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Die Enarxis der byzantinischen Göttlichen Liturgie

The Enarxis of the Byzantine Divine Liturgy

Barbara Larin (ORCID: 0000-0002-0539-4550)
  • Grant-DOI 10.55776/P25083
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.02.2013
  • Projektende 04.05.2016
  • Bewilligungssumme 219.261 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)

Keywords

    Monograph, Liturgy, Byzantine, Eucharist, History, Manuscripts

Abstract Endbericht

Täglich feiern Millionen orthodoxer Christen auf der ganzen Welt die Eucharistie im Byzantinischen Ritus. Dennoch wurde die Enarxis oder der Beginn der Eucharistiefeier noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht. Ziel meines Projektes ist es daher, eine Monographie mit dem Titel "The Enarxis of the Byzantine Divine Liturgy" abzufassen. Der Beginn der byzantinischen Eucharistiefeier beinhaltet die Einleitungsdoxologie des Priesters, Bittgebete in Form einer Litanei, die vom Diakon gesprochen werden, eine Psalmodie aus drei Antiphonen und den sogenannten Kleinen Einzug oder die Prozession des Klerus vom und ins Heiligtum. All diese liturgischen Einheiten wurden gegen Ende des ersten Jahrtausends in Gebieten des byzantinischen Kulturkreises hinzugefügt und dies aus großteils unbekannten Gründen. Das Ziel meiner Arbeit ist es, den historischen Kontext und die liturgisch- theologischen Beweggründe für diese Ergänzungen zu erforschen. Da die Byzantinische Enarxis weitgehend unerforscht ist, ist eine erstmalige Untersuchung griechischer und altslawischer Handschriften des 8. bis 15. Jahrhunderts in der Vatikanischen Bibliothek in Rom und in mehreren Archiven in Moskau und St. Petersburg notwendig. Mit der Erforschung dieser Handschriften habe ich bereits bei früheren Forschungsaufenthalten in Rom, Moskau und St. Petersburg begonnen und zu ähnlichen Themen umfangreich publiziert. So ist meine Monographie über die Eröffnungsriten der byzantinischen bischöflichen Liturgie "The Byzantine Hierarchal Divine Liturgy in the Proskinitarij of Arsenij Suxanov" im Jahr 2010 in der renommierten Reihe Orientalia Christiana Analecta, Band 286, erschienen. Ein ausführlicher Artikel über die Einleitungsdoxologie der Byzantinischen Liturgie wird gerade in der wissenschaftlichen Zeitschrift Studia Liturgica gedruckt. Dies ist indes erst der Anfang künftiger Forschungsergebnisse. Aus diesem Grund bewerbe ich mich für das FWF Projekt für eine Dauer von drei Jahren, beginnend mit Februar 2013, wo mein Vertrag als Universitätsassistentin an der Universität Wien auslaufen wird. Obwohl ich noch einmal in oben genannte Archive reisen muss, um die Quellen zu begutachten, so wird der Hauptteil meiner Arbeit, die Analyse und das Schreiben, hier in Wien durchgeführt werden, wo die notwendige Sekundärliteratur in den örtlichen Bibliotheken vorhanden ist. In den letzten Monaten meiner Arbeit in Wien werde ich das Manuskript für die Publikation vorbereiten (Korrektur der Druckfahnen, Erstellung des Index etc.), damit die Monographie in der Reihe Orientalia Christiana Analecta erscheinen kann.

Dieses Einzelprojekt, Die Enarxis (Anfang) der byzantinischen Göttlichen Liturgie, hat es mir ermöglicht, neue Ansätze zu entdecken, sowohl zum Thema der Versammlungs- und Eingangsriten am Anfang der byzantinischen Eucharistie, als auch zur Art und technologischen Weise, wie ich meine Forschungsergebnisse weitergebe. Obwohl die bisherige liturgiewissenschaftliche Forschung viele, wertvolle Informationen über die textgeschichtliche Entwicklung dieser Riten angesammelt hat, blieben diese Forschungsergebnisse praktisch ohne Bedeutung genau dort, wo sie gebraucht werden, in der liturgischen Praxis, unter den betenden Gläubigen. Meine Forschungen haben mich dazu geführt, vor allen Dingen, mich nicht in den vielen Diskrepanzen der handschriftlichen Überlieferung zu verlieren, sondern ihre zwei, wichtigsten Elemente festzustellen und auf ihre Bedeutung zu konzentrieren: 1. Die nonverbalen Aspekte des Ritus (e. g., Bewegung und Standort des Volkes und Klerus); und 2. Die liturgischen Rollen des Priesters, des Volkes, der Sänger, usw. Wegen dieser veränderten, sinnvolleren Akzentsetzung begann ich, meine Arbeitsweise und alles, was ich geschrieben hatte, zu revidieren, denn es kann und muss zugänglich und bedeutsam sein, nicht nur für die Liturgiewissenschaft, aber auch für diejenigen, die Liturgie praktizieren. Während ich mein Buch noch revidiere, habe ich bereits versucht, anhand von den neuen, technologischen Medien im Internet meine Forschungsergebnisse in Video-Form weiterzugeben (ein Beispiel davon kann man hier finden: https://vimeo.com/159611378 (Passwort: synaptewithsister). Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, besonders auf diesem Forschungsgebiet, der Liturgie (Werk des Volkes bzw. Werk für das Volk), dass unsere Forschungsergebnisse auch das Volk erreichen, und zwar dort, wo das Volk sich befindet heutzutage im Internet, online. Die bereits gemachten Video-Vorträge helfen mir dabei, mein Buch anders zu schreiben, so dass es einen tieferen Einblick in die geschichtliche Entwicklung denen anbietet, die schon in den Videos eine Einleitung ins Thema bekommen haben. Der bedeutsamste Aspekt der geschichtlichen Entwicklung der Enarxis, den ich entdeckt habe, ist eine Änderung der Rollen von Klerus und Volkes: Ursprünglich kamen Klerus und Volk zusammen und gingen in die Kirche ein, zusammen. Danach wurde das Volk vom Priester begrüßt mit dem Gruss: Friede sei euch allen, und das Volk antwortete, Und zu deinem Geiste. So wurde die Gemeinschaft von Klerus und Volk wahrgenommen und ritualisiert. Im Laufe der Geschichte verschwand aber völlig die Rolle des Volkes, das heutzutage einfach in der Kirche auftaucht, während der Priester schon da ist, weil neuere Eingangsriten in die Liturgie interpoliert wurden, die nur den Priester und Diakon betreffen. So ergibt sich eine Distanzierung zwischen der Kirchenleitung und Kirchenvolk, die auch von politischer Bedeutung in vielen Ländern ist (wie z.B. Russland, Griechenland, Rumänien, Serbien, usw.), wo die Liturgie und Leitung der Orthodoxen Kirche eine prägende Rolle in der Gesellschaft spielen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 3 Publikationen
Publikationen
  • 2013
    Titel The Opening Formula of the Byzantine Divine Liturgy, 'Blessed is the Kingdom,' Among Other Liturgical Beginnings.
    Typ Journal Article
    Autor Larin B
    Journal Studia Liturgica
  • 2013
    Titel Active Participation of the Faithful in Byzantine Liturgy.
    Typ Journal Article
    Autor Larin B
    Journal St. Vladimir's Theological Quarterly
  • 2013
    Titel Zur Entstehungsgeschichte des 'königlichen' Anfangs des byzantinischen Morgengottesdienstes.
    Typ Book Chapter
    Autor Hans-Jürgen Feulner (Hg.)

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