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Kakovatos und Triphylien im 2. Jahrtausend v. Chr.

Kakovatos and Triphylia in the 2nd millennium BCE

Birgitta Eder (ORCID: 0000-0001-8386-5541)
  • Grant-DOI 10.55776/P27568
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2015
  • Projektende 31.01.2020
  • Bewilligungssumme 343.392 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Kakovatos, Mycenaean Greece, Regional studies, Middle Helladic pottery, Mycenaean pottery, Western Peloponnese

Abstract Endbericht

Seit der Entdeckung von drei reich ausgestatteten Kuppelgräbern im Jahr 1907 ist Kakovatos als bedeutender Ort der frühmykenischen Zeit (16.-15. Jh. v. Chr.) in der Region Triphylien in der westlichen Peloponnes (Griechenland) bekannt. Neue Ausgrabungen haben die Überreste eines gleichzeitigen Gebäudekomplexes von herausragendem Charakter freigelegt, der durch Feuer etwa um die Mitte des 15. Jahrhunderts v. Chr. zerstört wurde. Das vorliegende Projekt verspricht die umfassende Studie eines bronzezeitlichen Siedlungsplatzes in seinem regionalen Kontext. Die gleichzeitige Neubewertung der alten Funde aus den Tholosgräbern in einer zeitgemäßen Publikation und ihre Interpretation im Vergleich mit anderen frühmykenischen Grabinventaren des griechischen Festland eröffnet die seltene Chance, einen frühmykenischen Siedlungsplatz gemeinsam mit dem gleichzeitigen Ensemble zugehöriger Gräber zu erforschen. Die Auswertung der Ergebnisse der Ausgrabungen in Kakovatos wird durch das Studium von Material aus benachbarten Fundorten (Epitalion-Ayioryitika, Kleidi-Samikon, Agios Dimitrios) ergänzt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die bronzezeitliche Siedlung von Kakovatos im regionalen Kontext des nördlichen Triphylia zu verstehen und auf regionaler Ebene die Faktoren zu untersuchen, die zur Herausbildung und Existenz von Kakovatos als prominentem Ort der umliegende Landschaft und Sitz der regionalen Elite führten. Die Region Triphylien bietet daher die geeignete Grundlage, Prozesse der Herausbildung hierarchischer Strukturen am Beginn der Spätbronzezeit in der südwestlichen Peloponnes zu studieren. Aus vier Schlüsselstellen der Region stehen Materialien zur Auswertung zur Verfügung und bieten die günstige Gelegenheit, die Produktion und den Austausch von bronzezeitlicher Keramik im Kontext einer Mikro-Region in einer diachronen Perspektive zu untersuchen. Vor allem die systematische Untersuchung der Keramik aus den verschiedenen Fundorten und ein Programm chemischer und petrographischer Analysen werden dazu beitragen, die regionale Produktion, Zirkulation und Konsumption von Keramik zu verstehen. Dadurch ist es möglich, die Interaktion unter den Orten, regionale Siedlungshierarchien sowie überregionale Kontaktmuster zu veranschaulichen. Trotz des Endes von Kakovatos im Laufe des 15. Jhs. v. Chr. blieben andere Fundorte Triphyliens offenbar fortgesetzt bis an das Ende der mykenischen Palastzeit um 1200 v. Chr. in Verwendung. Die Auswertung der Keramik aus Kleidi-Samikon, Epitalion-Ayioryitika und Ag. Dimitrios eröffnet potentielle Informationen über regionale Entwicklungen in den Perioden der mykenischen Palastzeit und danach (14. - 12. Jh. v. Chr.). Das Projekt ist einem interdisziplinären Ansatz verpflichtet: Neben archäologischen Methoden zur Bewertung von Ausgrabungsfunden und -befunden spielen die petrographische und chemische Analyse der Keramik und ihrer technologischen Landschaft, das Studium der paläogeographischen Umwelt und die vergleichende und kontextbezogene Untersuchung der archäozoologischen sowie paläobotanischen Reste eine Rolle in der Rekonstruktion der Vergangenheit einer griechischen Mikroregion des 2. Jts. v. Chr.

Die Entwicklung einer hierarchischen Gesellschaft in der frühmykenischen Zeit (ca. 16.-15. Jh. v. Chr.) innerhalb ihres regionalen Kontextes steht im Zentrum dieses interdisziplinären Projekts. Kakovatos ist eine bedeutende Stätte an der Westküste der Peloponnes und wurde durch die Ausgrabungen von drei großen Kuppelgräbern in den Jahren 1907-1908 weithin bekannt, da diese noch eine reiche Fülle von Grabbeigaben erbrachten. Das Projekt widmet sich der Veröffentlichung der alten Funde aus diesen Gräbern und der jüngsten Ausgrabungen auf dem Siedlungshügel, die 2010-2011 durchgeführt wurden. Die Integration von Funden aus benachbarten Fundorten und ein systematisches Programm zur petrographischen und chemischen Analyse von Keramik ermöglicht die Entwicklung einer regionalen Perspektive auf die Produktion und den Konsum von Keramik sowie die Kommunikation zwischen den Fundorten auf regionaler und überregionaler Ebene. Zu den Funden aus den Großgräbern gehört Schmuck aus dem Nahen Osten, aber auch Bernstein aus der Ostsee. Ausländische Materialien wurden verwendet, um den Status ausgewählter Personen zu erhöhen. Aufwändig verzierte Großgefäße sind nur ein weiteres Merkmal dieser frühen mykenischen Elitegräber und stammen aus nur einigen wenigen Orten auf dem Festland. Keramik und Prestigeobjekte deuten darauf hin, dass die Bewohner von Kakovatos in ein ägäisches Netzwerk eingebunden waren, das sich zumindest über die Peloponnes und die südliche Ägäis erstreckte. Zeitgleich mit diesen Gräbern wurde ein architektonischer Komplex mit beträchtlichen Lagerkapazitäten errichtet. So wie sich die Gräber durch ihre Größe, ihren Bauaufwand und den Reichtum an Grabbeigaben unter den Gräbern der Region abhoben, so war auch der Gebäudekomplex auf dem Akropolishügel räumlich abgesetzt, deutlich sichtbar über der triphylischen Ebene. Während sich Kakovatos in der frühmykenischen Zeit offenbar als die wichtigste Stätte der Region herausstellte, bildete das 15. Jahrhundert v. Chr. einen Wendepunkt, als die Stätte zerstört und nicht wiederaufgebaut wurde. Die Analyse der spätbronzezeitlichen Keramik von drei verschiedenen weiteren Fundorten trägt dazu bei, Triphylien als eine gut vernetzte Landschaft wahrzunehmen. Der Vergleich der Keramikensembles lässt auf intensive überregionale Kontakte schließen. Er macht jedoch deutlich, dass die anderen Siedlungen auf einer mittleren Hierarchieebene operierten, aber im Gegensatz zu Kakovatos die transformative Periode von der frühmykenischen zur Palastzeit überlebten. Dies könnte Veränderungen in der politischen Geografie widerspiegeln und auf die Integration der Mikroregion in das Gebiet eines benachbarten Gemeinwesens hindeuten. Geoarchäologische Untersuchungen versprechen ein besseres Verständnis des Paläoumfelds bei der Suche nach der bronzezeitlichen Küstenlinie und der Lage eines möglichen Hafens. Im Rahmen dieses großen Projekts fand 2016 in Athen eine Konferenz namhafter Wissenschaftler statt, die neue Ergebnisse ihrer archäologischen Arbeit auf der Peloponnes vorstellten und Perspektiven für die Annäherung an die sozialen Praktiken diskutierten, die die Räume und Orte des frühen mykenischen Griechenlands schufen und prägten.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Norbert Benecke, Deutsches Archäologisches Institut - Zentrale - Deutschland
  • Simone Riehl, Eberhard-Karls-Universität Tübingen - Deutschland
  • Andreas Vött, Johannes Gutenberg-Universität Mainz - Deutschland
  • Hans Mommsen, Universität Bonn - Deutschland
  • Evangelia Kiriatzi, British School at Athens - Griechenland
  • Felix Höflmayer, University of Chicago - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 5 Publikationen
  • 3 Disseminationen
  • 5 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 3 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2020
    Titel The Late Bronze Age Pottery of Triphylia (Peloponnese). Production, Distribution and Consumption in a Micro Region, PhD thesis TU Darmstadt
    Typ Other
    Autor Huber J.
  • 2017
    Titel Bulletin of the Institute of Classical Studies The Mycenaean Seminar 2015-16
    DOI 10.14296/1217.9781905670857
    Typ Book
    editors Woolf G
    Link Publikation
  • 2016
    Titel 2011
    Typ Journal Article
    Autor Eder B.
    Journal Archaiologikon Deltion
    Seiten 312-317
  • 2016
    Titel 2010
    Typ Journal Article
    Autor Eder
    Journal Archaiologikon Deltion
    Seiten 779-783
  • 2018
    Titel Hoch hinaus und gut vernetzt: Die frühmykenischen Eliten von Kakovatos; In: Mykene. Die sagenhafte Welt des Agamemnon, Katalog zur Sonderausstellung 30. November 2018 - 02. Juni 2019 im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe
    Typ Book Chapter
    Autor Eder B.
    Verlag Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), Philipp von Zabern
    Seiten 76-80
Disseminationen
  • 2018 Link
    Titel Exhibition Karlsruhe
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2019
    Titel Scientific Advisory Board
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
  • 2016 Link
    Titel organisation of conference on Early Mycenaean Greece
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2020
    Titel new series ARETE
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2020
    Titel Susan Lupack
    Typ Attracted visiting staff or user to your research group
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Visiting Research Fellow at Merton College, Oxford
    Typ Awarded honorary membership, or a fellowship, of a learned society
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Advisory Board Incunabula Graeca
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2015
    Titel SMEA Advisory Editorial Board
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2020
    Titel Druckbeihilfe / Printing Costs
    Typ Capital/infrastructure (including equipment)
    Förderbeginn 2020
  • 2020
    Titel ATHEN
    Typ Fellowship
    Förderbeginn 2020
  • 2021
    Titel Forschungsprojekte
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2021

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