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Rekombinante humane Lakto- und Eosinophile Peroxidase

Recombinant human lactoperoxidase and eosinophil peroxidase

Paul Georg Furtmüller (ORCID: 0000-0002-1199-2469)
  • Grant-DOI 10.55776/P20664
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 03.03.2008
  • Projektende 03.03.2011
  • Bewilligungssumme 257.271 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Recombinant eosinophil peroxidase, UV-Vis-CD stopped-flow spectroscopy, Recombinant lactoperoxidase, Resonance raman spectroscopy, Chinese hamster ovary cell lines, Redox chemistry

Abstract Endbericht

Im menschlichen Köper gibt es verschiedene Häm-Peroxidasen, die in der unspezifischen Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Laktoperoxidase (LPO) findet man beispielsweise in der Muttermilch, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit. Eosinophile Peroxidase (EPO) kommt in speziellen weißen Blutzellen, den sog. Eosinophilen, in hoher Konzentration vor und wird bei Befall des menschlichen Körpers mit Parasiten ausgeschüttet. Beide Enzyme produzieren durch Oxidation von Halogeniden und Thiocyanat antimikrobiell wirkende Oxidationsmittel. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass beide Proteine an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Laktoperoxidase beispielsweise soll durch Oxidation von Arzneimitteln oder körperfremden Stoffen an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein, während EPO eine wichtige Rolle bei allergischen und chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) zu spielen scheint. Vor allem aufgrund des beschränkten Zugangs zu natürlichen Quellen und die schwierige Reinigung, sind allerdings sowohl die funktionalen als auch strukturellen Eigenschaften von beiden humanen Enzymen weitgehend unbekannt. Basierend auf unserer Erfahrung in der Expression verwandter Proteine in produzierenden Säugetierzelllinien, ist uns kürzlich die gentechnische Herstellung von (rekombinanter) humaner Laktoperoxidase gelungen. Erste Versuche in der Produktion rekombinanter humaner EPO sind ebenfalls vielversprechend. Nach Optimierung der Produktion und Evaluierung alternativer Klonierungsstrategien und Produktionszelllinien sollen beide Oxidoreduktasen in hoher Ausbeute produziert werden. Mit Hilfe dieser Modellprotein können dann erstmals umfangreiche Struktur- Funktionsbeziehungen durch eine Kombination von molekularbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden durchgeführt werden. Mit Hilfe der UV-Vis und Resonanz-Ramanspektroskopie werden Hämstruktur- und Umgebung, sowie Oxidations- und Spinzustand des Hämeisens untersucht. Spektroelektrochemische Untersuchen werden Rückschlüsse auf die Reduktionspotentiale relevanter Redoxpaare erlauben. Mittels Multimixing-Stopped-flow-Spektroskopie in Kombination mit Mutagenese sollen schließlich die Mechanismen der Liganden bzw. Substratbindung im aktiven Zentrum als auch sämtliche Redox-Teilreaktionen des Halogenid- und Peroxidasezyklus aufgeklärt werden. Parallel wird versucht beide Proteine zu kristallisieren und ihre Struktur mittels Röntgenbeugung aufzuklären. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit drei renommierten Gruppen in Italien und Spanien durchgeführt. Diese Forschungen sind nicht nur die notwendige Basis für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Rolle(n) von LPO und EPO, sondern auch für die zukünftige rationale Entwicklung von spezifischen Pharmazeutika.

Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Häm-Peroxidasen, die in der unspezifischen Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Laktoperoxidase (LPO) findet man beispielsweise in der Muttermilch, im Speichel und in der Tränenflüssigkeit. Eosinophile Peroxidase (EPO) kommt in speziellen weißen Blutzellen, den sog. Eosinophilen, in hoher Konzentration vor und wird bei Befall des menschlichen Körpers mit Parasiten ausgeschüttet. Beide Enzyme produzieren durch Oxidation von Halogeniden und Thiocyanat antimikrobiell wirkende Oxidationsmittel. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass beide Proteine an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Laktoperoxidase beispielsweise soll durch Oxidation von Arzneimitteln oder körperfremden Stoffen an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein, während EPO eine wichtige Rolle bei allergischen und chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) zu spielen scheint. Vor allem aufgrund des beschränkten Zugangs zu natürlichen Quellen und die schwierige Reinigung, sind allerdings sowohl die funktionalen als auch strukturellen Eigenschaften von beiden humanen Enzymen weitgehend unbekannt. Basierend auf unserer Erfahrung in der Expression verwandter Proteine in produzierenden Säugetierzelllinien, ist uns kürzlich die gentechnische Herstellung von (rekombinanter) humaner Laktoperoxidase gelungen. Erste Versuche in der Produktion rekombinanter humaner EPO sind ebenfalls vielversprechend. Nach Optimierung der Produktion und Evaluierung alternativer Klonierungsstrategien und Produktionszelllinien sollen beide Oxidoreduktasen in hoher Ausbeute produziert werden. Mit Hilfe dieser Modellprotein können dann erstmals umfangreiche Struktur- Funktionsbeziehungen durch eine Kombination von molekularbiologischen, biochemischen und biophysikalischen Methoden durchgeführt werden. Mit Hilfe der UV-Vis und Resonanz-Ramanspektroskopie werden Hämstruktur- und Umgebung, sowie Oxidations- und Spinzustand des Hämeisens untersucht. Spektroelektrochemische Untersuchen werden Rückschlüsse auf die Reduktionspotentiale relevanter Redoxpaare erlauben. Mittels Multimixing-Stopped-flow-Spektroskopie in Kombination mit Mutagenese sollen schließlich die Mechanismen der Liganden bzw. Substratbindung im aktiven Zentrum als auch sämtliche Redox-Teilreaktionen des Halogenid- und Peroxidasezyklus aufgeklärt werden. Parallel wird versucht beide Proteine zu kristallisieren und ihre Struktur mittels Röntgenbeugung aufzuklären. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit drei renommierten Gruppen in Italien und Spanien durchgeführt. Diese Forschungen sind nicht nur die notwendige Basis für das Verständnis der physiologischen und pathophysiologischen Rolle(n) von LPO und EPO, sondern auch für die zukünftige rationale Entwicklung von spezifischen Pharmazeutika.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Bodenkultur Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Giulietta Smulevich, University of Florence - Italien
  • Gianantonio Battistuzzi, University of Modena and Reggio Emilia - Italien
  • Ignacio Fita, Spanish National Research Council - Spanien

Research Output

  • 523 Zitationen
  • 14 Publikationen
Publikationen
  • 2010
    Titel Bovine lactoperoxidase – a versatile one- and two-electron catalyst of high structural and thermal stability
    DOI 10.1002/biot.201000375
    Typ Journal Article
    Autor Banerjee S
    Journal Biotechnology Journal
    Seiten 231-243
  • 2010
    Titel Conformational and thermal stability of mature dimeric human myeloperoxidase and a recombinant monomeric form from CHO cells
    DOI 10.1016/j.bbapap.2010.09.015
    Typ Journal Article
    Autor Banerjee S
    Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Proteins and Proteomics
    Seiten 375-387
  • 2010
    Titel Structure-Based Design, Synthesis, and Pharmacological Evaluation of 3-(Aminoalkyl)-5-fluoroindoles as Myeloperoxidase Inhibitors
    DOI 10.1021/jm1009988
    Typ Journal Article
    Autor Soubhye J
    Journal Journal of Medicinal Chemistry
    Seiten 8747-8759
    Link Publikation
  • 2009
    Titel (–)-Epicatechin enhances the chlorinating activity of human myeloperoxidase
    DOI 10.1016/j.abb.2009.12.013
    Typ Journal Article
    Autor Kirchner T
    Journal Archives of Biochemistry and Biophysics
    Seiten 21-27
  • 2009
    Titel Redox thermodynamics of lactoperoxidase and eosinophil peroxidase
    DOI 10.1016/j.abb.2009.11.021
    Typ Journal Article
    Autor Battistuzzi G
    Journal Archives of Biochemistry and Biophysics
    Seiten 72-77
  • 2008
    Titel Kinetic evidence for rapid oxidation of (–)-epicatechin by human myeloperoxidase
    DOI 10.1016/j.bbrc.2008.04.139
    Typ Journal Article
    Autor Spalteholz H
    Journal Biochemical and Biophysical Research Communications
    Seiten 810-813
  • 2008
    Titel Hypochlorite-modified high-density lipoprotein acts as a sink for myeloperoxidase in vitro
    DOI 10.1093/cvr/cvn051
    Typ Journal Article
    Autor Marsche G
    Journal Cardiovascular Research
    Seiten 187-194
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Mechanisms of myeloperoxidase catalyzed oxidation of H2S by H2O2 or O2 to produce potent protein Cys-polysulfide-inducing species
    DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2017.10.384
    Typ Journal Article
    Autor Garai D
    Journal Free Radical Biology and Medicine
    Seiten 551-563
  • 2018
    Titel Pharmacophore-based discovery of 2-(phenylamino)aceto-hydrazides as potent eosinophil peroxidase (EPO) inhibitors
    DOI 10.1080/14756366.2018.1512598
    Typ Journal Article
    Autor Schuster D
    Journal Journal of Enzyme Inhibition and Medicinal Chemistry
    Seiten 1529-1536
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Myeloperoxidase-catalyzed oxidation of cyanide to cyanate: A potential carbamylation route involved in the formation of atherosclerotic plaques?
    DOI 10.1074/jbc.m117.801076
    Typ Journal Article
    Autor Delporte C
    Journal Journal of Biological Chemistry
    Seiten 6374-6386
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Isoniazid as a substrate and inhibitor of myeloperoxidase: Identification of amine adducts and the influence of superoxide dismutase on their formation
    DOI 10.1016/j.bcp.2012.07.020
    Typ Journal Article
    Autor Forbes L
    Journal Biochemical Pharmacology
    Seiten 949-960
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Hybrid molecules inhibiting myeloperoxidase activity and serotonin reuptake: a possible new approach of major depressive disorders with inflammatory syndrome
    DOI 10.1111/jphp.12236
    Typ Journal Article
    Autor Soubhye J
    Journal Journal of Pharmacy and Pharmacology
    Seiten 1122-1132
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Interactions of hydrogen sulfide with myeloperoxidase
    DOI 10.1111/bph.12769
    Typ Journal Article
    Autor Pálinkás Z
    Journal British Journal of Pharmacology
    Seiten 1516-1532
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Influence of the Covalent Heme–Protein Bonds on the Redox Thermodynamics of Human Myeloperoxidase
    DOI 10.1021/bi2008432
    Typ Journal Article
    Autor Battistuzzi G
    Journal Biochemistry
    Seiten 7987-7994

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