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Griechische Vasen in Innsbruck II

Greek Vases in Innsbruck II

Brinna Otto (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P23041
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2011
  • Projektende 31.03.2016
  • Bewilligungssumme 176.650 €

Wissenschaftsdisziplinen

Erziehungswissenschaften (4%); Geschichte, Archäologie (90%); Informatik (3%); Kunstwissenschaften (3%)

Keywords

    Corpus Vasorum Antiquorum, Innsbruck, Griechische Vasen, Tiroler Landsmuseum Innsbruck, Archäoloigsches Museum Innsbruck, CVA

Abstract Endbericht

Ziel des beantragten Projektes ist die wissenschaftliche Analyse von 505 Keramikgefäßen und -fragmenten aus öffentlichen und privaten Sammlungen antiker Vasen in Innsbruck. Das Projekt stellt eine Fortsetzung des Vorgängerprojektes "Griechische Vasen in Innsbruck" (P 16673) dar. Zur ursprünglichen Materialbasis kommen weitere 53 bisher unbekannte Vasen und Vasenfragmente zur Bearbeitung, die größtenteils aus korinthischer und süditalisch rotfiguriger Produktion stammen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurden am Innsbrucker Archäologischen Institut griechische Vasen zu Studienzwecken gesammelt. Der Charakter einer Lehrsammlung von "Stilproben" ist durch das breit gefächerte Material an mykenischer, griechisch geometrischer, korinthischer, attisch schwarz- und rotfiguriger und italiotischer Keramik gekennzeichnet. Nur ein kleiner Teil dieser Vasen und Fragmente ist bisher veröffentlicht oder verschiedenen Malern, Werkstätten oder einem Stil zugeordnet. In einigen Fällen sind Restaurierungsmaßnahmen notwendig. Die wissenschaftliche Dokumentation der Gefäße wird nach den Richtlinien des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA) ausgeführt. Die Publikationsreihe des CVA veröffentlicht, nach Ländern und Museen bzw. Sammlungen aufgeteilt, antike Vasen und hat bisher mehr als 350 Bände aus 26 Ländern herausgebracht. Das Material wird nach Warengattungen geordnet und nach feststehenden Bearbeitungskriterien untersucht wie z. B. Maße, Herstellungsspuren, Gebrauchsspuren, die Beschreibung der figürlichen und ornamentalen Verzierung, weiters die graphische Dokumentation einschließlich der Darstellung von sog. Vorzeichnungen -flüchtig geritzte Skizzen des Vasenmalers vor der Bemalung, Graffitis sowie die Ermittlung des Gewichts und des Gefäßvolumens. Die Ergebnisse der Vergleichsstudien und eventuelle Zuweisungen zu Stil, Werkstatt oder Maler werden im wissenschaftlichen Kommentar mit Literaturhinweisen für jedes einzelne Stück verfaßt. Weiters ist eine umfangreiche photographische Dokumentation der Gefäßformen und der figürlichen und ornamentalen Verzierung wesentlicher Bestandteil eines Corpusbandes. Ein innovativer Ansatz hinsichtlich der Auffindung von durch im Kunstmarkt verstreuten Vasenfragmenten (disiecta membra) ist durch die Kollaboration mit einer Forschergruppe von Informatikern gegeben. Dabei sollen 3D-Scans der Innsbrucker Vasenfragmente Ergebnisse liefern, deren Vergleich mit den Daten aus anderen Sammlungen Anpassungen von Fragmenten qualitätvoller Vasen ermöglichen. Bisher sind zwei Vasensammlungen bekannt, in denen einzelne anpassende Fragmente mit Stücken aus der Innsbrucker Sammlung entdeckt werden konnten: das Ella Riegel Memorial Museum in Pennsylvania und das Museo Civico in Mailand. Weiters ermöglicht die Anwendung eines 3D-Scanners die Erstellung von Abrollungen, die ein graphisches Einsetzen der Vorzeichnungsgraphiken von figürlichen Friesen erleichtert. Die Ergebnisse dieser Studie sollen in zwei Bänden des Corpus Vasorum veröffentlicht werden.

Ziel dieses Projektes war die wissenschaftliche Bearbeitung und Publikation von 506 griechischen Vasen und Vasenfragmenten aus verschiedenen öffentlichen und privaten Vasensammlungen in Innsbruck. Der Großteil der untersuchten Gefäße stammt aus der Originalsammlung des Innsbrucker Archäologischen Instituts, 45 Vasen stammen aus den Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, weitere 48 Stücke stammen aus Innsbrucker Privatsammlungen. Das breit gefächerte Fundmaterial umfasst die Keramik mykenischer und geometrischer Zeit, Gefäße korinthischer Produktionen, attisch schwarz- und rotfigurige Keramik wie auch Beispiele griechisch unteritalischer und italisch indigener Gefäße. Von Beginn des 20. Jahrhunderts an wurden griechische Vasen bzw. Vasenfragmente von Universitätsprofessoren für Unterrichtszwecke als "Stilproben" gesammelt. Zahlreiche mykenische und geometrische Gefäße bzw. Gefäßfragmente sind im Museumsinventar des Archäologischen Instituts als Ankäufe in Griechenland oder auch als Schenkungen des "Central-Museums, des heutigen Athener Nationalmuseums verzeichnet, die zu einem großen Teil aus Grabungen Schliemanns in Mykene oder Tiryns stammen. Im Jahr 1903 wurde von Prof. Franz Winter beim römischen Kunsthändler Ludwig Pollak ein größeres Scherbenkonvolut vorwiegend attisch rotfiguriger Fragmente erworben. Darunter befinden sich zahlreiche Schalenfragmente, die erstklassigen Vasenmalern der archaischen und klassischen Zeit zugeschrieben werden konnten, z. B. Apollodoros, Berliner Maler, Onesimos, Douris, Makron, Brygos Maler, Maler der Pariser Gigantomachie, Eucharides Maler, Euaion Maler, Hermonax oder Polygnotos. Die Veröffentlichung von bisher unbekannten figürlich bemalten Vasen oder Vasenfragmenten wie auch ihre Zuweisung an individuelle Malerhände oder Werkstätten stellt einen wichtigen Beitrag zur antiken Künstlergeschichte und zur Rekonstruktion von Künstlerouvres in der Vasenforschung dar. Auch können dadurch ursprünglich durch den früheren Kunstmarkt in verschiedene Sammlungen verstreute Fragmente eines einzigen Gefäßes wieder zusammengefunden werden. Die graphische Dokumentation von Vorzeichnungen bzw. Ritzungen, mit welchen der Maler die Figuren und zum Teil auch die Ornamente auf dem Bildfeld skizziert hat, wurden nicht nur für vollständige Gefäße, sondern auch für sämtliche Vasenfragmente der attisch rotfigurigen Keramik angefertigt. Diese zusätzlichen Informationen ergeben weitere Hinweise in Bezug auf die Identifizierung der individuellen Handschrift einzelner Vasenmaler. Auch konnten im Rahmen des Projektes zusätzlich zu schon früher bekannten Fällen zwei neue Gegenstücke (disiecta membra) attisch rotfiguriger Scherben zu Innsbrucker Fragmenten entdeckt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 1 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Il santuario di Demetra ad Eraclea: offerte votive e aspetti cultuali.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Gertl V
    Konferenz M. Osanna - G. Zuchtriegel (Hrsg.), Amfi seirios roas. Nuove ricerche su Eraclea e la Siritide (Venosa 2012)

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