Periurbane Form in den peruanischen Anden
Periurban form in the Peruvian Andes
Wissenschaftsdisziplinen
Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (100%)
Keywords
-
Environmental Perception,
Participation,
Urban Morphology,
Agricultural Change,
Environmental Planning,
Urbanization
Während der Globalisierung der letzten drei Jahrzehnte waren die Zersiedelung und der Verlust von Agrarland durch Siedlungswachstum bedeutende Prozesse im Hinterland vieler Städte. Diese Prozesse hatten und haben sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf periurbane Landwirte. In Gebirgstälern, zum Beispiel in den peruanischen Anden, wo seit den 1980er Jahren die produktivsten Flächen von periurbanen Talböden zunehmend urbanisiert werden, wird dies besonders klar: Erstens, weil die Talböden im Gegensatz zu den Hängen und Hochebenen bewässert werden und so bedeutend für die agrarische Produktion und die Schaffung von Einkommen während der Trockenzeit sind, und zweitens, weil das Land am Talboden oft nur von Bauern gepachtet wird. Die eigentlichen Landeigentümer weigern sich zunehmend, Land weiterhin zu verpachten, weil sie in Erwartung hoher Grundstückspreise mit dem Verkauf ihres Eigentums an Immobilienentwickler spekulieren. Unterschiedliche Formen des Städtewachstums in Andentälern wirken sich verschieden auf die periurbanen Kleinbauern aus. Diese bevorzugen allerdings keineswegs ausschließlich kompaktes Wachstum, sondern finden durchaus auch die Zersiedelung am Talboden vorteilhaft. Diese ermöglicht es ihnen, von den Vorteilen der Urbanisierung (z. B. verbesserte Infrastruktur) zu profitieren und gleichzeitig Landwirtschaft betreiben zu können. Diese Tatsache wurde weitestgehend von der Wissenschaft ignoriert. Das Projekt beschreibt und erklärt die Veränderungen in der Stadtgestalt sowie der Landbedeckung für die drei andinen Städte Cajamarca, Cusco und Huancayo (einschließlich dem jeweiligen Umland). Der zeitliche Fokus liegt dabei auf den letzten drei Jahrzehnten. Es werden die Wahrnehmungen periurbaner Kleinbauern hinsichtlich dieser Veränderung erfasst und schließlich die Konsequenzen selbiger für die Landnutzungsentscheidungen analysiert. Schließlich identifiziert das Projekt die von Kleinbauern bevorzugten Formen des Städtewachstums und erarbeitet in einem kollaborativen Prozess sogenannte performance zones, die auf Grundlage von gemeinschaftlich definierten Qualitätskriterien die flexible Raumplanung des Bereichs zwischen Stadt und Land ermöglichen könnten. Das Projekt stellt insgesamt einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Probleme andiner Kleinbauern, die an der Peripherie wachsender Städte leben. Zugleich ist es ein vielversprechender Versuch, periurbane Gebiete in Gebirgsräumen des Globalen Südens gerechter und zukunftsfähiger zu machen.
- Hildegardo Córdova Aguilar, Avenida Universitaria - Peru
Research Output
- 84 Zitationen
- 3 Publikationen
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2020
Titel Cultural ecosystem services in mountain regions: Conceptualising conflicts among users and limitations of use DOI 10.1016/j.ecoser.2020.101210 Typ Journal Article Autor Schirpke U Journal Ecosystem Services Seiten 101210 Link Publikation -
2021
Titel Cusco: Profile of an Andean city DOI 10.1016/j.cities.2021.103169 Typ Journal Article Autor Branca D Journal Cities Seiten 103169 Link Publikation -
2021
Titel Urbanization, Touristification and Verticality in the Andes: A Profile of Huaraz, Peru DOI 10.3390/su13116438 Typ Journal Article Autor Branca D Journal Sustainability Seiten 6438 Link Publikation