Eigentum und Kontrolle in Netzwerken: Beispiel - Franchising
Ownership and Control in Networks: The Case of Franchising
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
-
Ownership,
Property Rights,
Decision Rights,
Franchising,
Transaction Costs
Basierend auf Fama und Jensen (1983) hängt die Effizienz von Unternehmungen und Netzwerken von der Allokation von Eigentums- und Kontrollrechten ab. Das Ziel des Projektes ist die Erklärung der Beziehung zwischen Eigentum und Kontrolle in Franchising-Netzwerken durch Anwendung der Property Rights-Theorie und der Transaktionskostentheorie. Gemäß der Property Rights-Theorie bestimmt die Kontrahierbarkeit (Intangibilität) von Assets die Allokation von Entscheidungs- und Eigentumsrechten zwischen den Netzwerkpartnern. Wenn das System-Knowhow des Franchisegebers im Vergleich zum lokalen Marktwissen des Franchisenehmers sehr wichtig für den Erfolg des Netzwerkes ist, dann wird dem Franchisegeber ein größerer Anteil an Entscheidungs- und Eigentumsrechten übertragen. Nach der Transaktionskostentheorie hängt die Allokation von Eigentums- und Entscheidungsrechten von der Unsicherheit ab. Der Franchisegeber wählt einen geringeren vertikalen Integrationsgrad und überträgt daher mehr Eigentums- und Entscheidungsrechte an den Franchisenehmer, wenn die lokale Marktunsicherheit sehr hoch ist. Weiter testen wir mit Hilfe der Daten von Franching-Netzwerken aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Komplementaritäts- und Substituierbarkeitshypothesen bezüglich der Beziehung zwischen Eigentums- und Entscheidungsrechten in Franchising-Netzwerken. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass dieses Projekt einen wichtigen theoretischen und empirischen Beitrag zur Corporate Governance- und Franchising-Literatur liefert. Wir präsentieren die erste Studie über die Beziehung zwischen Eigentum und Kontrolle in Franchising-Netzwerken, indem wir basierend auf der Property Rights- und Transaktionskostentheorie ein integratives Modell testen. Darüber hinaus liefert diese Studie wichtige Ergebnisse für die Erklärung von Governance-Strukturen anderer Formen von Unternehmensnetzwerken, wie z. B. strategischen Allianzen, Joint Ventures und genossenschaftlichen Netzwerken. 1
Franchise-Netzwerke zeichnen sich durch eine duale Eigentumsstruktur als Mix aus firmeneigenen und Franchise-Filialen aus. Die Beziehungen zwischen dem Franchisegeber und den Managern von firmeneigenen Filialen werden durch Arbeitsverträge mit leistungsorientierten Anreizen geregelt, während die Beziehungen zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer auf Verträgen basieren, die die Verteilung von Kontrollrechten (d.h. Entscheidungs- und Residualeinkommensrechten) regeln. Die Franchisegeber-Franchisenehmer Beziehungen, welche durch spezifische und residuale Kontrollrechte geregelt sind, sind Gegenstand dieses Projektes. Die spezifischen Rechte legen die individuellen Verpflichtungen von Franchisegeber und Franchisenehmer fest, während die residualen Rechte festlegen, wie die Entscheidungen zwischen den Netzwerkpartnern verteilt werden. Das vorliegende Projekt befasst sich mit drei Aspekten von Kontrolle in Franchiseverträgen: Kontrolle durch die Festlegung spezifischer vertraglicher Rechte, Kontrolle durch Festlegung von Entscheidungsrechten, und Kontrolle durch Eigentumsrechte. Das Projekt wurde daher in drei Studien unterteilt: Basierend auf den Erkenntnissen der Transaktionskostentheorie und des Relationalen Governance-Ansatzes untersucht die erste Studie die Faktoren, die die Verwendung von Vertragsklauseln als spezifische Kontrollrechte beeinflussen. Basierend auf der Transaktionskostentheorie und der ressourcenorientierten Theorie untersucht die zweite Studie den Einfluss von Entscheidungsrechten auf die Performance von Franchisesystemen. Schließlich versucht die dritte Studie die Frage zu beantworten, welche Faktoren, ausgehend von der Transaktionskostentheorie, der ressourcenorientierten Theorie und der Kulturtheorie, den Grad der Kontrolle beim internationalen Markteintritt des Franchisegebers beeinflussen. Die empirischen Ergebnisse beruhen auf Daten von Franchisesystemen in europäischen Ländern und den USA.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 43 Zitationen
- 5 Publikationen
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2017
Titel Control and Performance in Franchising Networks DOI 10.1007/978-3-319-57276-5_3 Typ Book Chapter Autor Hajdini I Verlag Springer Nature Seiten 35-56 -
2018
Titel Determinants of contractual restraints in franchise contracting DOI 10.1002/mde.2961 Typ Journal Article Autor Hajdini I Journal Managerial and Decision Economics Seiten 781-791 Link Publikation -
2022
Titel A novel synthesis of two decades of microsatellite studies on European beech reveals decreasing genetic diversity from glacial refugia DOI 10.1007/s11295-022-01577-4 Typ Journal Article Autor Stefanini C Journal Tree Genetics & Genomes Seiten 3 Link Publikation -
2019
Titel Contractual restraints and performance in franchise networks DOI 10.1016/j.indmarman.2019.02.011 Typ Journal Article Autor Hajdini I Journal Industrial Marketing Management Seiten 96-105 -
2023
Titel Multiple control strategies and franchisor performance: Performance effects of authoritative, contractual, and relational control mechanisms DOI 10.1007/s10997-023-09685-6 Typ Journal Article Autor Hajdini I Journal Journal of Management and Governance Seiten 875-904