoziierte Kleingefäßerkrankung des Gehirns signifikant erhöhen. All diese Untersuchungen wurden nach international geltenden Richtlinien an einer großen Anzahl von ProbandInnen durchgeführt und die Ergebnisse in unabhängigen Kohorten repliziert. Dieses Vorgehen wurde durch die Mitgliedschaft in zahlreichen internationalen Konsortien - wie CHARGE (Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology), ISGC (International Stroke Genetics Consortium) und I-GAP (International Genomic of Alzheimer`s Project) ermöglicht.Die Identifizierung neuer Gene verbessert unser äußerst unvollständiges pathophysiologisches Verständnis über zerebrale Alterung und ermöglicht die Entwicklung neuer therapeutischer und präventiver Ansätze bei Demenz und Schlaganfall.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Cornelia M. Van Duijn, Erasmus University Rotterdam - Niederlande

Research Output

  • 6865 Zitationen
  • 65 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Cerebral white matter hyperintensity volumes: Normative age- and sex-specific values from 15 population-based cohorts comprising 14,876 individuals
    DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2024.11.006
    Typ Journal Article
    Autor De Kort F
    Journal Neurobiology of Aging
    Seiten 38-47
    Link Publikation
  • 2024
    Titel A comparative study of structural variant calling in WGS from Alzheimer’s disease families
    DOI 10.26508/lsa.202302181
    Typ Journal Article
    Autor Malamon J
    Journal Life Science Alliance
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Genome-wide association study meta-analysis of neurofilament light (NfL) levels in blood reveals novel loci related to neurodegeneration
    DOI 10.1038/s42003-024-06804-3
    Typ Journal Article
    Autor Ahmad S
    Journal Communications Biology
    Seiten 1103
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Multi-ancestry exome-wide study identifies variants associated with Alzheimer's disease protection
    DOI 10.1177/13872877251405497
    Typ Journal Article
    Autor Khurshid Z
    Journal Journal of Alzheimer's Disease
    Seiten 1274-1286
  • 2025
    Titel Interactive Effects of Telomere Length and Genetic Variants on Alzheimer Disease Risk Across Multiple Ancestral Populations
    DOI 10.64898/2025.12.15.25342309
    Typ Preprint
    Autor Khurshid Z
    Seiten 2025.12.15.25342309
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Whole Genome Variable Number Tandem Repeat Analysis in Alzheimer Disease
    DOI 10.1212/nxg.0000000000200241
    Typ Journal Article
    Autor Heath A
    Journal Neurology: Genetics
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Genomics of perivascular space burden unravels early mechanisms of cerebral small vessel disease
    DOI 10.1038/s41591-023-02268-w
    Typ Journal Article
    Autor Duperron M
    Journal Nature Medicine
    Seiten 950-962
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Heritability of R2* iron in the basal ganglia and cortex
    DOI 10.18632/aging.204212
    Typ Journal Article
    Autor Hofer E
    Journal Aging (Albany NY)
    Seiten 6415-6426
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Progranulin mutations in clinical and neuropathological Alzheimer's disease
    DOI 10.1002/alz.12567
    Typ Journal Article
    Autor Vardarajan B
    Journal Alzheimer's & Dementia
    Seiten 2458-2467
    Link Publikation
  • 2022
    Titel A Genomic Risk Score Identifies Individuals at High Risk for Intracerebral Hemorrhage
    DOI 10.1101/2022.05.05.22274399
    Typ Preprint
    Autor Myserlis E
    Seiten 2022.05.05.22274399
    Link Publikation
  • 2022
    Titel A comparative study of structural variant calling strategies using the Alzheimer’s Disease Sequencing Project’s whole genome family data
    DOI 10.1101/2022.05.19.492472
    Typ Preprint
    Autor Malamon J
    Seiten 2022.05.19.492472
  • 2022
    Titel Genome-wide Association Study Meta-analysis of Neurofilament light (NfL) levels in blood reveals novel loci related to neurodegeneration
    DOI 10.1101/2022.12.14.22283446
    Typ Preprint
    Autor Ahmad S
    Seiten 2022.12.14.22283446
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Investigation of the independent role of a rare APOE variant (L28P; APOE*4Pittsburgh) in late-onset Alzheimer disease
    DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2022.11.007
    Typ Journal Article
    Autor Fan K
    Journal Neurobiology of Aging
    Seiten 107-111
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Association of mitochondrial variants and haplogroups identified by whole exome sequencing with Alzheimer's disease
    DOI 10.1002/alz.12396
    Typ Journal Article
    Autor Zhang X
    Journal Alzheimer's & Dementia
    Seiten 294-306
    Link Publikation
  • 2021
    Titel A Machine Learning Method to Identify Genetic Variants Potentially Associated With Alzheimer’s Disease
    DOI 10.3389/fgene.2021.647436
    Typ Journal Article
    Autor Monk B
    Journal Frontiers in Genetics
    Seiten 647436
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Identification of putative causal loci in whole-genome sequencing data via knockoff statistics
    DOI 10.1101/2021.03.08.434451
    Typ Preprint
    Autor He Z
    Seiten 2021.03.08.434451
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Copy Number Variation Identification on 3,800 Alzheimer’s Disease Whole Genome Sequencing Data from the Alzheimer’s Disease Sequencing Project
    DOI 10.3389/fgene.2021.752390
    Typ Journal Article
    Autor Lee W
    Journal Frontiers in Genetics
    Seiten 752390
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Large-scale sequencing studies expand the known genetic architecture of Alzheimer's disease
    DOI 10.1002/dad2.12255
    Typ Journal Article
    Autor Xue D
    Journal Alzheimer's & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring
    Link Publikation
  • 2021
    Titel An Association Test of the Spatial Distribution of Rare Missense Variants within Protein Structures Improves Statistical Power of Sequencing Studies
    DOI 10.1101/2021.08.09.455695
    Typ Preprint
    Autor Jin B
    Seiten 2021.08.09.455695
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Association of low-frequency and rare coding variants with information processing speed
    DOI 10.1038/s41398-021-01736-6
    Typ Journal Article
    Autor Bressler J
    Journal Translational Psychiatry
    Seiten 613
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Investigating the genetic and environmental basis of head micromovements during MRI
    DOI 10.1101/2021.10.25.465703
    Typ Preprint
    Autor Beyer F
    Seiten 2021.10.25.465703
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Analysis of whole genome sequenced cases and controls shows that the association of variants in TOMM40, BCAM, NECTIN2 and APOC1 with late onset Alzheimer’s disease is driven by linkage disequilibrium with APOE e2/e3/e4 alleles
    DOI 10.1080/01677063.2020.1866569
    Typ Journal Article
    Autor Curtis D
    Journal Journal of Neurogenetics
    Seiten 59-66
  • 2020
    Titel DPP6 gene in European American Alzheimer’s Disease
    DOI 10.1101/2020.10.23.20216408
    Typ Preprint
    Autor Kirola L
    Seiten 2020.10.23.20216408
    Link Publikation

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