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Die skeptische Perspektive

The Skeptical Perspective

Guido Melchior (ORCID: 0000-0001-6494-560X)
  • Grant-DOI 10.55776/P28884
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2016
  • Projektende 31.03.2020
  • Bewilligungssumme 202.256 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    Epistemology, Mooreanism, Skepticism, Contextualism, Bootstrapping

Abstract Endbericht

Der Skeptizimus vertritt die These, dass wir in einem Bereich kein Wissen besitzen können, von dem wir üblicherweise glauben, Wissen zu besitzen. Er ist insofern problematisch, als er unseren alltäglichen Intuitionen und unserem positiven philosophischen Bild über die Möglichkeiten von Wissen widerspricht. Daher kann eine Erklärung und Lösung des skeptischen Problems nach wie vor als eine zentrale erkenntnistheoretische Herausforderung angesehen werden und viele philosophische Ansätze können vorrangig als eine Reaktion auf den Skeptizismus angesehen werden. Ziel dieses Projekts ist die Erklärung und Lösung der meistdiskutierten Version von Skeptizismus, nämlich des von Descartes eingeführten Skeptizismus über die Außenwelt. In der zeitgenössischen Literatur wird das skeptische Problem wie folgt dargestellt: Wenn ich Wissen über die Außenwelt besitze, dann weiß ich, dass die skeptische Hypothese falsch ist. Ich weiß nicht, dass die skeptische Hypothese falsch ist. Daher besitze ich kein Wissen über die Außenwelt. Dieses Argument deckt eine Art Rätsel auf: Jede der Konklusionen erscheint plausible, aber die Konklusion erscheint inakzeptabel. Demnach muss eine zufriedenstellende Lösung des skeptischen Problems zwei Kriterien erfüllen: Erstens muss sie uns erklären, wie wir Wissen über die Außenwelt besitzen können, und zweitens muss sie erklären, warum uns das skeptische Argument so erstaunlich plausible erscheint. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werde ich den folgenden innovativen Ansatz verfolgen: Wir müssen zwischen den kognitiven Prozessen des normalen Glaubenserwerbs und der normalen Selbstreflexion und jenen kognitiven Prozessen der Selbstreflexion unterscheiden, die darauf basieren, dass eine Person ihre eigenen Erlebnisse und Überzeugungen anzweifelt. Im Fall der normalen Selbstreflexion erwerben wir Glaubenseinstellungen über die Außenwelt und teilweise auf der Grundlage dieser Glaubenseinstellungen erwerben wir auch reflektierte Glaubenseinstellungen, dass unsere Glaubenseinstellungen über die Außenwelt wahr sind. Der Skeptiker argumentiert, dass diese Form des Schließens ein Fall von Mooreschem Schließen ist. Diese Schlussform wird häufig als problematisch angesehen, weil ihr nachgesagt wird, dass die Rechtfertigung sich nicht von den Prämissen auf die Konklusion überträgt, weil die Konklusion nicht sensitiv ist oder weil Mooresches Schließen kein überzeugendes Argument darstellt. In diesem Projekt werde ich argumentieren dass diese Probleme sich nur für den spezifischen kognitiven Prozess der Selbstreflexion basierend auf der skeptischen Anzweiflung der eigenen Glaubenseinstellungen ergeben. Dieser kognitive Prozess wiederum basiert auf einem Perspektivenwechsel, den wir durchführen, indem wir gegenüber unseren eigenen mentalen Einstellungen einen distanzierten Standpunkt einnehmen, wenn wir auf die repräsentationale Natur unserer eigenen Erlebnisse und Glaubenseinstellungen fokussieren. Diesen Ansatz bezeichne ich als Perspektivismus. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, fünf Artikel zu Skeptizimus und zu den Möglichkeiten und Grenzen des Argumentierens, Demonstrierens und Überprüfens für internationale philosophische Fachzeitschriften fertigzustellen, so wie eine Monographie mit dem Titel The Skeptical Perspective abzufassen.

In this project, I authored a monograph 'Guido Melchior: Knowing and Checking: An Epistemological Investigation (Routledge 2019, viii + 278pp)' together with other papers. Checking is a very common concept for describing a subject's epistemic goals and actions. Surprisingly, there has been no philosophical attention paid to the notion of checking, and thus there is no theory of checking on the market. In Knowing and Checking: An Epistemological Investigation I argue that successfully checking is best explained in terms of the modal features of the method used for checking. Crucially, successfully checking whether p is true requires using a method that is sensitive with respect to a proposition p, i.e. a method that would not indicate that p, if p were false. Thus, sensitivity is necessary for checking while it is not necessary for knowing, as has been argued in the philosophical literature. Hence, sensitivity marks a crucial distinction between knowing and checking. Knowing and Checking: An Epistemological Investigation accomplishes three major tasks: (1) It breaks new ground by developing the first thorough epistemic theory of checking. (2) It provides a novel explanation of enduring epistemological problems, such as the skeptical problem, via a theory of checking instead of, as is the usual strategy, by a theory of knowledge. (3) It settles a lively debate in epistemology by arguing that sensitivity is necessary for checking but not for knowing, thereby finding a new home for the much discussed modal sensitivity principle. Methodological originality of the project: Most epistemological questions and accounts center on the notion of knowing. However, our epistemic and rational practice is multifaceted and involves checking, arguing, convincing, demonstrating, and proving. Accordingly, many of our epistemic intuitions not only center on the concept of knowing but also concern these alternative epistemic concepts and practices. Nevertheless, these concepts are much neglected in contemporary epistemology. This is a shortcoming, for two reasons. First, these phenomena are interesting in their own right and deserve our epistemological attention. Second, our understanding of these concepts enriches our understanding of what knowledge is and of why we have certain intuitions about knowledge in certain contexts. Against orthodox epistemology, and especially against knowledge-first epistemology as championed by Williamson, my methodological approach is to provide an analysis of these common but philosophically neglected epistemic concepts. This is an open project. First, the elaborated sensitivity account of checking can be further developed and additional applications can be found. Second, other epistemic concepts, such as arguing, can be analyzed analogously. Thereby we gradually extend the range of recent epistemological analysis.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Nenad Miscevic, University of Maribor - Slowenien
  • Ernest Sosa, Rutgers University - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Peter D. Klein, Rutgers University - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Keith Lehrer, University of Arizona - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Stewart Cohen, University of Arizona - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Duncan Pritchard, University of Edinburgh - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 66 Zitationen
  • 23 Publikationen
  • 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2020
    Titel Sensitivity Principle in Epistemology; In: Philosophy
    DOI 10.1093/obo/9780195396577-0404
    Typ Book Chapter
    Verlag Oxford University Press
  • 2020
    Titel A modal theory of discrimination
    DOI 10.1007/s11229-020-02747-4
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Synthese
    Seiten 10661-10684
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Knowing and Checking, An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239
    Typ Book
    Autor Melchior G
    Verlag Taylor & Francis
  • 2019
    Titel Checking, Alternatives, and Discrimination; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-4
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Introduction; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-1
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Modal Knowledge Accounts; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-2
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel SAC; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-3
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Knowing and Checking: An Epistemological Investigation
    Typ Book
    Autor Melchior
    Verlag Taylor & Francis Ltd
  • 2019
    Titel Handbuch Erkenntnistheorie
    Typ Book
    Autor Grajner Martin
    Verlag Springer-Verlag Berlin and Heidelberg GmbH & Co. KG
  • 2019
    Titel SAC and the Skeptical Puzzle; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-8
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel SAC and Knowledge Puzzles; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-6
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Checking and Bootstrapping; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-7
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Checking, Inferences, and Necessities; In: Knowing and Checking - An Epistemological Investigation
    DOI 10.4324/9780429030239-5
    Typ Book Chapter
    Verlag Routledge
  • 2019
    Titel Außenweltskeptizismus
    DOI 10.1007/978-3-476-04632-1_37
    Typ Book Chapter
    Autor Melchior G
    Verlag Springer Nature
    Seiten 305-315
  • 2019
    Titel Handbuch Erkenntnistheorie: Ein Abriss
    DOI 10.1007/978-3-476-04632-1_1
    Typ Book Chapter
    Autor Grajner M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 3-10
  • 2016
    Titel Easy Knowledge, Closure Failure, or Skepticism: A Trilemma
    DOI 10.1111/meta.12180
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Metaphilosophy
    Seiten 214-232
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Epistemic Contextualism: A Defense, written by, Peter Baumann
    DOI 10.1163/18756735-000036
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Grazer Philosophische Studien
    Seiten 1-7
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The persuasiveness puzzle about bootstrapping
    DOI 10.1111/rati.12253
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Ratio
    Seiten 27-36
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Sensitivity, safety, and impossible worlds
    DOI 10.1007/s11098-020-01453-8
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Philosophical Studies
    Seiten 713-729
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Sensitivity has Multiple Heterogeneity Problems: a Reply to Wallbridge
    DOI 10.1007/s11406-017-9873-5
    Typ Journal Article
    Autor Melchior G
    Journal Philosophia
    Seiten 1741-1747
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Knowledge and representations: explaining the skeptical puzzle
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Melchior
    Konferenz The Philosophy of Perception and Observation. Papers of the 40th International Wittgenstein Symposium
    Seiten 150-152
  • 2017
    Titel Baseless knowledge
    Typ Journal Article
    Autor Guido Melchior
    Journal Croatian Journal of Philosophy
    Seiten 211-231
  • 2017
    Titel Epistemic luck and logical necessities: armchair luck revisited; In: Thought Experiments between Nature and Society: A Festschrift for Nenad Miščević
    Typ Book Chapter
    Autor Guido Melchior
    Verlag Cambridge Scholars
    Seiten 137-150
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2018
    Titel Managing Editor of Grazer Philosophische Studien
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2017
    Titel Elisabeth and Werner Leinfellner Award 2017 for outstanding contributions.
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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