Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Flavin Mononucleotide,
Lux Operon,
Luciferase,
Luxf,
Light Emission,
Photobacteria
Die Lichtemission durch Lebewesen (Biolumineszenz) ist ein faszinierender Prozess, der bei vielen verschiedenartigen Organismen, wie Bakterien, Pilzen, Insekten, Fischen und Würmern beobachtet wird. In allen Fällen ist die Biolumineszenz das Resultat einer chemilumineszenten Reaktion, bei der chemische Energie in Lichtenergie umgewandelt wird. Obwohl die Natur dieser Reaktionen sehr unterschiedlich ist, werden sie in sämtlichen biolumineszenten Spezies durch ein als Luciferase bezeichnetes Protein katalysiert. Das Enzym bedient sich eines sogenannten Luciferins, eine Art Koenzym für die chemilumineszente Reaktion, um einen angeregten Zustand zu generieren, der unter Emission von Licht in den Grundzustand relaxiert. In unserem geplanten Forschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der Biolumineszenz von Meeresbakterien. Diese besitzen eine alpha/beta heterodimere Luciferase, die reduziertes Flavinmononukleotid (FMN) als Luciferin verwendet. Das enzym-gebundene reduzierte FMN reagiert in der Folge mit molekularem Sauerstoff zu einem reaktiven Hydroperoxid welches anschliessend einen lang-kettigen Aldehyd, z. B. Tetradekanal, zur korrespondieren Fettsäure oxidiert. Im Zuge dieser Oxidation wird der angeregte Zustand eines FMN-Derivates erzeugt, der Licht mit einem Maximum von ca. 490 nm emittiert. Einige Meeresbakterien aus der Gattung Photobacterium besitzen ein zusätzliches Gen, luxF, welches homolog zur beta-Untereinheit der Luciferase ist. Das luxF Protein bindet interessanterweise ein myristyliertes Flavinaddukt das eine kovalente Verknüpfung zwischen der Fettsäure und dem Flavinring aufweist. Bislang geht man davon aus, dass dieses Flavinaddukt als Nebenprodukt in der Luciferasereaktion entsteht. Zudem wird vermutet, dass LuxF dieses Addukt abfängt und damit die Inhibition der Luciferase verhindert. Keine dieser beiden Annahmen wurden allerdings bislang experimentell untersucht und daher gilt unser besonderes Interesse der Aufklärung der Reaktionen, die zur Bildung des myristylierten Flavinadduktes führen und der möglichen Beziehung zur Luciferasereaktion. Mit diesem Ansatz erwarten wir einen entscheidenen Beitrag zum besseren Verständnis der molekularen Prozesse biolumineszenter Reaktionen leisten zu können.
Die Lichtemission durch Lebewesen (Biolumineszenz) ist ein faszinierender Prozess, der bei vielen verschiedenartigen Organismen, wie Bakterien, Pilzen, Insekten, Fischen und Würmern beobachtet wird. In allen Fällen ist die Biolumineszenz das Resultat einer chemilumineszenten Reaktion bei der chemische Energie in Lichtenergie umgewandelt wird. Obwohl die Natur dieser Reaktionen sehr unterschiedlich ist, werden sie in sämtlichen biolumineszenten Spezies durch ein als Luciferase bezeichnetes Enzym katalysiert. Das Enzym bedient sich eines sogenannten Luciferins um einen angeregten Zustand zu generieren, der unter Emission von Licht in den Grundzustand zurückkehrt. In dem durchgeführten Forschungsprojekt beschäftigten wir uns mit der Biolumineszenz von Meeresbakterien. Diese besitzen eine Luciferase, die reduziertes Flavinmononukleotid (FMN) als Luciferin verwendet. Das enzym-gebundene reduzierte FMN reagiert in der Folge mit molekularem Sauerstoff zu einem reaktiven Hydroperoxid welches anschließend einen lang-kettigen Aldehyd, z. B. Tetradekanal, zur korrespondieren Fettsäure oxidiert. Im Zuge dieser Oxidation wird der angeregte Zustand eines FMN-Derivates erzeugt, der blaues Licht mit einem Maximum von ca. 490 nm emittiert. Einige Meeresbakterien aus der Gattung Photobacterium besitzen ein zusätzliches Gen, luxF. Das LuxF Protein bindet interessanterweise ein myristyliertes Flavinaddukt (myrFMN) das eine kovalente Verknüpfung zwischen der Fettsäure und dem Flavinring aufweist. In unserem Forschungsprojekt konnten wir nun zeigen, dass dieses Flavinaddukt als Nebenprodukt in der Luciferasereaktion entsteht. Die Anreicherung dieser ungewöhnlichen Verbindung führt zudem zu einer Inhibierung der Luciferase und damit lässt die Leuchtkraft der Bakterien mit der Zeit nach. Um dies zu verhindern produzieren die Bakerien zusätzlich das LuxF Protein, welches das myrFMN abfängt und damit dauerhaft die Leuchtkraft der Bakterien erhält. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die hellsten Leuchtbakterien alle über das LuxF Protein verfügen. Daher haben unsere Untersuchungen auch einen Beitrag zum besseren Verständnis der Evolution von biolumineszenten Meeresbakterien geleistet.
- Technische Universität Graz - 100%
Research Output
- 42 Zitationen
- 5 Publikationen
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2015
Titel Structural and biochemical properties of LuxF from Photobacterium leiognathi DOI 10.1016/j.bbapap.2015.07.008 Typ Journal Article Autor Bergner T Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Proteins and Proteomics Seiten 1466-1475 -
2017
Titel Evidence for the generation of myristylated FMN by bacterial luciferase DOI 10.1111/mmi.13676 Typ Journal Article Autor Tabib C Journal Molecular Microbiology Seiten 1027-1036 Link Publikation -
2018
Titel In Situ Measurement and Correlation of Cell Density and Light Emission of Bioluminescent Bacteria DOI 10.3791/57881 Typ Journal Article Autor Brodl E Journal Journal of Visualized Experiments : JoVE Seiten 57881 Link Publikation -
2018
Titel In Situ Measurement and Correlation of Cell Density and Light Emission of Bioluminescent Bacteria DOI 10.3791/57881-v Typ Journal Article Autor Brodl E Journal Journal of Visualized Experiments Link Publikation -
2017
Titel Synthesis of a,ß-unsaturated aldehydes as potential substrates for bacterial luciferases DOI 10.1016/j.bmc.2017.01.013 Typ Journal Article Autor Brodl E Journal Bioorganic & Medicinal Chemistry Seiten 1487-1495 Link Publikation