Gottes Liebe und Gericht im Spruchevangelium Q - Rekonstruktion und Interpretation
God´s Love and Judgment in the Sayings Source Q - Reconstruction and Interpretation
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (90%)
Keywords
-
New Testament,
Early Christianity,
Source Q,
Jewish Christianity,
Historical Jesus Research
Entsprechend der weithin anerkannten Zweiquellentheorie wurde die so genannte Logien- oder Spruchquelle Q von Matthäus und Lukas neben dem Markusevangelium als zweite Quelle in ihren Evangelien verarbeitet. Diese Sammlung von zum Teil biographisch gerahmten Jesus-Worten stellt einen sehr frühen, eigenständigen Strang judenchristlicher Überlieferung dar. Neben dem Markusevangelium ist Q weithin als wichtigste Quelle zur Rekonstruktion der Verkündigung und des Wirkens Jesu anerkannt. Dies erklärt das große Interesse, das Q in den letzten Jahrzehnten in der Evangelien- und Jesus-Forschung gefunden hat. Da Q nicht selbständig überliefert wurde, muss dieser wichtige Text aus dem Matthäus- und Lukasevangelium rekonstruiert werden. Das beantragte Projekt trägt im Rahmen des International Q Projects (IQP) zur Aufarbeitung der Forschungsgeschichte bei, auf deren Grundlage Q rekonstruiert und interpretiert wird. Zunächst werden für jede Q-Variante zwischen Matthäus und Lukas die Originalbeiträge der Forschung chronologisch und nach Rekonstruktions-Entscheidungen geordnet exzerpiert. Darauf folgt für jede Abweichung eine ausführliche Evaluation der Forschungsgeschichte durch mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des beantragten Projekts und des IQP, die dann ihre eigene Rekonstruktionsentscheidung begründen. In diesen Evaluationen wird die bisherige literarkritische, formgeschichtliche, und redaktionsgeschichtliche Q-Forschung zusammengefasst, bewertet und innovativ weitergeführt. Die Evaluationen tragen nicht nur zur Rekonstruktion, sondern auch zur Interpretation des jeweiligen Q-Textes bei. Das beantragte Projekt wird in drei Jahren die Texte Q 3,2b-3a.7-9.16b-17.21f. (Incipit Das Auftreten des Johannes Die Gerichtsverkündigung des Johannes Johannes und der Kommende Die Taufe Jesu); Q 6,27f.35c-d.29f. (Liebt eure Feinde Verzicht auf das eigene Recht), Q 11,9-13 (Den Bittenden wird gegeben), Q 17,26-30.34f. (Wie in den Tagen Noachs Mitgenommen oder zurückgelassen) erarbeiten, um so die Rekonstruktion und Interpretation von Q und damit die Erforschung des historischen Jesus und der frühen Jesusbewegung voranzubringen. Der besondere inhaltliche Schwerpunkt des Projekts liegt in der Erarbeitung der Textgrundlage für die Rede von Gottes Liebe und Gericht in Q. Die Ergebnisse des Projekts werden veröffentlicht in der Reihe Documenta Q: Reconstructions of Q Through Two Centuries of Gospel Research Excerpted, Sorted and Evaluated (Leuven/Belgien: Peeters, 1996ff.). Zu Beginn des Projekts soll mit dem Verlag Peeters eine Open Access-Strategie entwickelt werden, um die Projektergebnisse auch frei zugänglich zu machen. Der Fortschritt in der Q- Rekonstruktion und -Interpretation wird auch zu einer Revision der 2000 vom IQP veröffentlichten Critical Edition of Q führen, die heute weitgehend als Standard-Text von Q akzeptiert wird. Kooperationen bestehen innerhalb des IQP zu Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, Belgien, USA und Kanada. Während der Laufzeit des Projekts sollen diese Kooperationen durch gemeinsame Tagungsbesuche und eine eigene Tagung in Graz 2015 (Prayer in Q) intensiviert und noch fruchtbarer gemacht werden.
Im Kontext des Internationalen Q-Projekts (IQP) trug das Projekt zu einer kritischen Bestandsaufnahme der Geschichte der Q-Forschung bei. Auf dieser Grundlage wurden wichtige Teile von Q rekonstruiert und interpretiert. Gemäß der weithin akzeptierten Zweiquellentheorie wurden die sogenannte Quelle Q und das Markusevangelium von den Evangelisten Matthäus und Lukas als deren zwei Quellen verwendet. Da keine antiken Manuskripte von Q überliefert sind, muss dieser wichtige Text aus den Evangelien des Matthäus und des Lukas rekonstruiert werden. Als eine Sammlung von teilweise biographisch kontextualisierten Worten Jesu repräsentiert Q einen sehr alten und unabhängigen Strang jüdisch-christlicher Überlieferung. Mit dem Markusevangelium ist Q weithin als die wichtigste Quelle für die Rekonstruktion der Worte und Taten Jesu anerkannt. Das erklärt das sehr starke Interesse der Evangelien- und Jesusforschung an Q. Zunächst werden für jede Q-Variante zwischen Matthäus und Lukas die Originalbeiträge der Forschung chronologisch und nach Rekonstruktions-Entscheidungen geordnet exzerpiert. Darauf folgt für jede Abweichung eine ausführliche Evaluation der Forschungsgeschichte durch mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des beantragten Projekts und des IQP, die dann ihre eigene Rekonstruktionsentscheidung begründen. In diesen Evaluationen wird die bisherige literarkritische, formgeschichtliche, und redaktionsgeschichtliche Q-Forschung zusammengefasst, bewertet und innovativ weitergeführt. Die Evaluationen tragen nicht nur zur Rekonstruktion, sondern auch zur Interpretation des jeweiligen Q-Textes bei. Das Projekt hat in drei Jahren die Texte Q 6,27f.35c-d (Liebt eure Feinde), Q 6,29.2930/Matt 5:41.30-32.34.36 (Verzicht auf das eigene Recht Die goldene Regel Uneingeschränkte Liebe), Q 11,9-13 (Den Bittenden wird gegeben), Q 17,20f.23f.37 (Die Königsherrschaft Gottes ist mitten unter euch Der Menschensohn kommt wie ein Blitz Wo das Aas, dort die Geier) und Q 17,26-30.34f. (Wie in den Tagen Noachs Mitgenommen oder zurückgelassen) erarbeitet, um so die Rekonstruktion und Interpretation von Q und damit die Erforschung des historischen Jesus und der frühen Jesusbewegung voranzubringen. Der besondere inhaltliche Schwerpunkt des Projekts lag in der Erarbeitung der Textgrundlage für die Rede von Gottes Liebe und Gericht in Q. Die Ergebnisse des Projekts werden veröffentlicht in der Reihe Documenta Q: Reconstructions of Q Through Two Centuries of Gospel Research Excerpted, Sorted and Evaluated (Leuven/Belgien: Peeters, 1996ff.). Zu Beginn des Projekts wurde mit dem Verlag Peeters eine Open Access-Strategie entwickelt, um die Projektergebnisse auch frei zugänglich zu machen. Der Fortschritt in der Q-Rekonstruktion und -Interpretation wird auch zu einer Revision der 2000 vom IQP veröffentlichten Critical Edition of Q führen, die heute weitgehend als Standard-Text von Q akzeptiert wird. Kooperationen bestehen innerhalb des IQP zu Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, Belgien, USA und Kanada. Durch das Projekt wurden diese Kooperationen durch gemeinsame Tagungsbesuche und eine eigene Tagung in Graz (Prayer in the Sayings Gospel Q, März 2017, veröffentlich bei Mohr-Siebeck, Tübingen 2019) intensiviert und noch fruchtbarer gemacht.
- Universität Graz - 100%
- Markus Tiwald, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Joseph Verheyden, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien
- Paul Hoffmann, Otto-Friedrich Universität Bamberg - Deutschland
- Daniel Smith, Huron University - Kanada
- John Kloppenborg, University of Toronto - Kanada
- Steven R. Johnson, Lycoming College - Vereinigte Staaten von Amerika
- Sarah Rollens, Rhodes College - Vereinigte Staaten von Amerika