Glykosylierung von Acanthamoeba castellanii
Glycosylation of the pathogen Acanthamoeba castellaniee
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (90%); Gesundheitswissenschaften (10%)
Keywords
-
Acanthamoeba,
Protozoa,
Pathogen,
Glycosylation,
Lipophosphonglycan,
N-glycan
Die Glykokonjugate der Zelloberfläche und ihre Liganden spielen eine bedeutsame Rolle bei Interaktionen zwischen verschiedenen Zellen, sowohl innerhalb eines Organismus als auch zwischen Symbionten bzw. Pathogenen und ihren Wirten. Protozoen, u.a. diverse Amöben und Trypanosomatide, exprimieren eine Bandbreite an kürzlich entdeckten, glykosylierten, Makromolekülen, z.B. Lipophosphoglykane (LPG) und Glykosylinositolphospholipide (GIPLs), und für diese Organismen spezifische O-Glykane. Die Vertreter des Genus Acanthamoeba sind weit verbreitete, in Gewässern und Böden lebende Amöben, die allerdings im Menschen auch ernsthafte Erkrankungen, v.a. Keratitis ("Amöbenkeratitis") bei Kontaktlinsenträgern bzw. granulomatöse Amöbenenzephalitis bei Immunsupprimierten, hervorrufen können. Im Falle der Amöbenkeratitis (ein Mannose bindendes Protein ist bei der Anhaftung an die Cornea beteiligt) ist oftmals eine Transplantation der Cornea unumgänglich, die granulomatöse Amöbenenzephalitis hingegen verläuft in der Regel tödlich. Das Genom eines Acanthamoeba castellanii Stamms, "Neff-Stamm", wird gegenwärtig im Zuge eines Projekts entschlüsselt, über sein "Glykom" ist hingegen wenig bekannt. Vor über 30 Jahren wurde zwar ein Lipophosphonoglykan hinsichtlich seines Fettsäure-, Inositol-, Phosphoethanolamin- und Monosaccharidgehalts beschrieben, seine Gesamtstruktur wurde jedoch nicht ermittelt. Rückblickend könnte dieses Glykokonjugat durchaus Ähnlichkeit mit den Lipophosphoglykanen der Trypanosomatiden bzw. denen von Entamoeba histolytica, aufweisen. Aus diesem Grunde ist es eines der Hauptziele des beantragten Projekts das besagte Lipophosphonoglykan in Acanthamoeba unter Anwendung moderner analytischer Methoden, u.a. MALDI-TOF, ESI und GC gekoppelter Massenspektrometrie, zu charakterisieren. Ähnliche Methoden werden auch angewandt werden, um die N-Glykane dieser Spezies hinsichtlich ihrer Unterschiede und Ähnlickeiten zu den N-Glykanen anderer Einzeller, u.a. der Trypanosomatiden und der freilebenden, nicht pathogenen Amöbe Dictyostelium discoideum, zu untersuchen. Dies wird zu einer tieferen Kenntnis des Glykoms des Genus Acanthamoeba führen, welche, falls ausreichende Unterschiede hinsichtlich des Glykoms bei den diversen Spezies dieses Genus beobachtet werden, auch einer neuen Methode der taxonomischen Unterscheidung von Acanthamoeba Isolaten den Weg bereiten könnte. Weiters werden diese Untersuchungen glykobiosynthetische Studien ermöglichen, die zur Entdeckung neuer Zielmoleküle für Chemotherapien führen könnten.
Die Glykokonjugate der Zelloberfläche und ihre Liganden spielen eine bedeutsame Rolle bei Interaktionen zwischen verschiedenen Zellen, sowohl innerhalb eines Organismus als auch zwischen Symbionten bzw. Pathogenen und ihren Wirten. Protozoen, u.a. diverse Amöben und Trypanosomatide, exprimieren eine Bandbreite an kürzlich entdeckten, glykosylierten, Makromolekülen, z.B. Lipophosphoglykane (LPG) und Glykosylinositolphospholipide (GIPLs) sowie spezifische O-Glykane. Die Vertreter des Genus Acanthamoeba sind weit verbreitete, in Gewässern und Böden lebende Amöben, die allerdings im Menschen auch ernsthafte Erkrankungen, v.a. Keratitis ("Amöbenkeratitis") bei Kontaktlinsenträgern bzw. granulomatöse Amöbenenzephalitis bei Immunsupprimierten, hervorrufen können. Im Falle der Amöbenkeratitis (ein Mannose bindendes Protein ist bei der Anhaftung an die Cornea beteiligt) ist oftmals eine Transplantation der Cornea unumgänglich, die granulomatöse Amöbenenzephalitis hingegen verläuft in der Regel tödlich. Über das Glykom von Acanthamoeba Stämmen ist hingegen wenig bekannt. Vor über 30 Jahren wurde zwar ein Lipophosphonoglykan hinsichtlich seines Fettsäure-, Inositol-, Phosphoethanolamin- und Monosaccharidgehalts beschrieben, seine Gesamtstruktur wurde jedoch nicht ermittelt; im Rahmen dieses Projekts wurde weitere Information über die Zusammensetzung dieses Moleküls gewonnen. Der Hauptteil der Arbeit war, aber, die Anwendung moderner analytischer Methoden um die N-Glykane zu charakterisieren und deren Unterschiede und Ähnlichkeiten zu den N-Glykanen anderer Einzeller, u.a. der Trypanosomatiden, Trichomonaden und der freilebenden, nicht pathogenen Amöbe Dictyostelium discoideum, zu untersuchen. Unsere Arbeit führte zu einer tieferen Kenntnis des Glykoms des Genus Acanthamoeba, welche möglicherweise auch einer neuen Methode der taxonomischen Unterscheidung von Acanthamoeba Isolaten den Weg bereiten könnte.
- Michael A. J. Ferguson, University of Dundee - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 275 Zitationen
- 8 Publikationen
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2014
Titel Comparative Glycobiology DOI 10.1007/978-4-431-54841-6_153 Typ Book Chapter Autor Paschinger K Verlag Springer Nature Seiten 795-805 -
2014
Titel Comparative Glycobiology DOI 10.1007/978-4-431-54836-2_153-1 Typ Book Chapter Autor Paschinger K Verlag Springer Nature Seiten 1-10 -
2012
Titel Exploring the Unique N-Glycome of the Opportunistic Human Pathogen Acanthamoeba * DOI 10.1074/jbc.m112.418095 Typ Journal Article Autor Schiller B Journal Journal of Biological Chemistry Seiten 43191-43204 Link Publikation -
2010
Titel Caenorhabditis elegans N-glycan Core ß-galactoside Confers Sensitivity towards Nematotoxic Fungal Galectin CGL2 DOI 10.1371/journal.ppat.1000717 Typ Journal Article Autor Butschi A Journal PLoS Pathogens Link Publikation -
2012
Titel Complicated N-linked glycans in simple organisms DOI 10.1515/hsz-2012-0150 Typ Journal Article Autor Schiller B Journal Biological chemistry Seiten 661-673 Link Publikation -
2011
Titel Glycomarkers in parasitic infections and allergy DOI 10.1042/bst0390360 Typ Journal Article Autor Hoffmann-Sommergruber K Journal Biochemical Society Transactions Seiten 360-364 -
2011
Titel UDP-xylose and UDP-galactose synthesis in Trichomonas vaginalis DOI 10.1016/j.molbiopara.2011.10.001 Typ Journal Article Autor Rosenberger A Journal Molecular and Biochemical Parasitology Seiten 53-56 Link Publikation -
2011
Titel The N-glycans of Trichomonas vaginalis contain variable core and antennal modifications DOI 10.1093/glycob/cwr149 Typ Journal Article Autor Paschinger K Journal Glycobiology Seiten 300-313 Link Publikation