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Isotope des holozänen Niederschlages vom Atlantik bis Sibirien : Das Speläothem Archiv

Isotope in Holocene precipitation from the Atlantic to Siberia: the speleothem record

Yuri Dublyansky (ORCID: 0000-0003-1433-9999)
  • Grant-DOI 10.55776/P25716
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2014
  • Projektende 31.03.2018
  • Bewilligungssumme 335.992 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Naturwissenschaften (25%); Geowissenschaften (75%)

Keywords

    Paleoclimate, Speleothem, Stable Isotopes, Holocene, Fluid Inclusions, Eurasia

Abstract Endbericht

Wenn Stalagmite in Höhlen wachsen werden winzige Mengen des Tropfwassers als sogenannte Flüssigkeitseinschlüsse in die Kalzitkristalle eingebaut. Dieses Wasser stellt somit eine direkte Überlieferung des früheren Niederschlages dar, der damals, als der Tropfstein wuchs, oberhalb der Höhle als Regen oder Schnee fiel. Das Projekt zielt darauf ab, die Isotopenzusammensetzung dieses Paläo-Wassers über das gesamte Holozän (die letzten 11700 Jahre) zu messen. Diese Daten sollen an Proben aus verschiedenen Höhlen erhoben werden, und zwar entlang eines 8500 km-langen Profils von der europäischen Atlantikküste bis nach Ostsibirien. Dieser Transect wird erstmalig zeitlich aufgelöste Isotopendaten des Niederschlages entlang des dominanten Transportweges der ozeanischen Luftmassen in die größte Kontinentmasse der Erde produzieren. Dieses Forschungsprojekt wird - falls von Erfolg gekrönt - einen großen Schritt in Richtung der Applikation stabiler Wasserisotopendaten für quantitative Paläoklima- und Paläohydrologiestudien in diesem Teil der Welt darstellen. Das Forschungsteam, in dem der Bewerber arbeitet, verfügt über eines der wenigen Labore weltweit, die in der Lage sind, diese Analytik durchzuführen.

Während des Wachstums von Stalagmiten in Höhlen werden winzige Mengen des Tropfwassers als so-genannte Fluideinschlüsse in Kristallen gefangen. Die Universität Innsbruck besitzt eines der wenigen weltweit vorhandenen Labors um die stabile Isotopenzusammensetzung dieses Fluideinschlusswassers zu messen. Mit dieser Analytik kann die Isotopenzusammensetzung des Niederschlages zum Zeitpunkt des Wachstums eines Stalagmiten bestimmt werden. Im Rahmen dieses Projektes wurden entlang eines 8500 km langen Transekts von der europäischen Atlantikküste bis nach Ostsibirien (Baikalsee) 88 Stalagmitenproben aus 33 Höhlen genommen, um so den atmosphärischen Feuchtetransport tief ins Innere der größten Kontinentalmasse der Erde zu verfolgen. Das Alter der Stalagmiten wurde mit der U-Th Methode präzise bestimmt. Fluideinschlüsse wurden an holozänen Proben dieses Datensatzes analysiert. Mit den umfangreichen Messungen wurde die Isotopenzusammensetzung des Niederschlages in Nordeurasien in den vergangenen 11700 Jahren bestimmt. Die Untersuchungen belegen, dass die Fluideinschlüsse in Stalagmiten die chemische Zusammensetzung des vorzeitlichen Niederschlages verlässlich speichern. Der Niederschlag wird isotopisch von der Atlantikküste Richtung Osten leichter und erreicht die niedersten Werte im Gebiet dews Baikalsees. Die Daten zeugen zudem einen N-S Gradienten mit den niedersten Werten in Stalagmiten von Höhlen im Nordural. Die Methode kann daher benützt werden um die Isotopenzusammensetzung des Niederschlages auch in älteren erdgeschichtlichen Perioden zu rekonstruieren, als das Klima deutlich vom heutigen verschieden war.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Martin Werner, Alfred Wegener Institute - Deutschland
  • Denis Scholz, Johannes Gutenberg-Universität Mainz - Deutschland
  • Gideon Henderson, University of Oxford - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 136 Zitationen
  • 5 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel Groundwater of the Crimean peninsula: a first systematic study using stable isotopes
    DOI 10.1080/10256016.2019.1650743
    Typ Journal Article
    Autor Dublyansky Y
    Journal Isotopes in Environmental and Health Studies
    Seiten 419-437
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Size–shape–stable isotope (C and O) relationships of cryogenic cave carbonates formed in permafrost settings
    DOI 10.1016/j.chemgeo.2024.122183
    Typ Journal Article
    Autor Dublyansky Y
    Journal Chemical Geology
    Seiten 122183
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Late Palaeolithic cave art and permafrost in the Southern Ural
    DOI 10.1038/s41598-018-30049-w
    Typ Journal Article
    Autor Dublyansky Y
    Journal Scientific Reports
    Seiten 12080
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Glacial–interglacial temperature change in the tropical West Pacific: A comparison of stalagmite-based paleo-thermometers
    DOI 10.1016/j.quascirev.2015.06.015
    Typ Journal Article
    Autor Meckler A
    Journal Quaternary Science Reviews
    Seiten 90-116
  • 2018
    Titel Stable isotopic composition of atmospheric precipitation on the Crimean Peninsula and its controlling factors
    DOI 10.1016/j.jhydrol.2018.08.006
    Typ Journal Article
    Autor Dublyansky Y
    Journal Journal of Hydrology
    Seiten 61-73
    Link Publikation

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