Die Beziehung zwischen Inhibition of Return und Gedächtnis
The relationship between inhibition of return and memory
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (100%)
Keywords
-
Inhibition Of Return,
Visual Search,
Short-Term Memory,
Eye Movements,
Attention
Wenn wir nach einer 5-Cent Münze in unserer Geldbörse suchen oder im Gedränge nach einer bestimmten Person Ausschau halten, führen wir damit ein grundlegendes menschliches Verhalten aus, nämlich eine visuelle Suche. Visuelle Suche beschreibt die Suche nach einem Zielobjekt (z.B. der 5-Cent Münze) unter einer Menge von Ablenkungsreizen (z.B. alle weiteren Münzen, die sich in der Geldbörse befinden) und wird von uns täglich hundertfach ausgeführt, meistens ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Es gibt in der Forschung bereits zahlreiche Theorien, durch welche Faktoren ein Zielobjekt möglichst schnell gefunden werden kann. Zum Beispiel gibt es Belege, dass wir unser Gedächtnis einsetzen, um eine Suche möglichst effizient durchzuführen. Wir können uns also zumindest ein paar Objekte merken, die wir bereits angesehen haben und können diese Objekte bei Bedarf auch schneller wiederfinden. Es gibt aber auch Hinweise auf andere Funktionen, die uns daran hindern, sofort wieder dort hinzusehen, wo wir bereits gesucht haben. In der Forschungsliteratur wird diese Hemmung zur Rückkehr selbst öfters als eine Art Gedächtnis angesehen, da das Hemmen von zuletzt angesehenen Objekten voraussetzt, dass diese irgendwo im Gedächtnis gespeichert werden. Trotzdem wurde bis jetzt nie untersucht, inwieweit die Hemmung zur Rückkehr auf der einen Seite und unser Gedächtnis auf der anderen Seite sich bei der visuellen Suche gegenseitig beeinflussen oder ob sie vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. In dem vorgeschlagenen Projekt wollen wir eben diese Wechselwirkung genauer untersuchen. Dazu werden wir die Blickbewegungen von Personen aufzeichnen, während diese eine visuelle Suche durchführen. Durch unsere Experimente erwarten wir uns, ein möglichst genaues Bild über diese zwei wichtigen Faktoren bei der visuellen Suche zu erhalten. Damit wird ein wissenschaftlich weitreichender Beitrag zur Forschung auf diesem Gebiet geleistet.
Wenn wir nach einer 5-Cent Münze in unserer Geldbörse suchen oder im Gedränge eine bestimmte Person, führen wir damit ein grundlegendes und alltägliches menschliches Verhalten aus: eine visuelle Suche. Visuelle Suche beschreibt die Suche nach einem Zielobjekt (z.B. der 5-Cent Münze) unter einer Menge von Ablenkungsreizen (z.B. alle weiteren Münzen, die sich in der Geldbörse befinden) und wird von uns täglich hundertfach ausgeführt, meistens ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. In der Forschung existieren zahlreiche Theorien, durch welche Faktoren ein Zielobjekt möglichst schnell gefunden werden kann. Zum Beispiel gibt es Belege, dass wir unser Gedächtnis einsetzen, um eine visuelle Suche möglichst effizient durchzuführen. Es zeigte sich, dass wir uns eine geringe Menge an bereits angesehene Objekte merken können und diese Objekte bei Bedarf auch schneller wiederfinden. Es gibt aber auch Hinweise auf andere Faktoren, die uns daran hindern, sofort wieder dort hinzusehen, wo wir bereits gesucht haben. In der Forschung wird diese "Hemmung zur Rückkehr" (engl.: "Inhibition of Return", IOR) selbst öfters als eine Art Gedächtnis angesehen, da das Hemmen von zuletzt angesehenen Objekten voraussetzt, dass diese "irgendwo" im Gedächtnis gespeichert werden. Trotzdem wurde bis jetzt nie untersucht, inwieweit diese "Hemmung zur Rückkehr" auf der einen Seite und unser Gedächtnis auf der anderen Seite sich bei der visuellen Suche gegenseitig beeinflussen oder ob sie vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. In dem durchgeführten Projekt haben wir diese Wechselwirkung zwischen diesen beiden Prozessen genauer untersucht. Dazu haben wir Blickbewegungsexperimente durchgeführt, in denen Personen visuelle Suchaufgaben durchführen mussten. Die Experimente zeigten uns, dass IOR zwar während der visuellen Suchen auftritt, aber nur unter bestimmten Umständen auch nach einer Suche bestehen bleibt. Gleichzeitig scheint es zwar keinen unmittelbaren Zusammenhang von IOR und (Kurzzeit-)Gedächtnis zu geben, allerdings sind hier die Ergebnisse nicht eindeutig. Hinsichtlich der Frage, ob IOR von der (zukünftigen) Relevanz eines Objekts beeinflusst wird, deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass die Stärke der Hemmung zwar nicht von der Relevanz eines Objekts abhängt, der Suchprozess gemessen anhand der Blickbewegungen jedoch schon. Insgesamt liefern die Ergebnisse des Projekts ein besseres Verständnis des Zusammenhangs Gedächtnis und Inhibition of Return bei der visuellen Suche, und können Anwendungen im Bereich der klinischen Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie unterstützen.
- Donau-Universität Krems - 80%
- Universität Graz - 20%
- Christof Körner, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Iain D. Gilchrist, University of Bristol - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 4 Zitationen
- 14 Publikationen
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2021
Titel The effect of different spatial working memory loads on visual search. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bauch Sa Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT) Seiten 354-358 Link Publikation -
2022
Titel LE CONTEXTE MUSÉAL ET LE DÉVELOPPEMENT DE LA CRÉATIVITÉ DES ENSEIGNANTS EN FORMATION INITIALE LORS D’APPRÉCIATIONS ESTHÉTIQUES DOI 10.7202/1096912ar Typ Journal Article Autor Émond A Journal Revue de recherches en littératie médiatique multimodale -
2022
Titel Attentional and Memory Processes in Visual Search Typ Postdoctoral Thesis Autor Margit Höfler -
2018
Titel Relevance Effects in Repeated Visual Search DOI 10.1167/18.10.811 Typ Journal Article Autor Bauch S Journal Journal of Vision Seiten 811 Link Publikation -
2021
Titel Saccadic and manual response time data on inhibition of return during and after a visual search DOI 10.1016/j.dib.2021.107565 Typ Journal Article Autor Höfler M Journal Data in Brief Seiten 107565 Link Publikation -
2019
Titel Relevance Affects Repeated Visual Search Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bauch Sebastian A. Seiten 151-151 -
2019
Titel When Modality Matters: Inhibition of Return in and After a Visual Search Typ Conference Proceeding Abstract Autor Hoefler Margit Seiten 31-31 -
2019
Titel KNOWLEDGE OF PROSPECTIVELY RELEVANT INFORMATION IMPROVES SEARCH PERFORMANCE DOI 10.36315/2019inpact105 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Höfler M Seiten 424-428 Link Publikation -
2022
Titel Inhibition of Return in Visual Search Does Not Rely on Spatial Working Memory. DOI 10.5709/acp-0343-y Typ Journal Article Autor Höfler M Journal Advances in cognitive psychology Seiten 20-26 Link Publikation -
2017
Titel Is there a conceptual set bias in multiple-target search? Typ Conference Proceeding Abstract Autor Höfler M Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT) Seiten 476-480 Link Publikation -
2019
Titel Post-search IOR: Searching for inhibition of return after search DOI 10.1016/j.actpsy.2019.04.017 Typ Journal Article Autor Höfler M Journal Acta Psychologica Seiten 32-38 Link Publikation -
2016
Titel Inhibition of irrelevant objects in repeated visual search? Typ Conference Proceeding Abstract Autor Bauch Sebastian A. Seiten 5-5 -
2018
Titel Missing targets in multiple-target search; In: Psychology Applications & Developments III. Typ Book Chapter Autor Höfler M Verlag inSciencePress Seiten 247-256 Link Publikation -
2018
Titel Do time-related cues shift spatial attention? Typ Conference Proceeding Abstract Autor Höfler M Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT) Seiten 474-478 Link Publikation