Visuelle Öffentlichkeit im Nationalsozialismus
Shaping the Visual under National Socialism
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (30%); Kunstwissenschaften (20%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (30%)
Keywords
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Press Photography,
National Socialism,
Austria 1938-1945,
Illustrated Press,
Visual Propaganda,
Antisemitism
Im Forschungsprojekt wird die Pressebildkultur in österreichischen Printmedien während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1938 und 1945 untersucht. Einer der Schwerpunkte des Projekts liegt auf den AkteurInnen der Pressebildkultur, also auf den PressefotografInnen und den Pressebildagenturen. In einer umfassenden biografischen Recherche wird das gesamte Berufsfeld der Pressefotografie in Österreich zwischen 1938 und 1945 abgesteckt: die vertriebenen, zumeist jüdischen FotografInnen und Agenturbesitzer werden ebenso erfasst wie die BildjournalistInnen und zentralen AkteurInnen der heimischen Bildpresse während der NS-Zeit. Die Ergebnisse werden in einer biografischen Datenbank, in der sich auch Mediennetzwerke visualisieren lassen, öffentlich zugänglich gemacht. Ein weiterer Fokus des Projekts liegt in der Untersuchung der Bildpropaganda. Welche Mediennetzwerke und Kanäle wurden von den Verantwortlichen aufgebaut und wie wurden sie genutzt, um die gewünschten Bilder zu erhalten und zu publizieren? In wieweit zirkulierte Agenturmaterial vertriebener jüdischer FotografInnen in der Bildpresse der NS-Zeit weiter und wurde gegebenenfalls sogar umgedeutet? Um diese Fragen zu beantworten, werden wir einen großen Bilderpool mit zeitgenössischen österreichischen Pressefotos zwischen 1938 und 1945 anlegen und mit quantitativen Methoden aus den digital humanities auswerten. Ausgehend von dem systematisierten Bilderpool werden sodann case studies zu ausgesuchten Themenkomplexen sowie zu konkreten politischen Ereignissen durchgeführt. In diesen case studies kommen qualitative Methoden aus der Bildwissenschaft zum Einsatz, um Aussagen sowohl über bildpropagandistische Strategien als auch über formale Eigenschaften der Pressebilder treffen zu können.
- Universität Wien - 100%
- Monika Faber, Photoinstitut Bonartes GmbH , nationale:r Kooperationspartner:in
- Roswitha Breckner, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Alexandra N. Lenz, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Hans Petschar, Österreichische Nationalbibliothek , nationale:r Kooperationspartner:in
- Annette Vowinckel, Sonstige öffentl. rechtl. Forschungseinrichtung - Deutschland
- Jens Jäger, Universität Köln - Deutschland
- Andrés Mario Zervigón, Rutgers University - Vereinigte Staaten von Amerika
- Vanessa Schwartz, University of Southern California - Vereinigte Staaten von Amerika