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Numerische Constraints für die Wigner- und Sigmagleichung

Numerical Constraints for the Wigner and the Sigma Equation

Hans Kosina (ORCID: 0000-0003-1616-4942)
  • Grant-DOI 10.55776/P33151
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2020
  • Projektende 31.03.2024
  • Bewilligungssumme 289.968 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (30%); Mathematik (50%); Nanotechnologie (10%); Physik, Astronomie (10%)

Keywords

    Resonant Tunneling Diode, Electronic Transport, Wigner equation, Quantum Transport, Density Matrix, Conservative Discretization Schemes

Abstract Endbericht

Numerische Simulation (Technology Computer-Aided Design, TCAD ) wird bei der Entwicklung von Halbleiter-Bauelementen eingesetzt, um die Anzahl kostspieliger Experimente zu minimieren und die Produkteinführungszeit zu reduzieren. Moderne integrierte Schaltungen basieren auf winzigen Halbleiterstrukturen, deren charakteristische Abmessungen im Nanometer-Bereich liegen. Bei dieser Größenordnung sind Quanteneffekte zu berücksichtigen, da sie das Verhalten der Bauelemente entscheidend mitbestimmen. Eugene Paul Wigner (1902-1995) war ein gebürtig österreich-ungarischer Physiker, der eine mathematische Formulierung der Quantenmechanik entwickelte, die formal einer Beschreibung im klassischen Phasenraum sehr nahesteht. Dieser Formalismus ermöglicht es, mathematische Modelle (Transportgleichungen) zu definieren, die teils klassische und teils quantenmechanische Aspekte beinhalten. Aus diesem Grund ist dieser Formalismus besonders geeignet, um moderne Halbleiter- Bauelemente zu beschreiben. In diesem Projekt werden numerische Methoden für die Lösung der stationären Wignergleichung entwickelt. Diese Gleichung kann etwa dazu verwendet werden, um Strom-Spannungs-Kennlinien von hochminiaturisierten Halbleiter-Bauelementen zu berechnen. Ein häufig verwendetes numerisches Verfahren zur Lösung der Wignergleichung geht auf William Frensley zurück. Ein großer Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Lösung stark von den Parametern der Diskretisierung und insbesondere von der Feinheit des verwendeten Rechengitters abhängt. Im ungünstigsten Fall kann dieses Verfahren auch völlig falsche Ergebnisse liefern. Die Wignergleichung enthält am Nullpunkt der Impulsvariablen (k = 0) eine Singularität. Wir gehen davon aus, dass die Methode von Frensley diese Singularität nicht korrekt behandelt, und dass aus diesem Grund die Methode fallweise unphysikalische Ergebnisse liefert. In diesem Projekt erforschen wir einen neuen Lösungsansatz, der die oben beschriebenen Probleme vermeidet. Zu diesem Zweck ist es nötig, dass man für k = 0 zwei Gleichungen vorgibt. Eine Gleichung beschreibt eine Zwangsbedingung, die sicherstellt, dass die Lösung des Systems für k = 0 nicht singulär, also nicht unendlich wird. Die zweite Gleichung ist dann die eigentliche Transportgleichung für k = 0. Insgesamt wird das Gleichungssystem dadurch überbestimmt. Man hat also mehr Gleichungen als Unbekannte. Ein derartiges Gleichungssystem kann nur näherungsweise gelöst werden. In diesem Projekt wird zuerst die überbestimmte Wignergleichung in einer Raumdimension untersucht und geeignete numerische Lösungsmethoden entwickelt. Danach wird die Methode auf zwei Raumdimensionen erweitert. Ein wichtiger Punkt ist die Wahl geeigneter Randbedingungen. Da die numerische Lösung der Wignergleichung in mehreren Raumdimensionen rechenzeit-intensiv ist, soll das Lösungsverfahren parallelisiert werden.

Numerische Simulation (Technology Computer-Aided Design, TCAD ) wird bei der Entwicklung von Halbleiter-Bauelementen eingesetzt, um die Anzahl kostspieliger Experimente zu minimieren und die Produkteinführungszeit zu reduzieren. Moderne integrierte Schaltungen basieren auf winzigen Halbleiterstrukturen, deren charakteristische Abmessungen im Nanometer-Bereich liegen. Bei dieser Größenordnung sind Quanteneffekte zu berücksichtigen, da sie das Verhalten der Bauelemente entscheidend mitbestimmen. Eugene Paul Wigner (1902-1995) hat eine mathematische Formulierung der Quantenmechanik entwickelt, die formale Ähnlichkeit mit einer Beschreibung im klassischen Phasenraum aufweist. Aus diesem Grund ist dieser Formalismus besonders geeignet, um moderne Halbleiter-Bauelemente zu beschreiben. Ein häufig verwendetes numerisches Verfahren zur Lösung der Wignergleichung geht auf William Frensley zurück. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Lösung stark von den Parametern der Diskretisierung, insbesondere von der Feinheit des verwendeten Rechengitters, abhängt. Im ungünstigsten Fall kann dieses Verfahren auch völlig falsche Ergebnisse liefern. In diesem Projekt wurde die Ursache für das Versagen dieses Lösungsverfahrens identifiziert und zwei unterschiedliche, stabile Verfahren entwickelt. Dabei wird auch die zur Wignergleichung äquivalente von Neumangleichung in einem gedrehten Koordinatensystem, auch sigma-Gleichung genannt, verwendet. Letztere ist für numerische Berechnungen besonders vorteilhaft, weil die Systemmatrix nur spärlich besetzt ist. Das Besondere an diesen Gleichungen ist, dass sie überbestimmt sind: Im Fall der Wignergleichung erhält man für die Nullgeschwindigkeit zwei Gleichungen anstatt nur einer, im Fall der sigma-Gleichung zwei Randbedingungen, obwohl die Gleichung nur eine Randbedingung zulässt. Ein hier entwickelter Ansatz verwendet sogenannte Einström-Randbedingungen anstatt der ursprünglichen Dirichlet-Randbedingungen. Ein zweiter Ansatz löst das Gleichungssystem näherungsweise mit einem Ausgleichsverfahren, wobei die Randbedingungen in Form von Nebenbedingungen exakt erfüllt werden. Ein drittes Verfahren, welches kürzlich von einer anderen Gruppe unabhängig entwickelt wurde, verwendet das Konzept der absorbierenden Schichten, um die Randbedingungen zu erfüllen, und wurde ebenfalls ausführlich untersucht. In weiterer Folge wurde das gekoppelte System aus sigma-Gleichung und Poisson-Gleichung numerisch untersucht. Es wurden Bifurkationspunkte gefunden, welche die Ursache für mehrdeutige Lösungen sind. Nachdem die neuen Verfahren zuerst für Systeme in einer Raumdimension untersucht wurden, wurden sie auf zwei Raumdimensionen erweitert. In diesem Fall ist die numerische Lösung der betrachteten Gleichungen sehr rechenzeitintensiv, weshalb Strategien zur Parallelisierung entwickelt und implementiert wurden.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Anton Arnold, Technische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in

Research Output

  • 34 Zitationen
  • 11 Publikationen
  • 1 Datasets & Models
Publikationen
  • 2024
    Titel Exploring the Global Solution Space of a Simple Schrödinger-Poisson Problem
    DOI 10.1007/978-3-031-56208-2_49
    Typ Book Chapter
    Autor Kosik R
    Verlag Springer Nature
    Seiten 472-480
  • 2024
    Titel Parallel Solution of the Schrödinger-Poisson Equation on GPUs
    DOI 10.1007/978-3-031-56208-2_38
    Typ Book Chapter
    Autor Cervenka J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 375-382
  • 2024
    Titel Fractional Dissipative PDEs
    DOI 10.1007/978-3-031-54978-6_3
    Typ Book Chapter
    Autor Achleitner F
    Verlag Springer Nature
    Seiten 53-122
  • 2021
    Titel Numerical constraints and non-spatial open boundary conditions for the Wigner equation
    DOI 10.1007/s10825-021-01800-w
    Typ Journal Article
    Autor Kosik R
    Journal Journal of Computational Electronics
    Seiten 2052-2061
    Link Publikation
  • 2021
    Titel A deterministic Wigner approach for superposed states
    DOI 10.1007/s10825-021-01801-9
    Typ Journal Article
    Autor Cervenka J
    Journal Journal of Computational Electronics
    Seiten 2104-2110
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Analytical Formulae for the Surface Green’s Functions of Graphene and 1T’ MoS2 Nanoribbons
    DOI 10.23919/sispad49475.2020.9241650
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kosina H
    Seiten 185-188
  • 2020
    Titel Numerical Solution of the Constrained Wigner Equation
    DOI 10.23919/sispad49475.2020.9241624
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kosik R
    Seiten 189-191
  • 2022
    Titel Gauge-invariant semidiscrete Wigner theory
    DOI 10.1103/physreva.106.052213
    Typ Journal Article
    Autor Nedjalkov M
    Journal Physical Review A
    Seiten 052213
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Gauge-Invariant Semi-Discrete Wigner Theory
    DOI 10.48550/arxiv.2208.09208
    Typ Preprint
    Autor Nedjalkov M
  • 2023
    Titel Fractional Dissipative PDEs
    DOI 10.48550/arxiv.2312.05606
    Typ Preprint
    Autor Achleitner F
  • 2022
    Titel Computational perspective on recent advances in quantum electronics: from electron quantum optics to nanoelectronic devices and systems
    DOI 10.1088/1361-648x/ac49c6
    Typ Journal Article
    Autor Weinbub J
    Journal Journal of Physics: Condensed Matter
    Seiten 163001
    Link Publikation
Datasets & Models
  • 2024 Link
    Titel Numerical Constraints for the Wigner and the Sigma Equation (FWF Project P 33151)
    DOI 10.48436/m6nsg-8ss37
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link

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