Einfluss hormoneller Verhütung auf Gehirn und Verhalten
Effects of hormonal contraceptives on brain and behavior
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (25%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%); Psychologie (25%)
Keywords
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Sex Hormones,
Puberty,
Hormonal Contraceptives,
Cognition,
Brain Structure,
Brain Function
Hormonelle Verhütungsmittel, speziell die Pille, gibt es nunmehr seit über 50 Jahren. Sie werden von 150 Millionen Frauen weltweit verwendet. Seit ihrer Entwicklung wurde viel zu Gesundheitsrisiken und emotionalen Nebenwirkungen geforscht. Zu der Frage, ob die Pille auch das Gehirn in seiner Struktur und Funktion beeinflusst, gibt es allerdings nur eine Handvoll von relativ neuen Studien. Diese Studien sind jedoch meist klein angelegt und vergleichen Frauen, die hormonell verhüten, nicht mit sich selbst, sondern mit Frauen, die nicht hormonell verhüten. Ihre Aussagekraft ist daher eingeschränkt. Dennoch haben diese Studien weltweit für großes Aufsehen gesorgt, was zeigt, dass Frauen ein großes Bedürfnis haben, zu verstehen, ob und wie sich ihr Gehirn durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel verändert. Dieses Projekt will daher den Einfluss hormoneller Verhütungsmittel auf Gehirn und Verhalten erstmals systematisch erforschen. In der ersten Phase des Projekts, sollen Veränderungen durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel identifiziert werden. Speziell versuchen wir zu verstehen, welche Gehirnregionen genau betroffen sind, ob die Veränderungen in Gehirn direkt mit Veränderungen im Verhalten in Beziehung gesetzt werden können und ob die Veränderungen sich zwischen verschiedenen Arten von Verhütungsmitteln unterscheiden. Spezielles Augenmerk wird auch darauf gelegt, wie hormonelle Verhütungsmittel das Gehirn während sensibler Perioden der Gehirnentwicklung, insbesondere der Pubertät, beeinflussen. Dazu werden Gehirnstruktur und -funktion in mehreren Gruppen von Frauen mit bildgebenden Verfahren zu verschiedenen Zeitpunkten untersucht, bevor, während und nachdem sie die Pille einnehmen.
- Universität Salzburg - 100%
- Jan Sijbers, Universiteit Antwerpen - Belgien
- Julia Sacher, Max Planck Institute for Human Cognitive and Brain Sciences - Deutschland
- Inger Sundström Poromaa, Uppsala Universitet - Schweden
- Larry Cahill, University of California at Irvine - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 82 Zitationen
- 5 Publikationen
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2022
Titel Sex and strategy effects on brain activation during a 3D-navigation task DOI 10.1038/s42003-022-03147-9 Typ Journal Article Autor Noachtar I Journal Communications Biology Seiten 234 Link Publikation -
2019
Titel Neurobiological mechanisms underlying sex-related differences in stress-related disorders: Effects of neuroactive steroids on the hippocampus DOI 10.1016/j.yfrne.2019.100796 Typ Journal Article Autor Hillerer K Journal Frontiers in Neuroendocrinology Seiten 100796 Link Publikation -
2022
Titel Oral Contraceptives Modulate the Relationship Between Resting Brain Activity, Amygdala Connectivity and Emotion Recognition – A Resting State fMRI Study DOI 10.3389/fnbeh.2022.775796 Typ Journal Article Autor Menting-Henry S Journal Frontiers in Behavioral Neuroscience Seiten 775796 Link Publikation -
2022
Titel Weak associations between personality and contraceptive choice DOI 10.3389/fnins.2022.898487 Typ Journal Article Autor Pletzer B Journal Frontiers in Neuroscience Seiten 898487 Link Publikation -
2021
Titel The gonadal response to social stress and its relationship to cortisol DOI 10.1080/10253890.2021.1891220 Typ Journal Article Autor Pletzer B Journal Stress Seiten 866-875 Link Publikation