Bildbegriff. Eine Begegnung von Theologie und zeitgenössischer Bildwissenschaft
The Notion of Image. Towards an Encounter of Theology and Bildwissenschaft
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (20%); Philosophie, Ethik, Religion (80%)
Keywords
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Art,
Visual Culture,
Theology,
Theological Theory Of Cognition,
Image Theory,
Arts-Based Research
Das Projekt beschreibt ein ganz bestimmtes Verständnis, unter schwerpunktmäßig angewandten bildtheoretischen bzw. bildwissenschaftlichen Überlegungen Theologie zu betreiben. Das Projekt beginnt zunächst mit einer Analyse der vielfältigen Vorschläge, die sich sowohl aus den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich zu einer möglichen Bildwissenschaft versammeln, als auch aus der Bandbreite von unterschiedlichen Bildarten ergeben, um daraus eine überzeugende These für die Anwendung für genuin theologische Fragestellungen zu gewinnen. Obwohl bereits die Bilderhöhlen des Jungpaläolithikums von einer ausgereiften menschlichen Bildpraxis zeugen, stammt die erste und ungemein einflussreiche Bildtheorie erst von Plato, der in seiner Ideenlehre jedes sinnliche Ding als Abbild aufgrund von seiner Teilhabe an einem Urbild erklärte. Mit der Neuzeit tauchen neue Rahmenbedingungen für die Erarbeitung eines Bildbegriffes auf. Es vollzieht sich auf der bildpraktischen Ebene jener Übergang, der aus Bildern, die in einem kultischen Umfeld agieren, Bilder, die sich zunehmend innerhalb eines Kunstmarktes zu bewähren haben, aus Kultbildern werden Kunstbilder. Nach einer Sondierung dieser Möglichkeiten wird sich das Projekt auf eine idealtypisch untermauerte Dreiteilung beschränken, dabei handelt es sich um die Unterscheidung zwischen einer semiotisch orientierten, einer phänomenologisch bzw. wahrnehmungstheoretisch orientierten und einer performanzorientierten Herangehensweise. Nach der Klärung dieser unterschiedlichen bildwissenschaftlichen Positionen und der Erarbeitung einer gut begründeten eigenen These innerhalb dieser außertheologischen Felder, wird das Projekt dann auf dieser Grundlage fünf theologische Erscheinungsfelder diskutieren, die in unterschiedlicher Intensität miteinander verwobenen und biblischen Ursprungs sind und die nun unter Zuhilfenahme der erarbeiteten Neuerungen in systematisch- theologischer Perspektive entfaltet werden. Diese fünf Felder - das Bilderverbot, die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, Jesus als Bild des unsichtbaren Vaters, das Auge als Lampe des Körpers und die Blindenheilung - fragen unter anderem, ob illusionistische Bilder im theologischen Bereich abstrahierenden vorzuziehen seien und ob der Begriff "Bild" besser als die oftmals bevorzugte "Ähnlichkeit" für eine Diskussion der Gottesebenbildlichkeit heranzuziehen sei. Die synonyme neutestamentliche Verwendungsweise von doxa und eikon steht ebenso zur Disposition wie die Überwindung des Ausfalls des Auges als Weltaneignungsorgan durch die Blindenheilungen. In seiner interdisziplinären Ausrichtung bietet das Projekt neue, auf das Thema bezogene Einsichten und macht sich dabei die in jüngster Vergangenheit entwickelten Methoden einer Recherche "on the arts","for the arts" und "in the arts" zunutze, die unter dem Titel "Arts-based Research" diskutiert wurden.
- Universität Salzburg - 100%