Appians Basilike, Italike, Sikelike: Neuedition, Übersetzung und Kommentar
Appian´s Basilike, Italike, Sikelike: New edition, translation and commentary
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)
Keywords
-
Appian,
Ancient Historiography,
Source Edition,
Roman history,
Historical Fragments
Ziel des beantragten Projektes ist es, für Appians Basiliké, Italiké und Sikelikè kaì nesiotiké eine Neuedition mit Übersetzung und ausführlichem Kommentar zu erstellen. Diese drei nur fragmentarisch erhaltenen Bücher sind die einzigen der Rhomak, für die bislang noch keine Kommentare vorliegen. Damit soll zum einen das vom FWF finanzierte Vorprojekt des Antragstellers zu Appians Keltiké fortgesetzt, zum anderen die letzte große Lücke in der wissenschaftlichen Aufarbeitung Appians geschlossen werden. Der alexandrinische Historiker behandelt in diesen Teilen seines Werks die Königszeit, die frühe Republik und die Geschichte der römischen Eroberungen der Mittelmeerinseln. Der fragmentarische Zustand der drei Bücher und das bis heute nachwirkende negative Urteil über Appian als Geschichtsschreiber hatte zur Folge, daß diesen Texten selbst in der althistorischen Forschung sträflich wenig Beachtung geschenkt wurde. Zu Unrecht, denn Appian bietet in den Bruchstücken eine ganze Reihe von wertvollen Informationen, die entweder einzig bei ihm belegt sind oder die sich deutlich von jenen Traditionen unterscheiden, die bei anderen Autoren (wie Polybios, Dionysios von Halikarnaß, Livius etc.) überliefert sind. Eine Neuedition ist deswegen notwendig, weil die letzte und bis heute nicht ersetzte textkritische Ausgabe von Viereck & Roos erhebliche Defizite aufweist: Zum einen fehlen dort noch drei Fragmente, die zwischenzeitlich als den ersten beiden Büchern Appians zugehörig erkannt wurden, zum anderen sind dort vier Fragmente der Basiliké zugeordnet (Bas. FF 1013), die aller Wahrscheinlichkeit nach in die Italiké gehören. Die geplante Edition soll in zwei Haupteile gegliedert werden, und zwar in eine Einleitung und den eigentlichen Kommentar. Im einleitenden Teil werden die äußerst komplexen Probleme der sekundären Überlieferung (excerpta Constantiniana, Suda, Photios, codex Parisinus graec. Suppl. 607 A, Lexikon perì syntxeos) ausführlich diskutiert, außerdem sollen Überlegungen über den Inhalt der verlorenen Teile dieser Bücher angestellt werden. Im eigentlichen Kommentar werden zunächst von jedem Fragment der griechische Text und eine selbstverfaßte deutsche Übersetzung geboten. Im Anschluß an jedes Fragment erfolgt eine möglichst umfassende Auswertung unter Berücksichtigung der gesamten antiken Parallelevidenz sowie der umfangreichen modernen Sekundärliteratur. Dabei wird die Quellenfrage ebenso eingehend behandelt wie der historische Zusammenhang des jeweiligen Fragments, ferner sollen die Übereinstimmungen wie auch die Abweichungen zur übrigen literarischen Überlieferung herausgearbeitet werden, um Appians Position innerhalb der historiographischen Traditionen besser bestimmen zu können. Intendiert ist jedenfalls ein Kommentar, der sowohl dem Historiker als auch dem Literaturwissenschaftler alle zum Verständnis der Fragmente notwendigen Informationen bietet. Das geplante Buch erfüllt nicht nur ein Desiderat der Appianforschung, sondern leistet auch einen Beitrag zum besseren Verständnis der byzantinischen Epitomisierungsprozesse sowie zum richtigen Umgang mit fragmentarischer Überlieferung. Nicht zuletzt kann auch die althistorische Forschung zur römischen Königszeit und Republik von dieser Arbeit profitieren, da mit ihr eine wenig beachtete Quelle erstmals gründlich erschlossen wird.
Ziel des Projektes war es, für Appians Basiliké, Italiké und Sikelikè kaì nesiotiké eine Neuedition mit Übersetzung und ausführlichem Kommentar zu erstellen. Diese drei nur fragmentarisch erhaltenen Bücher sind die einzigen der Rhomak, für die bislang noch keine Kommentare vorliegen. Damit wird nicht nur das vom FWF finanzierte Vorprojekt des Antragstellers zu Appians Keltiké fortgesetzt, sondern auch die letzte große Lücke in der wissenschaftlichen Aufarbeitung Appians geschlossen. Der alexandrinische Historiker behandelt in diesen Teilen seines Werks die Königszeit, die frühe Republik und die Geschichte der römischen Eroberungen der Mittelmeerinseln. Der fragmentarische Zustand der drei Bücher und das bis heute nachwirkende negative Urteil über Appian als Geschichtsschreiber hatte zur Folge, daß diesen Texten selbst in der althistorischen Forschung sträflich wenig Beachtung geschenkt wurde. Zu Unrecht, denn Appian bietet in den Bruchstücken eine ganze Reihe von wertvollen Informationen, die entweder einzig bei ihm belegt sind oder die sich deutlich von jenen Traditionen unterscheiden, die bei anderen Autoren (wie Polybios, Dionysios von Halikarnaß, Livius etc.) überliefert sind. Eine Neuedition war deswegen notwendig, weil die letzte textkritische Ausgabe von Viereck & Roos erhebliche Defizite aufweist: Zum ersten läßt die von Roos vorgenommene Benennung und Anordnung der Fragmente, die nicht nur unterschiedlicher Herkunft, sondern auch recht verschiedener Machart sind, an der nötigen Klarheit und Differenzierung zu wünschen übrig. Zum zweiten fehlen in der Teubneriana noch fünf Fragmente, die zwischenzeitlich als den ersten beiden Büchern zugehörig erkannt wurden; zum dritten aber sind dort vier Bruchstücke der Basiliké zugeordnet (Bas. FF 1013), die meiner Einschätzung nach in die Italiké zu verschieben sind. Die zum gegenwärtigen Zeitpunkt fast fertiggestellte Neuedition umfaßt zwei Bände (einen für Bas. und Ital. und einen für die Sic.), die wie folgt aufgebaut sind: In den Einleitungen werden die äußerst komplexen Probleme der sekundären Überlieferung (und im Fall von Bas. und Ital. die Verschiebungen und Ergänzungen gegenüber Viereck & Roos) ausführlich diskutiert, außerdem werden Überlegungen über den Inhalt der verlorenen Teile dieser Bücher angestellt. Im eigentlichen Kommentar wird zunächst von jedem Fragment der griechische Text und eine selbstverfaßte deutsche Übersetzung gegeben, wobei eine möglichst präzise, den sonstigen Sprachgebrauch Appians beachtende Wiedergabe angestrebt war. Im Anschluß daran erfolgt eine umfassende Auswertung unter Berücksichtigung der gesamten antiken Parallelevidenz sowie der umfangreichen modernen Sekundärliteratur. Dabei ist die Quellenfrage ebenso eingehend behandelt wie der historische Zusammenhang des jeweiligen Fragments, ferner sind die Übereinstimmungen wie auch die Abweichungen zur restlichen literarischen Überlieferung und damit Appians Position innerhalb der historiographischen Traditionen herausgearbeitet. Mit diesen Kommentaren wird nicht nur ein Desiderat der Appianforschung erfüllt, sondern auch ein Beitrag zum besseren Verständnis der byzantinischen Epitomisierungsprozesse sowie zum richtigen Umgang mit fragmentarischer Überlieferung geleistet. Auch die althistorische Forschung zur römischen Königszeit und Republik kann von dieser Arbeit profitieren, da mit ihr eine wenig beachtete Quelle erstmals gründlich erschlossen wird.
Research Output
- 3 Zitationen
- 1 Publikationen
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2018
Titel Appians Keltike´- Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar DOI 10.15661/tyche/supplement.09.appian Typ Book Verlag Verlag Holzhausen Link Publikation