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Indische Buddhistische Epistemologie und der Erlösungsweg

Indian Buddhist epistemology and the path to liberation

Cristina Pecchia (ORCID: 0000-0002-9462-4417)
  • Grant-DOI 10.55776/P26120
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2013
  • Projektende 30.09.2016
  • Bewilligungssumme 217.780 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (75%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)

Keywords

    Dharmakirti, Buddhist Studies, Manorathanandin, History of Indian philosophy, Textual Criticism, Epistemolgy

Abstract Endbericht

Der Erlösungsweg konstituiert im frühen Südasien den Hintergrund vieler philosophischer Debatten, welche Berechtigung finden in ihrer Möglichkeit zu einer Theorie des "Weges"` beizutragen. Diese Theorie beschreibt Praxismethoden und Muster religiöser Handlungsweisen mit transformativer Kraft, die zum Ziel der Erlösung führen. In diesem Projekt ist, unter Einbeziehung einer neulich entdeckten Handschrift, eine Untersuchung, Übersetzung und kritische Edition der Textpassage zum Erlösungsweg des margasatya-Abschnitts in Dharmakirti`s Pramanavarttika vorgesehen, zusammen mit Manorathanandin`s Vrtti und Vibhuticandra`s Glossen. Dieser Abschnitt illustriert das Verständnis und die Rechtfertigung des Bodhisattva-Weges von einem der führenden und einflussreichsten Philosophen Südasiens. Indem der Text unterschiedliche Modelle der Erlösung die im Gegensatz zur Lehre der vier Wahrheiten stehen gegenüber stellt, bietet er einen historisch relevanten Überblick über philosophische Fragen, die sich auf die kontemporäre Diskussion zu den Erlösungswegen beziehen (6.-7. Jhdt.). Dharmakirti`s allumfassender Standpunkt ist, dass Erlösung im Zusammenhang mit der Sichtweise eines Selbst unmöglich ist, und dass nur eine diese Sichtweise als Hindernis ansprechende Praxis wirksam gegen die Fortdauer des Leidens sein kann. Der Text liefert auch einen individuellen Lehrhintergrund für das gesamte philosophische Vorhaben dem Dharmakirti verpflichtet war, nämlich eine erkenntnistheoretische Methode zu etablieren, die beweißt welche Inhalte nach genauer Untersuchung gültig bleiben. Manorathanandin`s Kommentar und Vibhuticandra`s Glossen sind die letztbelegten erläuternden Ausführungen in Sanskrit zu Pramanavarttika und konstituieren einen privilegierten Blickwinkel in der Untersuchung der Rezeption dieses Werkes im Norden des Indischen Subkontinents um den Beginn des zweiten Jahrtausends. Diese bieten weiters auch Textmaterial für die Rekonstruktion von jenen Ideen und Interpretationen, deren Quellen nicht länger in Sanskrit verfügbar sind. Ziel des Projektes, im Hinblick auf die philosophische Natur der vorliegenden Texte, ist eine methodisch fundierte, philologisch-historische Studie der ausgewählten Texte, gemeinsam mit einer philosophischen und hermeneutischen Analyse derselben. Auf Basis einer verlässlichen Edition und eines historisch gegebenen Standpunktes wie jener von Manorathanandin werden die Ergebnisse des Projektes die Einbringung zentraler erkenntnistheoretischer Themen in die Diskussion der Theorien des Erlösungsweges hervorheben, zu der Untersuchung der Theorien des Erlösungsweges und deren Rolle in der klassischen Philosophie Südasiens beitragen und somit unser Verständnis der den Texten zugehörigen Kultur- und Geistesgeschichte erweitern.

Der Erlösungsweg konstituiert im frühen Südasien den Hintergrund vieler philosophischer Debatten, welche Berechtigung finden in ihrer Möglichkeit zu einer Theorie des Weges beizutragen. Diese Theorie beschreibt Praxismethoden und Muster religiöser Handlungsweisen mit transformativer Kraft, die zum Ziel der Erlösung führen. Ein wesentliches Ziel dieses abgeschlossenen Projektes bestand darin, die Textpassage zum Erlösungsweg des margasatya-Abschnitts in Dharmakirtis Prama?avarttika (6.-7. Jhdt.) zusammen mit Manorathanandins V?tti (ca. 11. Jhdt.) und Vibhuticandras Glossen (ca. 1200) zu kritisch edieren und ins Englisch zu übersetzen. Im Rahmen des Projektes, unter Einbeziehung einer neulich entdeckten Handschrift, wurde ein erster Entwurf der kritischen Edition mit Übersetzung der obengennanten Texten vorbereitet. Überlegungen über die Methode und deren Resultate (was im Projekt eine zentrale Rolle annahm) sind teilweise in Pecchia, Dharmakirti on the cessation of suffering, Brill 2015, mit eingegangen. Ziel des Projektes war aber nicht nur diese Texte zu edieren und übersetzen. Vielmehr dienten die Texte als Einstiegspunkt für das Verständnis der Vorstellung und Rechtfertigung des Bodhisattva-Weges von Dharmakirti einem der führenden und einflussreichsten Philosophen Südasiens , und für weitere Untersuchungen in bezug auf unterschiedliche Modelle der Erlösung und deren Rolle in der klassischen Philosophie Südasiens. Untersucht wurden unter anderen, mit Blick auf Dharmakirtis Behandlung, das Thema der Meditation, yogische Erkenntnis, und ausgewählte tantrische Texte. Die methodisch fundierte, philologisch-historische Studie der ausgewählten Texte ermöglichte ein klareres Verständnis bezüglich Dharmakirtis Denken, sein Kontext, und Rezeptionsgeschichte zu erreichen. Die Studie ist auch eine solide Basis für weitere Untersuchungen über das Zusammenwirken von soteriologischen und philosophischen Diskursen im Südasien. Im Zuge dieser Forschung stellte sich die Komplexität der Idee des Erlösungswegs als nicht genug untersucht heraus. Ein internationales Symposium über die verschiedene Erlösungswegtraditionen in Südasien wurde organiziert (Marga. Paths to Liberation in South Asian Buddhist Traditions, http://www.ikga.oeaw.ac.at/Events/Marga_2015). Ein Band mit den siebzehn Beiträgen zum Symposium wird herausgegeben. Ergebnisse des Projekts wurden und werden weiterhin in Artikeln präsentiert, sollen aber vor allem in eine mittlerweile begonnene Monographie einfließen (Arbeitstitel: Dharmakirtis discussion of the path to liberation. A critical edition with translation and comments of Manorathanandin's V?tti and Vibhuticandra's glosses on Prama?avarttika II.217-285).

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Birgit Kellner, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Eli Franco, Universität Leipzig - Deutschland
  • Raffaele Torella, Sapienza University of Rome - Italien
  • Masahiro Inami, Tokyp Gakugei University - Japan

Research Output

  • 9 Zitationen
  • 5 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Seeing as Cognizing: Perception, Concepts and Meditation Practice in Indian Buddhist Epistemology
    DOI 10.1515/asia-2019-0028
    Typ Journal Article
    Autor Pecchia C
    Journal Asiatische Studien - Études Asiatiques
    Seiten 771-796
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Eine buddhistische Kritik der indischen Götter: Sa?karasvamins Devatisayastotra mit Prajñavarmans Kommentar. Nach dem tibetischen Tanjur herausgegeben und übersetzt. By Johannes Schneider
    DOI 10.7817/jameroriesoci.136.2.439
    Typ Journal Article
    Autor Pecchia C
    Journal Journal of the American Oriental Society
  • 2015
    Titel Dharmakrti on the Cessation of Suffering. A critical edition with translation and comments of Manorathanandins Vtti and Vibhticandras glosses on Pramāṇavārttika II.190-216
    Typ Book
    Autor Brill'S Indological Library
  • 2015
    Titel Dharmakirti on the cessation of suffering. A critical edition with translation and comments of Manorathanandin's Vrtti and Vibhuticandra's glosses on Pramanavarttika II.190-216. With the assistance of Philip Pierce.
    Typ Book Chapter
    Autor Brill'S Indological Library
  • 2015
    Titel Dharmakirti on the Cessation of Suffering
    DOI 10.1163/9789004298262
    Typ Book
    Autor Pecchia C
    Verlag Brill Academic Publishers

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