Rekombinante humane Lakto- und Eosinophile Peroxidase
Recombinant human lactoperoxidase and eosinophil peroxidase
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Recombinant eosinophil peroxidase,
UV-Vis-CD stopped-flow spectroscopy,
Recombinant lactoperoxidase,
Resonance raman spectroscopy,
Chinese hamster ovary cell lines,
Redox chemistry
Im menschlichen Köper gibt es verschiedene Häm-Peroxidasen, die in der unspezifischen Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Laktoperoxidase (LPO) findet man beispielsweise in der Muttermilch, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit. Eosinophile Peroxidase (EPO) kommt in speziellen weißen Blutzellen, den sog. Eosinophilen, in hoher Konzentration vor und wird bei Befall des menschlichen Körpers mit Parasiten ausgeschüttet. Beide Enzyme produzieren durch Oxidation von Halogeniden und Thiocyanat antimikrobiell wirkende Oxidationsmittel. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass beide Proteine an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Laktoperoxidase beispielsweise soll durch Oxidation von Arzneimitteln oder körperfremden Stoffen an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein, während EPO eine wichtige Rolle bei allergischen und chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) zu spielen scheint. Vor allem aufgrund des beschränkten Zugangs zu natürlichen Quellen und die schwierige Reinigung, sind allerdings sowohl die funktionalen als auch strukturellen Eigenschaften von beiden humanen Enzymen weitgehend unbekannt. Basierend auf unserer Erfahrung in der Expression verwandter Proteine in produzierenden Säugetierzelllinien, ist uns kürzlich die gentechnische Herstellung von (rekombinanter) humaner Laktoperoxidase gelungen. Erste Versuche in der Produktion rekombinanter humaner EPO sind ebenfalls vielversprechend. Nach Optimierung der Produktion und Evaluierung alternativer Klonierungsstrategien und Produktionszelllinien sollen beide Oxidoreduktasen in hoher Ausbeute produziert werden. Mit Hilfe dieser Modellprotein können dann erstmals umfangreiche Struktur- Funktionsbeziehungen durch eine Kombination von molekularbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden durchgeführt werden. Mit Hilfe der UV-Vis und Resonanz-Ramanspektroskopie werden Hämstruktur- und Umgebung, sowie Oxidations- und Spinzustand des Hämeisens untersucht. Spektroelektrochemische Untersuchen werden Rückschlüsse auf die Reduktionspotentiale relevanter Redoxpaare erlauben. Mittels Multimixing-Stopped-flow-Spektroskopie in Kombination mit Mutagenese sollen schließlich die Mechanismen der Liganden bzw. Substratbindung im aktiven Zentrum als auch sämtliche Redox-Teilreaktionen des Halogenid- und Peroxidasezyklus aufgeklärt werden. Parallel wird versucht beide Proteine zu kristallisieren und ihre Struktur mittels Röntgenbeugung aufzuklären. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit drei renommierten Gruppen in Italien und Spanien durchgeführt. Diese Forschungen sind nicht nur die notwendige Basis für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Rolle(n) von LPO und EPO, sondern auch für die zukünftige rationale Entwicklung von spezifischen Pharmazeutika.
Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Häm-Peroxidasen, die in der unspezifischen Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Laktoperoxidase (LPO) findet man beispielsweise in der Muttermilch, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit. Eosinophile Peroxidase (EPO) kommt in speziellen weißen Blutzellen, den sog. Eosinophilen, in hoher Konzentration vor und wird bei Befall des menschlichen Körpers mit Parasiten ausgeschüttet. Beide Enzyme produzieren durch Oxidation von Halogeniden und Thiocyanat antimikrobiell wirkende Oxidationsmittel. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass beide Proteine an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Laktoperoxidase beispielsweise soll durch Oxidation von Arzneimitteln oder körperfremden Stoffen an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein, während EPO eine wichtige Rolle bei allergischen und chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) zu spielen scheint. Vor allem aufgrund des beschränkten Zugangs zu natürlichen Quellen und die schwierige Reinigung, sind allerdings sowohl die funktionalen als auch strukturellen Eigenschaften von beiden humanen Enzymen weitgehend unbekannt. Basierend auf unserer Erfahrung in der Expression verwandter Proteine in produzierenden Säugetierzelllinien, ist uns kürzlich die gentechnische Herstellung von (rekombinanter) humaner Laktoperoxidase gelungen. Erste Versuche in der Produktion rekombinanter humaner EPO sind ebenfalls vielversprechend. Nach Optimierung der Produktion und Evaluierung alternativer Klonierungsstrategien und Produktionszelllinien sollen beide Oxidoreduktasen in hoher Ausbeute produziert werden. Mit Hilfe dieser Modellprotein können dann erstmals umfangreiche Struktur- Funktionsbeziehungen durch eine Kombination von molekularbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden durchgeführt werden. Mit Hilfe der UV-Vis und Resonanz-Ramanspektroskopie werden Hämstruktur- und Umgebung, sowie Oxidations- und Spinzustand des Hämeisens untersucht. Spektroelektrochemische Untersuchen werden Rückschlüsse auf die Reduktionspotentiale relevanter Redoxpaare erlauben. Mittels Multimixing-Stopped-flow-Spektroskopie in Kombination mit Mutagenese sollen schließlich die Mechanismen der Liganden bzw. Substratbindung im aktiven Zentrum als auch sämtliche Redox-Teilreaktionen des Halogenid- und Peroxidasezyklus aufgeklärt werden. Parallel wird versucht beide Proteine zu kristallisieren und ihre Struktur mittels Röntgenbeugung aufzuklären. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit drei renommierten Gruppen in Italien und Spanien durchgeführt. Diese Forschungen sind nicht nur die notwendige Basis für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Rolle(n) von LPO und EPO, sondern auch für die zukünftige rationale Entwicklung von spezifischen Pharmazeutika.
Research Output
- 523 Zitationen
- 14 Publikationen
-
2010
Titel Bovine lactoperoxidase – a versatile one- and two-electron catalyst of high structural and thermal stability DOI 10.1002/biot.201000375 Typ Journal Article Autor Banerjee S Journal Biotechnology Journal Seiten 231-243 -
2010
Titel Conformational and thermal stability of mature dimeric human myeloperoxidase and a recombinant monomeric form from CHO cells DOI 10.1016/j.bbapap.2010.09.015 Typ Journal Article Autor Banerjee S Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Proteins and Proteomics Seiten 375-387 -
2010
Titel Structure-Based Design, Synthesis, and Pharmacological Evaluation of 3-(Aminoalkyl)-5-fluoroindoles as Myeloperoxidase Inhibitors DOI 10.1021/jm1009988 Typ Journal Article Autor Soubhye J Journal Journal of Medicinal Chemistry Seiten 8747-8759 Link Publikation -
2009
Titel (–)-Epicatechin enhances the chlorinating activity of human myeloperoxidase DOI 10.1016/j.abb.2009.12.013 Typ Journal Article Autor Kirchner T Journal Archives of Biochemistry and Biophysics Seiten 21-27 -
2009
Titel Redox thermodynamics of lactoperoxidase and eosinophil peroxidase DOI 10.1016/j.abb.2009.11.021 Typ Journal Article Autor Battistuzzi G Journal Archives of Biochemistry and Biophysics Seiten 72-77 -
2008
Titel Kinetic evidence for rapid oxidation of (–)-epicatechin by human myeloperoxidase DOI 10.1016/j.bbrc.2008.04.139 Typ Journal Article Autor Spalteholz H Journal Biochemical and Biophysical Research Communications Seiten 810-813 -
2008
Titel Hypochlorite-modified high-density lipoprotein acts as a sink for myeloperoxidase in vitro DOI 10.1093/cvr/cvn051 Typ Journal Article Autor Marsche G Journal Cardiovascular Research Seiten 187-194 Link Publikation -
2017
Titel Mechanisms of myeloperoxidase catalyzed oxidation of H2S by H2O2 or O2 to produce potent protein Cys-polysulfide-inducing species DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2017.10.384 Typ Journal Article Autor Garai D Journal Free Radical Biology and Medicine Seiten 551-563 -
2018
Titel Pharmacophore-based discovery of 2-(phenylamino)aceto-hydrazides as potent eosinophil peroxidase (EPO) inhibitors DOI 10.1080/14756366.2018.1512598 Typ Journal Article Autor Schuster D Journal Journal of Enzyme Inhibition and Medicinal Chemistry Seiten 1529-1536 Link Publikation -
2018
Titel Myeloperoxidase-catalyzed oxidation of cyanide to cyanate: A potential carbamylation route involved in the formation of atherosclerotic plaques? DOI 10.1074/jbc.m117.801076 Typ Journal Article Autor Delporte C Journal Journal of Biological Chemistry Seiten 6374-6386 Link Publikation -
2012
Titel Isoniazid as a substrate and inhibitor of myeloperoxidase: Identification of amine adducts and the influence of superoxide dismutase on their formation DOI 10.1016/j.bcp.2012.07.020 Typ Journal Article Autor Forbes L Journal Biochemical Pharmacology Seiten 949-960 Link Publikation -
2014
Titel Hybrid molecules inhibiting myeloperoxidase activity and serotonin reuptake: a possible new approach of major depressive disorders with inflammatory syndrome DOI 10.1111/jphp.12236 Typ Journal Article Autor Soubhye J Journal Journal of Pharmacy and Pharmacology Seiten 1122-1132 Link Publikation -
2014
Titel Interactions of hydrogen sulfide with myeloperoxidase DOI 10.1111/bph.12769 Typ Journal Article Autor Pálinkás Z Journal British Journal of Pharmacology Seiten 1516-1532 Link Publikation -
2011
Titel Influence of the Covalent Heme–Protein Bonds on the Redox Thermodynamics of Human Myeloperoxidase DOI 10.1021/bi2008432 Typ Journal Article Autor Battistuzzi G Journal Biochemistry Seiten 7987-7994