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Chromatin Chaperone in der Regulation der Fungalen Virulenz

Chromatin Chaperones in the Regulation of Fungal Virulence

Karl Kuchler (ORCID: 0000-0003-2719-5955)
  • Grant-DOI 10.55776/P32582
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2019
  • Projektende 31.12.2023
  • Bewilligungssumme 352.664 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (25%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (75%)

Keywords

    HIR complex, Fungal Virulence, Immune Surveillance, Candida species, Chromatin Chaperone, Fungal Pathogen

Abstract Endbericht

Infektionen mit pathogenen Pilzen zählen zu den häufigsten jedoch massiv unterschätzten Todesursachen, da weltweit etwa 1,4 Millionen Menschen an Pilzinfektionen sterben. Die erhöhte Lebenserwartung und die stetig wachsende alternde Bevölkerung ist einem erhöhten Risiko für Pilzinfektionen ausgesetzt, vor allem weil die mit dem Altern einhergehenden Immunschwächen die Empfindlichkeit für mikrobielle Infektionen generell stark erhöhen. Die opportunistischen Pilze der Candida spezies (C. albicans, glabrata, auris) sind die häufigsten Erreger von Pilzinfektionen beim Menschen, die bei ausgeprägter Immunschwäche zu schwerwiegenden chronischen oberflächlichen Infektionen sowie auch invasiven Candidosen von dramatisch hoher Mortalitätsrate von über 40% führen können. Etwa 1,4 Millionen Menschen sterben jährlich an invasiven Pilzinfektionen, wobei insbesondere ältere Menschen einem hohen Risiko ausgesetzt sind, da die Qualität der Immunabwehr stetig abnimmt. Die Pathogenität von Candida spp. wird sowohl durch genetische Elemente im Pathogen, als auch durch die Qualität der Immunüberwachung bestimmt. Allerdings zeigen neueste Erkenntnisse, dass nicht nur genetische Regulatoren, sondern auch das sogenannte Chromatin, in dem die gesamte Erbinformation mit ihren Genen verpackt ist, den Grad der Pathogenität bestimmen. Weiters spielen die funktionellen Einheiten vom Chromatin (die Nukleosomen) in der Pilzvirulenz eine essentielle Rolle. Die Hauptbestandteile von Nukleosomen (die Histon Eiweiße), können chemisch modifiziert werden, um die Aktivität des Chromatins und somit die Genexpression zu verändern. Die korrekte funktionelle Verpackung von Genen im Chromatin benötigt auch Chaperone, also Eiweißstoffe, die sicherstellen, dass nur korrekt gereifte Nukleosomen oder Histonproteine ins Chromatin eingebaut werden. Das Chromatin Chaperon HIR spielt in C. albicans eine essentielle Rolle in der adaptiven Genregulation. HIR kontrolliert die Pilzvirulenz indem die Wechselwirkung von Histon-modifizierenden Eiweißstoffen mit genetischen Regulatoren von Virulenzgenen kontrolliert wird. Candida spp. stehen unter einem permanenten Druck, der Immunüberwachung des Wirtes zu entkommen. Es ist jedoch relativ wenig über die molekularen Mechanismen bekannt, mit denen HIR die Kontrolle von Virulenzgenen als Antwort auf die Immunüberwachung bewerkstelligt. Unsere Hypothese ist daher, dass das HIR Chaperon die Aktivität von genetischen Netzwerken der Pilzvirulenz als Antwort auf die Immunüberwachung des Wirtes reguliert. Wir werden zuerst mit Tiermodellen testen welche Konsequenzen die genetische Entfernung von HIR auf die Manifestation der Pilzvirulenz hat. Danach werden wir testen, wieHIR-abhängigeGenregulatoren und histonmodifizierende Enzyme Candida spp Pathogenität kontrollieren. Dieses FWF Projekt wird höchst innovative genomische Ansätze, verbunden mit ausführlicher Bioinformatik und Proteomik, einsetzen, um neue HIR-abhängigeregulatorischegenetische Netzwerke in einem Humanpathogen zu identifizieren. Wir erwarten von den Ergebnissen neue Erkenntnisse, wie das HIR Chaperon für neuartige therapeutische Ansätze in der antifungalen Therapie eingesetzt werden kann. 1

Infektionen mit pathogenen Pilzen zählen zu den häufigsten jedoch massiv unterschätzten Todesursachen, da weltweit etwa 3-4 Millionen Menschen an invasiven Pilzinfektionen sterben. Die erhöhte Lebenserwartung und die stetig wachsende alternde Bevölkerung ist einem erhöhten Risiko für Pilzinfektionen ausgesetzt, vor allem weil die mit dem Altern einhergehenden Immunschwächen die Empfindlichkeit für mikrobielle Infektionen generell stark erhöhen. Die opportunistischen Pilze der Candida spezies (C. albicans, C. glabrata, C. auris) sind die häufigsten Erreger von Pilzinfektionen beim Menschen, die vor allem bei ausgeprägter Immunschwäche zu schwerwiegenden chronischen oberflächlichen Infektionen sowie auch invasiven Candidosen mit dramatisch hoher Mortalitätsrate von über 40% führen können. Die Pathogenität von Candida spp. wird sowohl durch genetische Elemente im Pathogen, als auch durch die Qualität der Immunüberwachung bestimmt. Allerdings zeigen neueste Erkenntnisse, dass nicht nur genetische Regulatoren, sondern auch das sogenannte Chromatin, in dem die gesamte Erbinformation mit ihren Genen verpackt ist, den Grad der Pathogenität bestimmen. Weiters spielen die funktionellen Einheiten vom Chromatin (die Nukleosomen) in der Pilzvirulenz eine essentielle Rolle. Die Hauptbestandteile von Nukleosomen (die Histon Eiweiße), können chemisch modifiziert werden, um die Aktivität des Chromatins und somit die Genexpression zu verändern. Die korrekte funktionelle Verpackung von Genen im Chromatin benötigt auch Chaperone, also Eiweißstoffe, die sicherstellen, dass nur korrekt "gereifte" Nukleosomen oder Histonproteine ins Chromatin eingebaut werden. Das Chromatin Chaperon HIR spielt in C. albicans eine essentielle Rolle in der adaptiven Genregulation. HIR kontrolliert die Pilzvirulenz aber auch die Resistenz gegen antifungale Medikamente indem die Wechselwirkung von Histon-modifizierenden Eiweißstoffen mit genetischen Regulatoren der Zielgene kontrolliert wird. Candida Pilze stehen unter einem permanenten Druck die Immunüberwachung des Wirtes zu vermeiden. Es ist jedoch relativ wenig über die molekularen Mechanismen bekannt, mit denen der HIR Komplex die Kontrolle von Virulenz- und Resistenzgenen als Antwort auf die Immunüberwachung bewerkstelligt. Unsere zentrale Hypothese ist daher, dass das HIR Chaperon auf die Wirtsimmunabweh reagiert, indem das Chaperon genetische Netzwerke der Virulenz und Resistenz. reguliert. Wir werden zuerst testen welche Konsequenzen die genetische Entfernung von HIR auf Virulenz und Resistenz hat. Danach werden wir testen, wie HIR-abhängige Genregulatoren und histon-modifizierende Enzyme die Pathogenität von C. albicans, und C. auris) kontrollieren. Dieses FWF Projekt wird höchst innovative genomische Ansätze, verbunden mit ausführlicher Bioinformatik und Proteomik, einsetzen, um neue HIR-abhängige regulatorische genetische Netzwerke in einem Pilzpathogen zu identifizieren. Wir erwarten von den Ergebnissen Erkenntnisse die für verbesserte therapeutische Ansätze in der antifungalen Therapie eingesetzt werden können.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Markus Hartl, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Neeraj Chauhan, Hackensack University Medical Center - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 180 Zitationen
  • 16 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Carbon Dioxide Controls Fungal Fitness and Skin Tropism of Candida auris
    DOI 10.1101/2024.04.12.589292
    Typ Preprint
    Autor Penninger P
  • 2024
    Titel The Candida auris Hog1 MAP kinase is essential for the colonization of murine skin and intradermal persistence.
    DOI 10.1101/2024.03.18.585572
    Typ Journal Article
    Autor Chauhan M
    Journal bioRxiv : the preprint server for biology
  • 2024
    Titel Native human and mouse skin infection models to study Candida auris-host interactions.
    DOI 10.1016/j.micinf.2023.105234
    Typ Journal Article
    Autor Arzani H
    Journal Microbes and infection
    Seiten 105234
  • 2022
    Titel Comparative Transcriptomics Reveal Possible Mechanisms of Amphotericin B Resistance in Candida auris
    DOI 10.1128/aac.02276-21
    Typ Journal Article
    Autor Shivarathri R
    Journal Antimicrobial Agents and Chemotherapy
    Link Publikation
  • 2021
    Titel The involvement of the Candida glabrata trehalase enzymes in stress resistance and gut colonization
    DOI 10.1080/21505594.2020.1868825
    Typ Journal Article
    Autor Van Ende M
    Journal Virulence
    Seiten 329-345
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Quantification of zinc intoxication of Candida glabrata after phagocytosis by primary macrophages
    DOI 10.1016/j.xpro.2021.100352
    Typ Journal Article
    Autor Penninger P
    Journal STAR Protocols
    Seiten 100352
    Link Publikation
  • 2021
    Titel The histone chaperone HIR maintains chromatin states to control nitrogen assimilation and fungal virulence
    DOI 10.1016/j.celrep.2021.109406
    Typ Journal Article
    Autor Jenull S
    Journal Cell Reports
    Seiten 109406
    Link Publikation
  • 2020
    Titel ATAC-Seq Identifies Chromatin Landscapes Linked to the Regulation of Oxidative Stress in the Human Fungal Pathogen Candida albicans
    DOI 10.3390/jof6030182
    Typ Journal Article
    Autor Jenull S
    Journal Journal of Fungi
    Seiten 182
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The YEATS Domain Histone Crotonylation Readers Control Virulence-Related Biology of a Major Human Pathogen
    DOI 10.1016/j.celrep.2020.107528
    Typ Journal Article
    Autor Wang Q
    Journal Cell Reports
    Seiten 107528
    Link Publikation
  • 2020
    Titel ATAC-seq identifies chromatin landscapes linked to the regulation of oxidative stress in the human fungal pathogen Candida albicans
    DOI 10.1101/2020.05.07.080739
    Typ Preprint
    Autor Jenull S
    Seiten 2020.05.07.080739
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Type I Interferons Ameliorate Zinc Intoxication of Candida glabrata by Macrophages and Promote Fungal Immune Evasion
    DOI 10.1016/j.isci.2020.101121
    Typ Journal Article
    Autor Riedelberger M
    Journal iScience
    Seiten 101121
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Grand Challenges in Infectious Diseases: Are We Prepared for Worst-Case Scenarios?
    DOI 10.3389/fmicb.2020.613383
    Typ Journal Article
    Autor Cloeckaert A
    Journal Frontiers in Microbiology
    Seiten 613383
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Transcriptome Signatures Predict Phenotypic Variations of Candida auris
    DOI 10.3389/fcimb.2021.662563
    Typ Journal Article
    Autor Jenull S
    Journal Frontiers in Cellular and Infection Microbiology
    Seiten 662563
    Link Publikation
  • 2022
    Titel A Proteomic Approach for the Quantification of Posttranslational Protein Lysine Acetylation in Candida albicans
    DOI 10.1007/978-1-0716-2549-1_3
    Typ Book Chapter
    Autor Shivarathri R
    Verlag Springer Nature
    Seiten 41-54
  • 2022
    Titel Transcriptomics and Phenotyping Define Genetic Signatures Associated with Echinocandin Resistance in Candida auris
    DOI 10.1128/mbio.00799-22
    Typ Journal Article
    Autor Jenull S
    Journal mBio
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Sugar Phosphorylation Controls Carbon Source Utilization and Virulence of Candida albicans
    DOI 10.3389/fmicb.2020.01274
    Typ Journal Article
    Autor Wijnants S
    Journal Frontiers in Microbiology
    Seiten 1274
    Link Publikation

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