Wissenschaftsgeschichte und/oder Wissenschaftstheorie?
History and/or Philosophy of Science?
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (40%); Philosophie, Ethik, Religion (60%)
Keywords
-
Modern Philosophy of Science,
Modern History of Science,
Context of Justification,
Context of Discovery,
Logical Empiricism / Analytic Philosophy,
Historical and Pragmatic Turn
Das Ziel des Projektes ist es, die teilweise radikalen Umbrüche und Neuorientierungen in der Wissenschaftsphilosophie im deutschen Sprachraum zwischen 1965 und 1995 zu rekonstruieren. Thematisiert werden die Wende ab den fünfziger Jahren zur Historisierung der Wissenschaftstheorie, die mit Recht als "Megatrend der Philosophie" (Hoyningen-Huene, 2002) in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet wurde sowie die philosophischen Reaktionen auf diese Wende. Das Projekt stellt diese philosophische Konfrontation in ihren historischen Kontext, unter Einbeziehung bisher nicht (Stegmüller) oder nur sporadisch (Popper, Feyerabend) erforschter Nachlassdokumente (Manuskripte, Briefwechsel) und anderer Archivalien. Die Konfrontation zwischen der klassischen, normativen, an den wissenschaftlichen Theorien orientierten Wissenschaftstheorie und der entstehenden deskriptiven, historischen, an der wissenschaftlichen Praxis orientierten Alternative dazu ist der hauptsächliche Gegenstand der Untersuchung. Die im Vordergrund stehenden Philosophen sind einerseits jene, die diese Herausforderung geschaffen haben (Paul Feyerabend, Norwood Russell Hanson, Thomas Kuhn, Stephen Toulmin - in alphabetischer Reihenfolge) andererseits jene, die auf sie reagiert haben: die kritischen Rationalisten (Popper, Lakatos, Albert). Als potentielle Vermittlung zwischen diesen beiden Extremen gilt spezielles Interesse dem (schon seit Ende der zwanziger Jahre von Carnap entwickelten) Programm der rationalen Rekonstruktion und der begrifflichen Explikation. Dieses Programm erfuhr eine grundlegende Reformulierung, in der Konfrontation mit der historischen Herausforderung im Werk von Imre Lakatos sowie insbesondere bei den sogenannten Theorienstrukturalisten (Sneed, Stegmüller, etc.) und den Vertretern des des "semantic view" (Suppes, van Frassen). Das Projekt nimmt als symptomatischen Ausgangspunkt für diese historische Wende das Londoner "Colloquium in the Philosophy of Science" (1965) mit Popper, Kuhn und Lakatos, in dem die klassische an Karl Popper festzumachende normative Konzeption der Wissenschaftstheorie in exemplarischer Weise mit der Herausforderung einer primär deskriptiv-historischen Herangehensweise an die Wissenschaften konfrontiert wurde. Der hier untersuchte Zeitrahmen endet um 1995, als einige der für diese Debatte zentralen Wissenschaftstheoretiker verstarben (Popper, Feyerabend, Lorenzen, Stegmüller und Kuhn).
Das Ziel des Projektes ist es, die teilweise radikalen Umbrüche und Neuorientierungen in der Wissenschaftsphilosophie im deutschen Sprachraum zwischen 1965 und 1995 zu rekonstruieren. Thematisiert werden die Wende ab den fünfziger Jahren zur Historisierung der Wissenschaftstheorie, die mit Recht als "Megatrend der Philosophie" (Hoyningen-Huene, 2002) in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet wurde sowie die philosophischen Reaktionen auf diese Wende. Das Projekt stellt diese philosophische Konfrontation in ihren historischen Kontext, unter Einbeziehung bisher nicht (Stegmüller) oder nur sporadisch (Popper, Feyerabend) erforschter Nachlassdokumente (Manuskripte, Briefwechsel) und anderer Archivalien. Die Konfrontation zwischen der klassischen, normativen, an den wissenschaftlichen Theorien orientierten Wissenschaftstheorie und der entstehenden deskriptiven, historischen, an der wissenschaftlichen Praxis orientierten Alternative dazu ist der hauptsächliche Gegenstand der Untersuchung. Die im Vordergrund stehenden Philosophen sind einerseits jene, die diese Herausforderung geschaffen haben (Paul Feyerabend, Norwood Russell Hanson, Thomas Kuhn, Stephen Toulmin - in alphabetischer Reihenfolge) andererseits jene, die auf sie reagiert haben: die kritischen Rationalisten (Popper, Lakatos, Albert). Als potentielle Vermittlung zwischen diesen beiden Extremen gilt spezielles Interesse dem (schon seit Ende der zwanziger Jahre von Carnap entwickelten) Programm der rationalen Rekonstruktion und der begrifflichen Explikation. Dieses Programm erfuhr eine grundlegende Reformulierung, in der Konfrontation mit der historischen Herausforderung im Werk von Imre Lakatos sowie insbesondere bei den sogenannten Theorienstrukturalisten (Sneed, Stegmüller, etc.) und den Vertretern des des "semantic view" (Suppes, van Frassen). Das Projekt nimmt als symptomatischen Ausgangspunkt für diese historische Wende das Londoner "Colloquium in the Philosophy of Science" (1965) mit Popper, Kuhn und Lakatos, in dem die klassische an Karl Popper festzumachende normative Konzeption der Wissenschaftstheorie in exemplarischer Weise mit der Herausforderung einer primär deskriptiv-historischen Herangehensweise an die Wissenschaften konfrontiert wurde. Der hier untersuchte Zeitrahmen endet um 1995, als einige der für diese Debatte zentralen Wissenschaftstheoretiker verstarben (Popper, Feyerabend, Lorenzen, Stegmüller und Kuhn).
- Universität Innsbruck - 20%
- Universität Wien - 80%
- Allan Janik, Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 3 Zitationen
- 3 Publikationen
-
2014
Titel Kuhn’s notion of scientific progress: “Reduction” between incommensurable theories in a rigid structuralist framework DOI 10.1007/s11229-013-0392-z Typ Journal Article Autor Damböck C Journal Synthese Seiten 2195-2213 Link Publikation