Die COVID-19 Pandemie als Störgröße der Verstädterung
The COVID-19 pandemic as disruptive force for urbanization
Wissenschaftsdisziplinen
Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (100%)
Keywords
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Pandemic,
Spatial planning,
PPGIS,
Housing,
Infrastructure,
Urban Development
Die Covid-19 Pandemie beeinflusst das gesellschaftliche Alltagsleben. Lockdowns wie sie seit März 2020 wiederkehrend erfahren wurden, waren bis dato komplett unbekannt für die Gesellschaften Westeuropas und den meisten Teilen der Welt. Seit Ausbruch der Covid-19 Pandemie wissen wir nun, was Reisebeschränkung und Ausgangssperre bedeuten und die meisten von uns haben gespürt, wie sich Arbeit und Schule von zuhause aus anfühlen. Plötzlich wurden gerade die Vorteile des Stadtlebens also etwa kulturelle Belebtheit, wirtschaftliche Internationalität ausgehebelt. Seit dem Ausbruch der Pandemie verbringen wir mehr Zeit daheim und der unmittelbaren Nachbarschaft. Das ließ viele nachdenken: Wie wohne ich eigentlich? Wie möchte ich wohnen? Und wo? Mittlerweile ist klar, dass die Pandemie unser Alltagsleben nicht nur kurzfristig beeinflusst hat, sondern wir damit langfristig umzugehen lernen müssen. Aus einer geographischen Sicht ist es besonders interessant, wie sich die Pandemie regional ausgewirkt hat. Bewohner*innen von Großstädten waren wohl teilweise anderen alltäglichen Herausforderungen ausgesetzt, als von kleinen ländlichen Gemeinden. In dem Zusammenhang ändern sich Wohnvorstellungen und die Art, wie Menschen öffentliche Räume, Verkehrs- und generell städtischeAngebotenutzen.Dies verändert das Gesellschaftsleben insgesamt und bringt konkrete Herausforderungen für eine passende Stadt- und Regionalplanung mit sich. Das Projekt CURB beschäftigt dabei insbesondere die Frage, ob die Erfahrungen der Pandemie tatsächlich zu einer Renaissance des ländlichen Raumes führen und das Wachstum der Städte im globalen Jahrhundert der Urbanisierung eingebremst wird. Die räumlichen Auswirkungen der Pandemie bergen auch eine langfristige Gefahr einer weniger nachhaltigen Raumentwicklung. Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, sammelt das Projekt CURB auf verschiedene Arten neue Daten. Am Beginn steht eine systematische Medienanalyse mit einem Schwerpunkt auf die Geographie der Pandemie. Im Kern des Projekts ist eine computerkartographische Erhebung vorgesehen, die 30.000 Haushalte in Ostösterreich adressiert. Die verwendete Methodik des PPGIS ist höchst innovativ. Diese Online-Erhebung konzentriert sich auf Fragen der räumlichen Wahrnehmung, räumlichen Aktivitäten und Wohnvorstellungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie. Ostösterreich bietet geographisch eine Spannbreite von der Wiener Innenstadt bis zu ländlich-peripheren Grenzregionen. Zusätzlich zum Erkenntnisgewinn über lokale Lebensverhältnisse während der Pandemie wird das Projekt CURB zur Theoriebildung beitragen und darstellen, wie sich Stadtregionen in Krisensituationenentwickeln. Zur Einordnung der wissenschaftlichen Ergebnisse wird im Projekt CURB ein Panel mitFachleuten aus Stadtplanung, Immobilienwirtschaft usw. eingerichtet, das sich regelmäßig austauschen kann; mit dem Ziel, Inspirationen für eine zukünftige nachhaltige Stadtplanung zu sammeln.
- Marketta Kyttä, Aalto University Helsinki - Finnland
Research Output
- 10 Zitationen
- 1 Publikationen
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2024
Titel Questioning the Covid-19-induced ‘counterurbanisation story’: Discourse coalitions in the promotion of a new counterurban movement in the Austrian public media DOI 10.1016/j.habitatint.2024.103059 Typ Journal Article Autor Schorn M Journal Habitat International Seiten 103059 Link Publikation