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Die Beziehung zwischen Inhibition of Return und Gedächtnis

The relationship between inhibition of return and memory

Margit Höfler (ORCID: 0000-0001-5871-0417)
  • Grant-DOI 10.55776/P28546
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 04.01.2016
  • Projektende 03.01.2021
  • Bewilligungssumme 185.199 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Psychologie (100%)

Keywords

    Inhibition Of Return, Visual Search, Short-Term Memory, Eye Movements, Attention

Abstract Endbericht

Wenn wir nach einer 5-Cent Münze in unserer Geldbörse suchen oder im Gedränge nach einer bestimmten Person Ausschau halten, führen wir damit ein grundlegendes menschliches Verhalten aus, nämlich eine visuelle Suche. Visuelle Suche beschreibt die Suche nach einem Zielobjekt (z.B. der 5-Cent Münze) unter einer Menge von Ablenkungsreizen (z.B. alle weiteren Münzen, die sich in der Geldbörse befinden) und wird von uns täglich hundertfach ausgeführt, meistens ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Es gibt in der Forschung bereits zahlreiche Theorien, durch welche Faktoren ein Zielobjekt möglichst schnell gefunden werden kann. Zum Beispiel gibt es Belege, dass wir unser Gedächtnis einsetzen, um eine Suche möglichst effizient durchzuführen. Wir können uns also zumindest ein paar Objekte merken, die wir bereits angesehen haben und können diese Objekte bei Bedarf auch schneller wiederfinden. Es gibt aber auch Hinweise auf andere Funktionen, die uns daran hindern, sofort wieder dort hinzusehen, wo wir bereits gesucht haben. In der Forschungsliteratur wird diese Hemmung zur Rückkehr selbst öfters als eine Art Gedächtnis angesehen, da das Hemmen von zuletzt angesehenen Objekten voraussetzt, dass diese irgendwo im Gedächtnis gespeichert werden. Trotzdem wurde bis jetzt nie untersucht, inwieweit die Hemmung zur Rückkehr auf der einen Seite und unser Gedächtnis auf der anderen Seite sich bei der visuellen Suche gegenseitig beeinflussen oder ob sie vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. In dem vorgeschlagenen Projekt wollen wir eben diese Wechselwirkung genauer untersuchen. Dazu werden wir die Blickbewegungen von Personen aufzeichnen, während diese eine visuelle Suche durchführen. Durch unsere Experimente erwarten wir uns, ein möglichst genaues Bild über diese zwei wichtigen Faktoren bei der visuellen Suche zu erhalten. Damit wird ein wissenschaftlich weitreichender Beitrag zur Forschung auf diesem Gebiet geleistet.

Wenn wir nach einer 5-Cent Münze in unserer Geldbörse suchen oder im Gedränge eine bestimmte Person, führen wir damit ein grundlegendes und alltägliches menschliches Verhalten aus: eine visuelle Suche. Visuelle Suche beschreibt die Suche nach einem Zielobjekt (z.B. der 5-Cent Münze) unter einer Menge von Ablenkungsreizen (z.B. alle weiteren Münzen, die sich in der Geldbörse befinden) und wird von uns täglich hundertfach ausgeführt, meistens ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. In der Forschung existieren zahlreiche Theorien, durch welche Faktoren ein Zielobjekt möglichst schnell gefunden werden kann. Zum Beispiel gibt es Belege, dass wir unser Gedächtnis einsetzen, um eine visuelle Suche möglichst effizient durchzuführen. Es zeigte sich, dass wir uns eine geringe Menge an bereits angesehene Objekte merken können und diese Objekte bei Bedarf auch schneller wiederfinden. Es gibt aber auch Hinweise auf andere Faktoren, die uns daran hindern, sofort wieder dort hinzusehen, wo wir bereits gesucht haben. In der Forschung wird diese "Hemmung zur Rückkehr" (engl.: "Inhibition of Return", IOR) selbst öfters als eine Art Gedächtnis angesehen, da das Hemmen von zuletzt angesehenen Objekten voraussetzt, dass diese "irgendwo" im Gedächtnis gespeichert werden. Trotzdem wurde bis jetzt nie untersucht, inwieweit diese "Hemmung zur Rückkehr" auf der einen Seite und unser Gedächtnis auf der anderen Seite sich bei der visuellen Suche gegenseitig beeinflussen oder ob sie vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. In dem durchgeführten Projekt haben wir diese Wechselwirkung zwischen diesen beiden Prozessen genauer untersucht. Dazu haben wir Blickbewegungsexperimente durchgeführt, in denen Personen visuelle Suchaufgaben durchführen mussten. Die Experimente zeigten uns, dass IOR zwar während der visuellen Suchen auftritt, aber nur unter bestimmten Umständen auch nach einer Suche bestehen bleibt. Gleichzeitig scheint es zwar keinen unmittelbaren Zusammenhang von IOR und (Kurzzeit-)Gedächtnis zu geben, allerdings sind hier die Ergebnisse nicht eindeutig. Hinsichtlich der Frage, ob IOR von der (zukünftigen) Relevanz eines Objekts beeinflusst wird, deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass die Stärke der Hemmung zwar nicht von der Relevanz eines Objekts abhängt, der Suchprozess gemessen anhand der Blickbewegungen jedoch schon. Insgesamt liefern die Ergebnisse des Projekts ein besseres Verständnis des Zusammenhangs Gedächtnis und Inhibition of Return bei der visuellen Suche, und können Anwendungen im Bereich der klinischen Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie unterstützen.

Forschungsstätte(n)
  • Donau-Universität Krems - 80%
  • Universität Graz - 20%
Nationale Projektbeteiligte
  • Christof Körner, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Iain D. Gilchrist, University of Bristol - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 4 Zitationen
  • 14 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel The effect of different spatial working memory loads on visual search.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Bauch Sa
    Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT)
    Seiten 354-358
    Link Publikation
  • 2022
    Titel LE CONTEXTE MUSÉAL ET LE DÉVELOPPEMENT DE LA CRÉATIVITÉ DES ENSEIGNANTS EN FORMATION INITIALE LORS D’APPRÉCIATIONS ESTHÉTIQUES
    DOI 10.7202/1096912ar
    Typ Journal Article
    Autor Émond A
    Journal Revue de recherches en littératie médiatique multimodale
  • 2022
    Titel Attentional and Memory Processes in Visual Search
    Typ Postdoctoral Thesis
    Autor Margit Höfler
  • 2018
    Titel Relevance Effects in Repeated Visual Search
    DOI 10.1167/18.10.811
    Typ Journal Article
    Autor Bauch S
    Journal Journal of Vision
    Seiten 811
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Saccadic and manual response time data on inhibition of return during and after a visual search
    DOI 10.1016/j.dib.2021.107565
    Typ Journal Article
    Autor Höfler M
    Journal Data in Brief
    Seiten 107565
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Relevance Affects Repeated Visual Search
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Bauch Sebastian A.
    Seiten 151-151
  • 2019
    Titel When Modality Matters: Inhibition of Return in and After a Visual Search
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Hoefler Margit
    Seiten 31-31
  • 2019
    Titel KNOWLEDGE OF PROSPECTIVELY RELEVANT INFORMATION IMPROVES SEARCH PERFORMANCE
    DOI 10.36315/2019inpact105
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Höfler M
    Seiten 424-428
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Inhibition of Return in Visual Search Does Not Rely on Spatial Working Memory.
    DOI 10.5709/acp-0343-y
    Typ Journal Article
    Autor Höfler M
    Journal Advances in cognitive psychology
    Seiten 20-26
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Is there a conceptual set bias in multiple-target search?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Höfler M
    Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT)
    Seiten 476-480
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Post-search IOR: Searching for inhibition of return after search
    DOI 10.1016/j.actpsy.2019.04.017
    Typ Journal Article
    Autor Höfler M
    Journal Acta Psychologica
    Seiten 32-38
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Inhibition of irrelevant objects in repeated visual search?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Bauch Sebastian A.
    Seiten 5-5
  • 2018
    Titel Missing targets in multiple-target search; In: Psychology Applications & Developments III.
    Typ Book Chapter
    Autor Höfler M
    Verlag inSciencePress
    Seiten 247-256
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Do time-related cues shift spatial attention?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Höfler M
    Konferenz International Psychological Applications Conference and Trends (InPACT)
    Seiten 474-478
    Link Publikation

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