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Alexander Conze in Wien (1869-1877)

Alexander Conze in Vienna (1869-1877)

Karl Reinhard Krierer (ORCID: 0000-0002-1721-4545)
  • Grant-DOI 10.55776/P24419
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2012
  • Projektende 31.01.2016
  • Bewilligungssumme 237.413 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (80%)

Keywords

    Achaeology, History Of Humanities Scholars, Biographical Sources, 19th century, Classical And Ancient Studies, University And The Humanties

Abstract Endbericht

Alexander Conze (1831-1914) kann mit Recht als Vater der Klassischen Archäologie in Österreich bezeichnet werden. Er war die entscheidende Persönlichkeit bei der Gründung dieser akademischen Disziplin in Österreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und sein Einfluss auf das Gebiet ist noch heute wirksam. Sein Verständnis von Archäologie war von von einem breit gefächerten Interesse geleitet. Conzes Werk, besonders seine Vorlegeblätter für archaeologische Uebungen (1869-1877), wurde vielfach und in ganz Europa über Jahrzehnte verwendet, und seine Publikationen zur antiken Kunst wie Die attischen Grabreliefs I-IV (1893-1922) sind noch heute als Forschungsliteratur von entscheidender Bedeutung. Sein Beitrag zur Erforschung der Archäologie der Römerzeit in der k.k. Österreichisch-Ungarischen Monarchie war beträchtlich. Conze war auch der Begründer der Archaeologisch-epigraphischen Mittheilungen aus Oesterreich, der ersten wissenschaftlichen Zeitschrift ihrer Art für die österreichische Archäologie. Als Universitätslehrer hat Conze Generationen von Studierenden geprägt. Er plante, begründete und baute zu Lehrzwecken eine archäologische Schausammlung aus antiken Originalen und Gipsabgüssen nach antiken Skulpturen auf. Auf Conzes Initiative geht die Gründung des ersten Universitätsinstituts für Klassische Archäologie, Altertumskunde und Epigraphik der Universität Wien zurück, das "Archaeologisch- Epigraphische Seminar". Als Feldarchäologe war er ein Wegbereiter für die Tradition österreichischer Ausgrabungen im Ausland. Als ein Kommunikator und Förderer der Archäologie überschritt er immer wieder die wissenschaftlichen Grenzen der Universität in den öffentlichen Raum, was seine zahllosen Beiträge für die Presse und seine öffentlichen Vorträge beweisen, welche die Aufmerksamkeit und das Interesse weiter Kreise für seine Sache bewirkten. Trotz seiner immensen Bedeutung überrascht es, dass bisher noch keine biographische Studie über Alexander Conze erschienen ist. Dieses Projekt wird ein solches Desideratum in Angriff nehmen. Vor dem Hintergrund der Geschichte der Archäologie und Altertumskunde werden Werke und originale Textdokumente verschiedenster Art und Provenienz von und über Conze eingehend untersucht. Darüber hinaus wird das Projekt auch einen Beitrag zu einem Prozess der Selbstreflexion heutiger österreichischer Archäologie leisten. Conze ist von grundlegender Bedeutung in Bezug auf die gegenwärtige archäologische Forschung; seine fundamentalen Leistungen bilden daher das Leitmotiv dieser Analyse, die zeigen wird, wie diese unsere zeitgenössische Disziplin bestimmt haben.

In der Anfangsphase des Projekts standen die Recherche und die Erwerbung des projektdienlichen originalen Archivmaterials im Vordergrund. In der Folge konnten 29 Archive namhaft gemacht werden, in denen sich offizielle Dokumente und insbesondere Korrespondenzen von und an Alexander Conze befinden, welche für das Projekt angeschafft wurden. Diese wurden während der Projektzeit - schon im Hinblick auf die Gesamtpublikation der Projektergebnisse - zu einem erheblichen Teil im vollen Wortlaut transkribiert, von einigen wurden Regesten angefertigt. Sehr bald wurde es dadurch möglich, zu einzelnen Aspekten von Alexander Conzes Leistungen für die Archäologie ins Detail gehende, kleinere separate Beiträge zu verfassen und zu publizieren. Diese erbrachten viele Einblicke in das wissenschaftliche Netzwerk, das Conze sich schon seit seiner Studienzeit erarbeitet hatte und in das er bestens eingebunden war, und welches er für seine Zwecke konsequent genutzt hat. Um dieses, sich als äußerst wichtig erweisende Thema umfassend zu vertiefen, wurde im Jahr 2014 eine international besetzte Tagung mit dem Titel "Netzwerke der Altertumswissenschaften im 19. Jahrhundert" veranstaltet, deren Beiträge 1916 im Druck vorliegen. Parallel zur Sammlung und Auswertung der Archivmaterialien wurde eine vollständige Zusammenstellung der etwa 300 Publikationen von Alexander Conze erarbeitet und komplett in digitaler Form angelegt. Sie spiegeln Conzes wissenschaftliches Schaffen genauso wider wie sein Bemühen, durch Beiträge in Zeitungen für seine archäologischen Anliegen Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Kernstück des Archivmaterials ist eine immense Anzahl von Briefen Alexander Conzes mit zahlreichen Korrespondenzpartnern, darunter so berühmte Namen wie die Theodor Mommsens, Heinrich Schliemanns, Wilhelm von Bodes und Rudolf von Eitelbergers, die uns direkte Einblicke in Conzes Denk- und Arbeitsweise ermöglichen, und die sich auf alle Bereiche seines Wirkens im Sinne des Faches Archäologie beziehen. Für die Zeit seiner Professur an der Universität Wien zählen zu den hervorragenden Projekten Conzes der Aufbau des kunstarchäologischen Teils der Sammlung an der Akademie der bildenden Künste in Wien, die Publikation von sogenannten archäologischen Vorlegeblättern als Anschauungsmaterial für den Unterricht im Universitätshörsaal, die Vorbereitungsarbeiten für das großangelegte Publikationsprojekt "Corpus der attischen Grabreliefs", die Durchführung der archäologischen Expeditionen und Ausgrabungen auf der Insel Samothrake mit anschließender Publikation, die Veröffentlichung "Römische Bildwerke einheimischen Fundorts in Österreich" mit den Ergebnissen seiner Forschungsreisen in die Provinzen der österreichischen Monarchie, schließlich die Gründung eines eigenen Institutes an der Universität Wien, des "Archaeologisch-epigraphischen Seminars", und der ersten einschlägigen Fachzeitschrift Österreichs, den "Archaeologisch-epigraphischen Mittheilungen aus Oesterreich". Diese genannten Sachbereiche sind Gegenstand der in Arbeit befindlichen Projektpublikation, die unter der Herausgeberschaft des Projektleiters Texte mehrerer Mitarbeiter/innen sowie eine Teiledition einer Auswahl des Archivmaterials umfassen wird.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Uta Dirschedl, Deutsches Archäologisches Institut - Deutschland
  • Daniel Graepler, Georg-August-Universität Göttingen - Deutschland
  • Veit Stürmer, Humboldt-Universität zu Berlin - Deutschland
  • Robert Oberheid, Ruhr-Universität Bochum - Deutschland
  • Suzanne L. Marchand, Louisiana State University - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Raimund Karl, Prifysgol Bangor University - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 2 Zitationen
  • 6 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Alexander Conze in der Steiermark.
    Typ Book Chapter
    Autor E. Trinkl (Hrsg.)
  • 2016
    Titel Alexander Conze in Wien (1869-1877).
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Friedmann I
    Konferenz Grabherr - B. Kainrath (Hrsg.), Akten des 15. Österreichischen Archäologentages in lnnsbruck 27. Februar - 1. März 2014, lKARUS 9 (lnnsbruck 2016)
  • 2015
    Titel Die Archaeologisch-Epigraphischen Mittheilungen aus Oesterreich (1877–1897)
    DOI 10.14220/9783847103264.239
    Typ Book Chapter
    Autor Krierer K
    Verlag Brill Deutschland
    Seiten 239-258
  • 2016
    Titel Post aus Samothrake. Briefe von und zu den Grabungskampagnen Alexander Conzes 1873 und 1875.
    Typ Book Chapter
    Autor F. Blakolmer U. A.
  • 2016
    Titel Alexander Conze und Heinrich Schliemann.
    Typ Journal Article
    Autor Krierer Kr
    Journal Mitteilungen aus dem Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen,
  • 2013
    Titel Die Conze-Medaille. Ausgewählte Schriftstücke aus dem Nachlass von Wilhelm Gurlitt im Universitätsarchiv der Karl-Franzens-Universität Graz.
    Typ Book Chapter
    Autor Krierer Kr

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