Kritische Edition der Tugendlehre des Robert Cowton
Critical Edition of the Doctrine of Virtues of Robert Cowton
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (60%)
Keywords
-
History of Philosophy,
Scotism,
History of Theology,
Aristotelism,
Ethics,
Augustinism
Projektziel Ziel des Projekts ist die kritische Edition der Tugendlehre (Distinctiones 23-40) im 3. Buch des Sentenzenkommentars von Robert Cowton OFM (ca. 1275 - ca. 1340), der bisher nur handschriftlich überliefert ist. Der Edition wird eine Einleitung mit den üblichen Angaben vorausgeschickt (Beschreibung der Handschriften, Aufklärung ihrer Genealogie mit Stemma, Methode der Textkritik, Ergebnisse der Quellenforschung, Analyse der Struktur des Textes u.a.) Internationale Kooperation Das Projekt wird in Kooperation mit der "Kommission für die Herausgabe ungedruckter Texte aus der mittelalterlichen Geisteswelt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften", München, durchgeführt. Die Bücher 1 und 2 des Sentenzenkommentars von Cowton werden durch die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der genannten Kommission herausgegeben. Der Projektantrag bezieht sich auf die Tugendlehre im 3. Buch und wird als selbständige Publikation in der Reihe der "Veröffentlichungen der Kommission" erscheinen. Die Kosten für die Publikation trägt die Bayerische Akademie. Zu erwartende Ergebnisse Der Sentenzenkommentar Robert Cowtons ist wichtig für die Entstehung des Scotismus in England. O. Lottin hat schon 1954 eine Edition dieses Werks nachdrücklich gefordert. Wie das Studium der einschlägigen Editionen der Werke von Johannes Duns Scotus, Wilhelm von Ockham oder auch Adam Wodeham zeigt, hat sich die Forschung bisher mit dem an der Universität Oxford in den ersten Jahren des 14. Jahrhunderts entstandenen Sentenzenkommentar Cowtons beschäftigt: Mit Duns Scotus setzt sich Cowton direkt auseinander, für Ockham und Wodeham wurde Cowton als Quelle nachgewiesen. Cowton nahm zu seiner Zeit eine so bedeutende Stellung ein, dass der führende Thomist in Oxford, Thomas Sutton, ihn zum Adressaten einer eigenständigen polemischen Schrift machte. Eine Abbreviatio von Cowtons Sentenzenkommentar wurde in England zum Standardtextbuch. Innovative Aspekte Cowton gehört in die zweite Reihe der mittelalterlichen Denker. Die historische Forschung hat aber seit längerem erkannt, dass wir ein Wissen vom Verhältnis der ganz großen Autoren zu ihren Vorgängern, Zeitgenossen und ihrer historischen Wirkung in Schülern und Kritikern brauchen. Wenn wir den Text von Cowton zur Verfügung haben werden, wird das Material zur Verfügung stehen, auf Grund dessen sich die konzeptuelle Eigenleistung wie auch seine Situierung im denkerischen Zusammenhang beurteilen lässt. Projektleitung und -bearbeitung Projektleiter ist Univ.-Prof. DDr. Gerhard Leibold. Sein Kollege Dr. Hans Kraml ist an der Leitung mitbeteiligt. Die Bearbeiterin ist Frau Mag. Sylvia Eibl, die die besten Voraussetzungen für diese Editionsarbeit mitbringt.
Das Ziel des Projekts bestand in der kritischen Edition der Tugendlehre (Distinctiones 23-40) im 3. Buch des Sentenzenkommentars von Robert Cowton OFM (ca. 1275 ca. 1340) anhand der überlieferten handschriftlichen Textzeugen. Der Edition wird eine Einleitung mit den üblichen Angaben vorausgeschickt: Beschreibung der Handschriften, Aufklärung ihrer Genealogie, Methode der Textkritik, Ergebnisse der Quellenforschung, Analyse der Struktur des Textes u.a. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Kommission für die Herausgabe ungedruckter Texte aus der mittelalterlichen Geisteswelt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München, durchgeführt. Die kritische Edition von Buch 3, Dist. 23-40, umfasst das Thema der Tugendlehre und wird als selbständige Publikation in der Reihe der Veröffentlichungen der Kommission erscheinen. Die Kosten für die Publikation trägt die Bayerische Akademie. Die kritische Edition des Sentenzenkommentars als einziges erhaltenes Werk von Robert Cowton gibt Aufschluss über philosophische und theologische Fragestellungen in Oxford, aber auch in Kontinentaleuropa zu Beginn des 14.Jahrhunderts. Sie trägt darüber hinaus zum Verständnis der Einflüsse dieser Epoche auf das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit bei. Das besondere Forschungsinteresse der Edition besteht in der Beleuchtung der Entstehung des Scotismus. Als Zeitgenosse des Duns Scotus beteiligte sich Cowton an den von Scotus angeregten Debatten in seinem Sentenzenkommentar. Cowton selbst war kein Scotist; er versuchte jedoch, die Positionen von Duns Scotus und Thomas von Aquin auf seine eigene Weise zu verbinden. Durch die nun vorliegenden Ergebnisse des Projekts im Verbund mit Forschung an den Texten Thomas Suttons an unserer Partner-Institution, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, erscheinen überdies einige bisher verbreitete Annahmen über die spezielle Beziehung zwischen den Schriften Robert Cowtons und Thomas Suttons in einem neuen Licht. Nachdem über Jahrzehnte hinweg von verschiedenen Forschern die kritischen Edition Cowtons empfohlen und angeregt hatten, hat dieses Projekt sie nun für den zweiten großen Teil des Buchs 3 verwirklicht; erst durch diese kritische Edition werden weiterführende Forschungen über die Tugendlehre Robert Cowtons möglich, da sie nun erstmals einem breiteren Kreis von WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen als Forschungsgrundlage zur Verfügung steht.
- Universität Innsbruck - 100%