Neuartig, verzweigte Polyphosphazene für Biomedizinische Anwendungen
Novel, biodegradable, multi-arm polyphosphazenes for biomedical applications
Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (60%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%)
Keywords
-
Macromolecular drug-delivery,
Polyphosphazenes,
Chemotherapy,
Chemotherapy,
Biodegradable polymers,
Anti-Cancer Drugs
Der erste Teil dieses Projektes umfasst das Design und die Synthese neuartiger Verbindungen auf der Basis von Polyphosphazenen. Bei Polyphosphazenen handelt es sich um eine sehr vielseitige, flexible, strukturell jedoch bisher relativ unterentwickelte Gruppe der anorganisch-organischen Polymere. Aus diesem Grund sollen mittels der neuentwickelten, lebenden kationischen Polymerisation Polyphosphazene mit maßgeschneiderten und neuartigen Architekturen wie verzweigte Polymere, Sternpolymere, asymmetrisch substituierte Sternpolymere ("Miktoarm- Sternpolymere") sowie vernetzte Mizellen synthetisiert werden. Derartige Polymerarchitekturen sind insbesondere relevant für ihre Anwendung als makromolekulare Wirkstoffträger, da die Größe und Struktur des Makromoleküls die Verteilung des Moleküls im Körper entscheidend beeinflusst. Aufbauend auf unsere vorausgehende Arbeit sollen Polyphosphazene mit definierten Architekturen, Biokompatibilität und Bioabbaubarkeit maßgeschneidert werden. Materialien mit definierten Strukturen erlangten im Bereich des Transports von Krebsmedikamenten große Bedeutung, da die Akkumulation des Wirkstoffes im Tumor erheblich gesteigert und folglich die starken Nebenwirkungen der Therapie reduziert werden können. Deshalb beinhaltet der zweite Teil des Projektes die Kopplung von bekannten und neuen organometallischen Chemotherapeutika an die funktionalisierten Polyphosphazen-Wirkstoffträger sowie die Charakterisierung dieser Polymer-Wirkstoff-Konjugate. Hierfür werden von der Gruppe von B. Kepler der Universität Wien moderne auf Platin- und Ruthenium basierte Krebswirkstoffe synthetisiert und an die Polymere gebunden. Im dritten Teil dieses Projektes werden daraufhin die dargestellten Polymer-Wirkstoff-Konjugate von der Gruppe von W. Berger der Medizinische Universität Wien in vitro getestet. Dazu gehört die Untersuchung der Aktivität gegenüber Tumorzellen, die Biokompatibilität sowie die Aufnahme und Verteilung der neuen Verbindungen in den Zellen. Schließlich sollen die Polymer-Wirkstoff-Konjugate mit den viel versprechendsten Ergebnissen auch in vivo untersucht werden. Unser Forschungsprojekt besitzt ein großes Potential für die Entwicklung von maßgeschneiderten Polymertherapeutika und ermöglicht die Synthese von neuartigen, definierten und multifunktionellen Materialien für einen spezifischen, verbesserten Wirkstofftransport.
Das Ziel dieses Projekts war es, degradierbare synthetische Polymere als Wirkstoffträger in der Tumortherapie zu entwickeln. In den letzten Jahren wurde von vielen Forschungsgruppen gezeigt, dass Makromoleküle verwendet werden können, um die Biodistribution von typischen niedermolekularen Wirkstoffen zu verbessen, sprich ein höherer Anteil des Wirkstoffs wird zum benötigten Ort transportiert. Jedoch sind die meisten Standard (Kohlenstoff basierenden) Polymere nicht in dem benötigten Zeitrahmen abbaubar, was zu deren Anreicherung im Körper führt. Andererseits sind viele Biopolymere schwer in erforderlicher Art zu synthetisieren und/oder zu manipulieren. Aus diesem Grund wurde im ursprünglichen Antrag beabsichtigt, eine Serie von Wirkstoffträgern basierend auf einer viel weniger bekannten Gruppe von synthetischen anorganischen Polymeren mit einem Rückgrat bestehend aus Phosphor und Stickstoff, nämlich Polyphosphazenen, zu entwickeln. In diesem Projekt zeigten wir, dass es möglich ist, wasserlösliche Versionen dieser Polymere herzustellen, deren Abbauraten auf die beabsichtigte Anwendung zugeschnitten wurden, sprich stabil für den Wirkstoffzufuhrprozess sind, aber anschließend abbauen und schnell vom Körper ausgeschieden werden können. Ein weiterer signifikanter Erfolg war die Entwicklung neuer Polymerisationsmethoden, die die Synthese von Polyphosphazenen in einer kontrollierten und angemessenen Weise ermöglichen, wie es von solchen pharmazeutischen Anwendungen verlangt wird. Diese neu entwickelten Methoden erlauben die Größe und Form der Polymere genau einzustellen, ein höchstwichtiger Faktor um die Biodistribution der Polymerträger zu bestimmen. Dies war zuvor für diese Familie von Phosphor-basierenden Polymeren nicht möglich. Gesondert wurden neue Platin und Ruthenium basierende Wirkstoffe entwickelt, welche mit den makromolekularen Trägern gekoppelt werden konnten. Die Konjugate wurden so konzipiert, dass sie die Wirkstoffe nur innerhalb der Tumorzellen freisetzen, um die anderenfalls vorkommenden Nebenwirkungen potentiell zu reduzieren. Studien haben gezeigt, dass sich ein bemerkenswerter 30-facher Anstieg bei der Zellaufnahme des Konjugats verglichen mit kleinen Molekülen zeigt, mit dem die Aktivität der Wirkstoffe parallel auch ansteigend ist. In-vivo-Tests an Mäusen wurden durchgeführt, um die Effizienz der neu hergestellten Träger im Prinzip zu bestätigen, wenngleich auch weitere Optimierungen erforderlich sind, um diese Materialien als klinische Pharmazeutika zu entwickeln.
- Universität Linz - 42%
- Medizinische Universität Wien - 25%
- Universität Wien - 33%
- Walter Berger, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Bernhard Klaus Keppler, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 493 Zitationen
- 11 Publikationen
-
2014
Titel Chain-End-Functionalized Polyphosphazenes via a One-Pot Phosphine-Mediated Living Polymerization DOI 10.1002/marc.201400114 Typ Journal Article Autor Wilfert S Journal Macromolecular Rapid Communications Seiten 1135-1141 Link Publikation -
2014
Titel Thermoresponsive Polyphosphazene-Based Molecular Brushes by Living Cationic Polymerization DOI 10.1002/masy.201450314 Typ Journal Article Autor Wilfert S Journal Macromolecular Symposia Seiten 116-123 Link Publikation -
2016
Titel Thiomaltol-Based Organometallic Complexes with 1-Methylimidazole as Leaving Group: Synthesis, Stability, and Biological Behavior DOI 10.1002/chem.201603206 Typ Journal Article Autor Hackl C Journal Chemistry – A European Journal Seiten 17269-17281 Link Publikation -
2016
Titel Polyphosphazene Based Star-Branched and Dendritic Molecular Brushes DOI 10.1002/marc.201600057 Typ Journal Article Autor Henke H Journal Macromolecular Rapid Communications Seiten 769-774 Link Publikation -
2016
Titel Biodegradable Polyphosphazene Based Peptide-Polymer Hybrids DOI 10.3390/polym8040161 Typ Journal Article Autor Linhardt A Journal Polymers Seiten 161 Link Publikation -
2017
Titel Synthesis and in vivo anticancer evaluation of poly(organo)phosphazene-based metallodrug conjugates DOI 10.1039/c7dt01767g Typ Journal Article Autor Hackl C Journal Dalton Transactions Seiten 12114-12124 Link Publikation -
2013
Titel Polyphosphazenes: Multifunctional, Biodegradable Vehicles for Drug and Gene Delivery DOI 10.3390/polym5010161 Typ Journal Article Autor Teasdale I Journal Polymers Seiten 161-187 Link Publikation -
2016
Titel Macromolecular Pt(IV) Prodrugs from Poly(organo)phosphazenes DOI 10.1002/mabi.201600035 Typ Journal Article Autor Henke H Journal Macromolecular Bioscience Seiten 1239-1249 Link Publikation -
2013
Titel Water-soluble, biocompatible polyphosphazenes with controllable and pH-promoted degradation behavior DOI 10.1002/pola.27002 Typ Journal Article Autor Wilfert S Journal Journal of Polymer Science Part A: Polymer Chemistry Seiten 287-294 Link Publikation -
2017
Titel Branched Macromolecular Architectures for Degradable, Multifunctional Phosphorus-Based Polymers DOI 10.1002/marc.201600644 Typ Journal Article Autor Henke H Journal Macromolecular Rapid Communications -
2013
Titel Branched polyphosphazenes with controlled dimensions DOI 10.1002/pola.26865 Typ Journal Article Autor Henke H Journal Journal of Polymer Science Part A: Polymer Chemistry Seiten 4467-4473 Link Publikation