Genetik zerebraler Kleingefäßerkrankung
Genetics of Cerebral Small Vessel Disease
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
- Cerebral Small Vessel Disease,
- Leukoaraiosis,
- Genetic Epidemiology,
- Neuroimaging,
- Vascular Cognitive Impairment
Die Kleingefäßerkrankung ist die zweithäufigste endemische Schädigung des alternden Gehirns nach Alzheimer Pathologie. Leukoaraiose und Lakunen sind die Hauptläsionen dieser Entität und können mittels Magnet Resonanz (MR) Tomografie des Gehirns dargestellt werden. Bis zu 90% aller Personen über dem 65.Lebensjahr zeigen Leukoaraiose unterschiedlichen Schweregrades. Lakunen betreffen zwischen 6% und 20% dieser Altersgruppe. Gleichgewichts-und Gangstörungen bzw. progredienter kognitiver Abbau sind häufige klinische Folgen. Arterielle Hypertonie und höheres Lebensalter sind gesicherte Risikofaktoren aber es gibt bisher keine gesicherte Therapie, welche erlaubt, die Entwicklung und Progression der Mikroangiopathie-assoziierten Hirnschädigung zu modifizieren. Die Vererblichkeit des Volumens der Leukoaraiose variiert zwischen 55% und 73%. Für andere Läsionscharakteristika, wie den Typ und die Progressionsgeschwindigkeit, gibt es keine Angaben zur Vererblichkeit. Auch ist die Vererblichkeit anderer Komponenten der Schädigung wie Lakunen, Hirnatrophie oder Mikroblutungen bisher unbekannt. Assoziationsstudien zeigten, dass die APOE, ACE, eNOS, MTHFR Gene mit diesem Typ der Hirnschädigung in Beziehung stehen. Wir selbst berichteten über Assoziationen mit APOE, PON1 und AGT, wobei wir für die Assoziation mit AGT wesentliche Hinweise für eine kausale Beziehung nachgewiesen haben. Erst kürzlich wurden die Ergebnisse des ersten genomweiten Scans für das Volumen von Marklagerhyperintensitäten in der Framingham Heart Study beschrieben. Ein signifikanter LOD Score bestand auf Chromosome 4 und ein möglich bedeutender LOD Score für eine Kopplung auf Chromosome 17. Das Ziel unserer Studie ist Komplexität zerebraler Kleingefäßerkrankung auf genetischer Basis aufzutrennen, um ein besseres Verständnis des Pathomechanismus dieser Läsionen zu erhalten. Im ersten Schritt werden wir eine genomweite Assoziationsstudie und ein Feinmapping der Kopplungsregionen auf Chromosom 4 und 17 in der Austrian Stroke Prevention Study Kohorte durchführen. Dies ist eine der größten populations-basierenden Studien zur zerebralen Kleingefäßerkrankung und die Studie mit dem längsten MR Follow-up. Im zweiten Schritt werden wir Familien aus der Basiskohorte der Austrian Stroke Prevention Study rekrutieren. Die Familienmitglieder werden dem selben Studienprotokoll unterzogen, wie die Probanden der Basiskohorte. In dieser Familienstudie werden wir Schätzungen zur Vererblichkeit der verschiedenen Läsionscharakteristika und genetische Korrelationen zwischen diesen Läsionsmerkmalen und ihren Hauptrisikofaktoren berechnen. Das Spektrum möglicher Endophenotypen zerebraler Kleingefäßerkrankung soll aufgezeigt werden. In der Familienstudie werden wir Gene verifizieren die mit dieser Hirnschädigung in früheren Studien identifiziert wurden. Die gleichzeitige Verfügbarkeit einer Familien- und einer populationsbasierenden Kohorte mit identem Protokoll bietet die einmalige Gelegenheit zur Identifizierung relevanter Gene, da Kopplungs- und Assoziationsstudien in Kombination durchgeführt werden können. Die Identifizierung solcher Gene wird unser äußerst unvollständiges pathophysiologisches Verständnis über die zerebrale Kleingefäßerkrankung verbessern und die Entdeckung neuer therapeutischer Ziele ermöglichen.
Die Kleingefäßerkrankung ist die zweithäufigste endemische Schädigung des alternden Gehirns nach Alzheimer Pathologie. Leukoaraiose und Lakunen sind die Hauptläsionen dieser Entität und können mittels Magnet Resonanz Tomografie (MRT) des Gehirns dargestellt werden. Bis zu 90% aller Personen über dem 65. Lebensjahr zeigen Leukoaraiose unterschiedlichen Schweregrades. Lakunen betreffen zwischen 6% und 20% dieser Altersgruppe. Gleichgewichts- und Gangstörungen bzw. progredienter kognitiver Abbau sind häufige klinische Folgen. Arterielle Hypertonie und ein höheres Lebensalter sind Risikofaktoren. Es gibt bisher keine gesicherte Therapie, welche es erlaubt, die Entwicklung und Progression der Mikroangiopathie-assoziierten Hirnschädigung zu modifizieren. Die Vererblichkeit des Volumens der Leukoaraiose variiert zwischen 55% und 73%.Das Ziel unserer Studie war die Komplexität zerebraler Alterung, insbesondere zerebraler Kleingefäßerkrankung, auf genetischer Basis aufzutrennen, um ein besseres Verständnis des Pathomechanismus altersassoziierter Läsionen zu erhalten. Das Projekt wurde im Rahmen der Austrian Stroke Prevention Study (ASPS), eine der größten populations-basierenden Studien zur zerebralen Alterung, realisiert. Im ersten Schritt haben wir Genom-weite Assoziationsstudien durchgeführt, die zur Identifikation von bisher nicht bekannten genetischen Risikofaktoren bei Schlaganfall, Alzheimer Demenz und zerebraler Kleingefäßerkrankung geführt haben. Darüber hinaus haben wir das NOTCH3 Gen, welches an CADASIL, eine frühe familiäre Form des Schlaganfalls, beteiligt ist, sequenziert und gezeigt, dass normale ältere Menschen im NOTCH3 Gen häufig Mutationen tragen, die das Risiko für altersassoziierte Kleingefäßerkrankung des Gehirns signifikant erhöhen. All diese Untersuchungen wurden nach international geltenden Richtlinien an einer großen Anzahl von ProbandInnen durchgeführt und die Ergebnisse in unabhängigen Kohorten repliziert. Dieses Vorgehen wurde durch die Mitgliedschaft in zahlreichen internationalen Konsortien - wie CHARGE (Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology), ISGC (International Stroke Genetics Consortium) und I-GAP (International Genomic of Alzheimer`s Project) ermöglicht.Die Identifizierung neuer Gene verbessert unser äußerst unvollständiges pathophysiologisches Verständnis über zerebrale Alterung und ermöglicht die Entwicklung neuer therapeutischer und präventiver Ansätze bei Demenz und Schlaganfall.
- Cornelia M. Van Duijn, Erasmus University Rotterdam - Niederlande
Research Output
- 6865 Zitationen
- 65 Publikationen
-
2024
Titel Cerebral white matter hyperintensity volumes: Normative age- and sex-specific values from 15 population-based cohorts comprising 14,876 individuals DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2024.11.006 Typ Journal Article Autor De Kort F Journal Neurobiology of Aging Seiten 38-47 Link Publikation -
2024
Titel A comparative study of structural variant calling in WGS from Alzheimer’s disease families DOI 10.26508/lsa.202302181 Typ Journal Article Autor Malamon J Journal Life Science Alliance Link Publikation -
2024
Titel Genome-wide association study meta-analysis of neurofilament light (NfL) levels in blood reveals novel loci related to neurodegeneration DOI 10.1038/s42003-024-06804-3 Typ Journal Article Autor Ahmad S Journal Communications Biology Seiten 1103 Link Publikation -
2025
Titel Multi-ancestry exome-wide study identifies variants associated with Alzheimer's disease protection DOI 10.1177/13872877251405497 Typ Journal Article Autor Khurshid Z Journal Journal of Alzheimer's Disease Seiten 1274-1286 -
2025
Titel Interactive Effects of Telomere Length and Genetic Variants on Alzheimer Disease Risk Across Multiple Ancestral Populations DOI 10.64898/2025.12.15.25342309 Typ Preprint Autor Khurshid Z Seiten 2025.12.15.25342309 Link Publikation -
2025
Titel Whole Genome Variable Number Tandem Repeat Analysis in Alzheimer Disease DOI 10.1212/nxg.0000000000200241 Typ Journal Article Autor Heath A Journal Neurology: Genetics Link Publikation -
2023
Titel Genomics of perivascular space burden unravels early mechanisms of cerebral small vessel disease DOI 10.1038/s41591-023-02268-w Typ Journal Article Autor Duperron M Journal Nature Medicine Seiten 950-962 Link Publikation -
2022
Titel Heritability of R2* iron in the basal ganglia and cortex DOI 10.18632/aging.204212 Typ Journal Article Autor Hofer E Journal Aging (Albany NY) Seiten 6415-6426 Link Publikation -
2022
Titel Progranulin mutations in clinical and neuropathological Alzheimer's disease DOI 10.1002/alz.12567 Typ Journal Article Autor Vardarajan B Journal Alzheimer's & Dementia Seiten 2458-2467 Link Publikation -
2022
Titel A Genomic Risk Score Identifies Individuals at High Risk for Intracerebral Hemorrhage DOI 10.1101/2022.05.05.22274399 Typ Preprint Autor Myserlis E Seiten 2022.05.05.22274399 Link Publikation -
2022
Titel A comparative study of structural variant calling strategies using the Alzheimer’s Disease Sequencing Project’s whole genome family data DOI 10.1101/2022.05.19.492472 Typ Preprint Autor Malamon J Seiten 2022.05.19.492472 -
2022
Titel Genome-wide Association Study Meta-analysis of Neurofilament light (NfL) levels in blood reveals novel loci related to neurodegeneration DOI 10.1101/2022.12.14.22283446 Typ Preprint Autor Ahmad S Seiten 2022.12.14.22283446 Link Publikation -
2022
Titel Investigation of the independent role of a rare APOE variant (L28P; APOE*4Pittsburgh) in late-onset Alzheimer disease DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2022.11.007 Typ Journal Article Autor Fan K Journal Neurobiology of Aging Seiten 107-111 Link Publikation -
2021
Titel Association of mitochondrial variants and haplogroups identified by whole exome sequencing with Alzheimer's disease DOI 10.1002/alz.12396 Typ Journal Article Autor Zhang X Journal Alzheimer's & Dementia Seiten 294-306 Link Publikation -
2021
Titel A Machine Learning Method to Identify Genetic Variants Potentially Associated With Alzheimer’s Disease DOI 10.3389/fgene.2021.647436 Typ Journal Article Autor Monk B Journal Frontiers in Genetics Seiten 647436 Link Publikation -
2021
Titel Identification of putative causal loci in whole-genome sequencing data via knockoff statistics DOI 10.1101/2021.03.08.434451 Typ Preprint Autor He Z Seiten 2021.03.08.434451 Link Publikation -
2021
Titel Copy Number Variation Identification on 3,800 Alzheimer’s Disease Whole Genome Sequencing Data from the Alzheimer’s Disease Sequencing Project DOI 10.3389/fgene.2021.752390 Typ Journal Article Autor Lee W Journal Frontiers in Genetics Seiten 752390 Link Publikation -
2021
Titel Large-scale sequencing studies expand the known genetic architecture of Alzheimer's disease DOI 10.1002/dad2.12255 Typ Journal Article Autor Xue D Journal Alzheimer's & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring Link Publikation -
2021
Titel An Association Test of the Spatial Distribution of Rare Missense Variants within Protein Structures Improves Statistical Power of Sequencing Studies DOI 10.1101/2021.08.09.455695 Typ Preprint Autor Jin B Seiten 2021.08.09.455695 Link Publikation -
2021
Titel Association of low-frequency and rare coding variants with information processing speed DOI 10.1038/s41398-021-01736-6 Typ Journal Article Autor Bressler J Journal Translational Psychiatry Seiten 613 Link Publikation -
2021
Titel Investigating the genetic and environmental basis of head micromovements during MRI DOI 10.1101/2021.10.25.465703 Typ Preprint Autor Beyer F Seiten 2021.10.25.465703 Link Publikation -
2021
Titel Analysis of whole genome sequenced cases and controls shows that the association of variants in TOMM40, BCAM, NECTIN2 and APOC1 with late onset Alzheimer’s disease is driven by linkage disequilibrium with APOE e2/e3/e4 alleles DOI 10.1080/01677063.2020.1866569 Typ Journal Article Autor Curtis D Journal Journal of Neurogenetics Seiten 59-66 -
2020
Titel DPP6 gene in European American Alzheimer’s Disease DOI 10.1101/2020.10.23.20216408 Typ Preprint Autor Kirola L Seiten 2020.10.23.20216408 Link Publikation