Wissenschaftsdisziplinen
Andere Technische Wissenschaften (70%); Informatik (10%); Wirtschaftswissenschaften (20%)
Keywords
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Open & inclusive approach to strategy formation,
Strategy formulation,
Organizational actors in strategy development,
Open and collaborative technologies,
Strategy dialogue,
Participation in srategy formation
Strategieentwicklung war traditionell exklusiv (d.h. Aufgabe des Top Managements) und geheimnisvoll, um die eigenen Wettbewerbsvorteile (Whittington et al., 2011) zu schützen. Dennoch scheint es, dass Strategie gerade dramatischen Änderungen unterworfen ist und dabei ist, sich zu revolutionieren. Es scheint offensichtlich, dass eine Anzahl an Einflussfaktoren (gesellschaftliche, kulturelle, betriebliche und technologische) Unternehmen zu einer Öffnung ihres Strategieprozesses drängen. Technologische Unternehmen benutzen verstärkt Web 2.0 Technologien, welche zur Entstehung neuer Möglichkeiten für interne Zusammenarbeit führen. Diese neuen Methoden, die unter den verschiedenen Bezeichnungen democratizing strategy (Stieger, Matzler, Chatterjee, & Ladstätter-Fussenegger, 2012), open strategy (Whittington, Cailluet & Yakis-Douglas, 2011), open-source strategy (Newstead & Lanzerotti, 2010), oder strategy as a practice of thousands (Dobusch & Müller-Seitz, 2012) bekannt sind ziehen eine große Anzahl von Menschen in der Erzeugung, Diskussion und Bewertung von strategischen Ideen mit ein. Obwohl Unternehmen mit dieser neuen Methode bereits zu experimentieren begonnen haben, scheint es, dass mit der Ausnahme von drei wissenschaftlichen Arbeiten (Dobusch & Müller-Seitz, 2012; Stieger et al., 2012, Whittington et al., 2011), noch keine Beachtung diesem Phänomen in der Forschung geschenkt wurde. Wir waren an vier open strategy Projekten in drei multinationalen Unternehmen und einem mittelständischen Unternehmenbeteiligt. Aufbauend auf diesen vier Case Studies (ein mittelständischer österreichischer Automobilzulieferer, ein führender deutscher Autohersteller, eine führendeeuropäischeBank und eindeutsches multinationalesIngenieurs-und Elektronikunternehmen), erläutern wir einige wichtige Forschungsfragen für weitere Recherche innerhalb des open strategy Themas, welches ein potenzielles bedeutendes Phänomen in der Strategieforschung und Praxis darstellt und viele Fragen aufwirft die zu beantworten sind (Whittington et al., 2011). Die derzeitigen beobachtbaren Hauptvorteile von open strategy in unseren vorläufigen Studien werden in diesem Proposal diskutiert und aufgebaut, um dieses Phänomen weiter zu untersuchen. Unsere vorgeschlagene Forschung verwendet eine multi-method Vorgangsweise um die Forschungsfragen zu studieren, insbesondere aufgrund der untererforschten Natur des open strategy Phänomens. Außerdem ermöglicht die multi-method Vorgangsweise, welche eine Kombination von qualitativen und quantitativen Methoden ist, ein besseres Verständnis des Forschungsproblems als der Gebrauch von jeder Methode einzeln (Creswell &Plano Clark, 2007). Deshalb glauben wir, dass der gemischte Methodenansatz plausibel und angemessen ist, für die weitere Untersuchung des open strategy Phänomens und ein tieferes Verständnis ermöglicht wird.
Strategieentwicklung in Organisationen war traditionell exklusiv und geheim. In den letzten Jahren ist allerdings ein Wandel zu beobachten. Hauptsächlich verursacht durch neue Technologien, die die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch erleichtern, hat sich auch die Strategiearbeit verändert hin zu mehr offenen und transparenten Praktiken. Immer mehr Unternehmen binden eine große Anzahl an Mitarbeitern und externen Stakeholdern in ihre Strategieprozesse mit ein. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, wie neue Ansätze der Strategieentwicklung die Strategiearbeit in Unternehmen verändern. Praktiken wie offene Strategieworkshops, Jamming, Blogging, Wikis, Ideenwettbewerbe, Community- Plattformen, Crowdsourcing oder Prediction Markets etablieren sich zunehmend. In diesem Forschungsprojekt wurden anhand einer umfassenden Fallstudienanalyse Praktiken der offenen Strategiearbeit identifiziert und es wurde untersucht, wie sie in einzelnen Phasen der Strategieentwicklung angewendet werden und wer involviert wird. Es wird untersucht, wie Open Strategy zu einer besseren Analyse und zu mehr Diversität strategischer Ideen führen, wie die Akzeptanz von Strategien gesteigert und mehr Commitment in der Umsetzung erzeugt wird. Es werden aber auch Dilemmata dieser offenen Ansätze wie zum Bespiel Kontrollverlust, Informationsüberlastung, divergente Interessen oder eskalierende Erwartungen aufgezeigt. Diese neuen, offenen Praktiken der Strategiearbeit führen zu zahlreichen neuen Forschungsfragen. Daher wurde in diesem Forschungsprojekt eine umfassende Forschungsagenda entwickelt. Die identifizierten Forschungsfragen beziehen sich auf das Design des Strategieprozesses, wie Individuen zur Partizipation motiviert werden und für welche Themen und Fragenstellungen Open Strategy geeignet ist, wie Strategien entstehen, was die Rolle des Managements ist und welche Rolle die Unternehmenskultur spielt. Die folgenden Forschungsthemen wurden identifiziert: 1) Partizipation (Inklusion versus Exklusion), 2) Beiträge zur Strategie, 3) die soziale Netzwerkstruktur im Unternehmen, 4) Unvorhersagbarkeit (Konsens versus Dissens), 5) Politische Prozesses, 6) Rolle des Managements, 7) Rolle der Unternehmenskultur. Open Strategy hat auch einen Einfluss auf das Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitern. Im Forschungsprojekt wird gezeigt, wie Führungskräfte die kollektive Intelligenz ihrer Organisation nutzen können, in dem sie Diversität erzeugen, Unabhängigkeit der Entscheidungsträger sicherstellen, dezentrales Wissen nutzen und Mechanismen zur effektiven Aggregation von Wissen verwenden. Schließlich wird auch gezeigt, wie das Führungsverhalten (Persönlichkeit) und die Arbeitsethik das individuelle Innovationsverhalten der Mitarbeiter beeinflussen.
- Universität Innsbruck - 100%
- Richard Whittington, University of Oxford - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 295 Zitationen
- 9 Publikationen
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2019
Titel Soluble Fc?RI: A biomarker for IgE-mediated diseases DOI 10.1111/all.13734 Typ Journal Article Autor Moñino-Romero S Journal Allergy Seiten 1381-1384 Link Publikation -
2019
Titel AllergoOncology: Microbiota in allergy and cancer—A European Academy for Allergy and Clinical Immunology position paper DOI 10.1111/all.13718 Typ Journal Article Autor Untersmayr E Journal Allergy Seiten 1037-1051 Link Publikation -
2016
Titel Human Milk Analyser shows that the lactation period affects protein levels in preterm breastmilk DOI 10.1111/apa.13348 Typ Journal Article Autor Kreissl A Journal Acta Paediatrica Seiten 635-640 -
2016
Titel Leadership and the wisdom of crowds: how to tap into the collective intelligence of an organization DOI 10.1108/sl-06-2015-0049 Typ Journal Article Autor Matzler K Journal Strategy & Leadership Seiten 30-35 -
2017
Titel Opening up the strategy process – a network perspective DOI 10.1108/md-07-2016-0510 Typ Journal Article Autor Hautz J Journal Management Decision Seiten 1956-1983 -
2017
Titel Starting enteral nutrition with preterm single donor milk instead of formula affects time to full enteral feeding in very low birthweight infants DOI 10.1111/apa.13914 Typ Journal Article Autor Kreissl A Journal Acta Paediatrica Seiten 1460-1467 -
2017
Titel Falling Short with Participation — Different Effects of Ideation, Commenting, and Evaluating Behavior on Open Strategizing DOI 10.1016/j.lrp.2016.08.005 Typ Journal Article Autor Hutter K Journal Long Range Planning Seiten 355-370 -
2018
Titel Peanut lipids display potential adjuvanticity by triggering a pro-inflammatory response in human keratinocytes DOI 10.1111/all.13475 Typ Journal Article Autor Palladino C Journal Allergy Seiten 1746-1749 Link Publikation -
2018
Titel Prevention of allergy by virus-like nanoparticles (VNP) delivering shielded versions of major allergens in a humanized murine allergy model DOI 10.1111/all.13573 Typ Journal Article Autor Kratzer B Journal Allergy Seiten 246-260 Link Publikation