Rolle von Vitamin C in der Nitroglycerin-induzierten Gefäßrelaxation
Role of vitamin C in nitroglycerin-induced vasodilation
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
- Ascorbate,
- Bioactivation,
- Ascorbic Acid,
- Nitrate Tolerance,
- Nitroglycerin,
- Aldehyde Dehydrogenase
Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat, GTN) wird seit mehr als 130 Jahren zur Therapie der Koronaren Herzkrankheit eingesetzt. Die klinische Wirkung von GTN und anderen organischen Nitraten beruht auf der Erweiterung von Blutgefäßen. Bei niedriger Dosierung, werden vor allem große Leitungsgefäße (Koronararterien, venöse Kapazitätsgefäße) dilatiert, was zu einer Verbesserung der Durchblutung des Herzens und einer Verminderung der kardialen Vorlast führt. Höhere Dosen bewirken zusätzlich eine Erniedrigung des peripheren Widerstands und des Herzzeitvolumens, was eine Verminderung von diastolischem und systolischem Blutdruck zur Folge hat. Ein zentrales Problem der Nitrat-Therapie ist der Wirkungsverlust bei länger andauernder Applikation von GTN (Nitrat-Toleranz). Auf molekularer Ebene beruht die Wirkung auf enzymatischer und/oder nicht-enzymatischer Bioaktivierung zu Stickstoffmonoxid (NO), das durch Aktivierung der löslichen Guanylat-cyclase vermehrte Bildung von cGMP und damit Gefäßrelaxation auslöst. Das für die Bioaktivierung von GTN wesentliche Enzym ist wahrscheinlich die mitochondriale Isoform der Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH2). Da ALDH2 durch GTN oxidativ inaktiviert wird, ist für die kontinuierliche Reaktion ein reduzierender Kofaktor erforderlich. Die Nitrat- Toleranz beruht möglicherweise auf Depletierung dieses Kofaktors. Wir haben kürzlich entdeckt, dass die GTN-induzierte Gefäßrelaxation durch Vitamin C-Mangel massiv abgeschwächt, die allgemeine Gefäßfunktion dadurch aber kaum beein-trächtigt wird. Diese Daten legen nahe, dass Vitamin C essentiell für die Bioaktivierung von GTN ist und die Nitrat-Toleranz auf Depletierung an vaskulärem Vitamin C beruht. Im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojektes werden wir diese Hypothese überprüfen und dazu den GTN-Metabolismus durch ALDH2 in Vitamin C-defizienten Blutgefäßen und Mitochondrien studieren, wobei Untersuchungen zur Beeinflussung der Kinetik der ALDH2-Inaktivierung/Reaktivierung durch Vitamin C im Vordergrund stehen werden. Den detaillierten molekularen Mechanismus der Enzym-Inaktivierung und Reaktivierung werden wir in Experimenten mit isolierter humaner ALDH2 studieren. Um abzuklären, ob die Applikation von GTN zu Vitamin C-Depletierung führt, werden wir versuchen die - möglicherweise sehr niedrigen - Vitamin C-Spiegel in Blutgefäßen zu messen und mit der GTN-Wirkung zu korrelieren. Außerdem werden wir in Zusammenarbeit mit einer Gruppe in den USA in vivo Blutdruckmessungen an Vitamin C-defizienten Mäusen (L- Gulonolacton-Oxidase knockout) durchführen und dieses genetische Mausmodell für weiterführende Untersuchungen in unserem Labor etablieren. Die vorgeschlagenen Arbeiten sollten wesentliche neue Erkenntnisse über den molekularen Wirkungsmechanismus von GTN und die Entstehung der Nitrat-Toleranz liefern. Die zentrale Rolle von Vitamin C hat vermutlich weitreichende Implikationen für die Nitrat-Therapie von Patienten mit kardiovaskulären aber auch nicht- kardiovaskulären Erkrankungen, die von oxidativem Streß und Vitamin C-Mangel begleitet sind.
Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat, GTN) wird seit mehr als 130 Jahren zur Therapie der Koronaren Herzkrankheit eingesetzt. Die klinische Wirkung von GTN und anderen organischen Nitraten beruht auf der Erweiterung von Blutgefäßen. Bei niedriger Dosierung, werden vor allem große Leitungsgefäße (Koronararterien, venöse Kapazitätsgefäße) dilatiert, was zu einer Verbesserung der Durchblutung des Herzens und einer Verminderung der kardialen Vorlast führt. Höhere Dosen bewirken zusätzlich eine Erniedrigung des peripheren Widerstands und des Herzzeitvolumens, was eine Verminderung von diastolischem und systolischem Blutdruck zur Folge hat. Ein zentrales Problem der Nitrat-Therapie ist der Wirkungsverlust bei länger andauernder Applikation von GTN (Nitrat-Toleranz). Auf molekularer Ebene beruht die Wirkung auf enzymatischer und/oder nicht-enzymatischer Bioaktivierung zu Stickstoffmonoxid (NO), das durch Aktivierung der löslichen Guanylatcyclase vermehrte Bildung von cGMP und damit Gefäßrelaxation auslöst. Das für die Bioaktivierung von GTN wesentliche Enzym ist wahrscheinlich die mitochondriale Isoform der Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH2). Da ALDH2 durch GTN oxidativ inaktiviert wird, ist für die kontinuierliche Reaktion ein reduzierender Kofaktor erforderlich. Die Nitrat- Toleranz beruht möglicherweise auf Depletierung dieses Kofaktors. Wir haben kürzlich entdeckt, dass die GTN-induzierte Gefäßrelaxation durch Vitamin C-Mangel massiv abgeschwächt, die allgemeine Gefäßfunktion dadurch aber kaum beeinträchtigt wird. Diese Daten legen nahe, dass Vitamin C essentiell für die Bioaktivierung von GTN ist und die Nitrat-Toleranz auf Depletierung an vaskulärem Vitamin C beruht. Im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojektes werden wir diese Hypothese überprüfen und dazu den GTN-Metabolismus durch ALDH2 in Vitamin C-defizienten Blutgefäßen und Mitochondrien studieren, wobei Untersuchungen zur Beeinflussung der Kinetik der ALDH2-Inaktivierung/Reaktivierung durch Vitamin C im Vordergrund stehen werden. Den detaillierten molekularen Mechanismus der Enzym-Inaktivierung und - Reaktivierung werden wir in Experimenten mit isolierter humaner ALDH2 studieren. Um abzuklären, ob die Applikation von GTN zu Vitamin C-Depletierung führt, werden wir versuchen die - möglicherweise sehr niedrigen - Vitamin C-Spiegel in Blutgefäßen zu messen und mit der GTN-Wirkung zu korrelieren. Außerdem werden wir in Zusammenarbeit mit einer Gruppe in den USA in vivo Blutdruckmessungen an Vitamin C-defizienten Mäusen (L- Gulonolacton-Oxidase knockout) durchführen und dieses genetische Mausmodell für weiterführende Untersuchungen in unserem Labor etablieren. Die vorgeschlagenen Arbeiten sollten wesentliche neue Erkenntnisse über den molekularen Wirkungsmechanismus von GTN und die Entstehung der Nitrat-Toleranz liefern. Die zentrale Rolle von Vitamin C hat vermutlich weitreichende Implikationen für die Nitrat-Therapie von Patienten mit kardiovaskulären aber auch nicht- kardiovaskulären Erkrankungen, die von oxidativem Streß und Vitamin C-Mangel begleitet sind.
- Universität Graz - 100%
- Nobuyo Maeda, University of North Carolina - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 589 Zitationen
- 22 Publikationen
-
2009
Titel Mechanisms Underlying Activation of Soluble Guanylate Cyclase by the Nitroxyl Donor Angeli’s Salt DOI 10.1124/mol.109.059915 Typ Journal Article Autor Zeller A Journal Molecular Pharmacology Seiten 1115-1122 -
2009
Titel Role of the general base Glu268 in nitroglycerin bioactivation and mechanism-based superoxide formation by aldehyde dehydrogenase-2 DOI 10.1186/1471-2210-9-s1-p72 Typ Journal Article Autor Wenzl M Journal BMC Pharmacology Link Publikation -
2009
Titel Bioactivation of nitroglycerin by the East Asian variant of aldehyde dehydrogenase-2 DOI 10.1186/1471-2210-9-s2-a40 Typ Journal Article Autor Beretta M Journal BMC Pharmacology Link Publikation -
2008
Titel Vascular tolerance to nitroglycerin in ascorbate deficiency DOI 10.1093/cvr/cvn107 Typ Journal Article Autor Wölkart G Journal Cardiovascular Research Seiten 304-312 -
2008
Titel The enigma of nitroglycerin bioactivation and nitrate tolerance: news, views and troubles DOI 10.1038/bjp.2008.263 Typ Journal Article Autor Mayer B Journal British Journal of Pharmacology Seiten 170-184 Link Publikation -
2008
Titel Bioactivation of Nitroglycerin by Purified Mitochondrial and Cytosolic Aldehyde Dehydrogenases* DOI 10.1074/jbc.m801182200 Typ Journal Article Autor Beretta M Journal Journal of Biological Chemistry Seiten 17873-17880 Link Publikation -
2010
Titel Activation of endothelial nitric oxide synthase by the pro-apoptotic drug embelin: Striking discrepancy between nitric oxide-mediated cyclic GMP accumulation and l-citrulline formation DOI 10.1016/j.niox.2010.02.001 Typ Journal Article Autor Schmidt K Journal Nitric Oxide Seiten 281-289 Link Publikation