Mode und Rechtsextremismus
Fashion and the Far Right: The New Complexity in Style
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (70%); Soziologie (30%)
Keywords
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Fashion Studies,
Far-Right Fashion-Style-Dress Complex,
Counter Strategies,
Transnational Far-Right Research,
Future-Oriented Democratic Designs
Die Studie untersucht die aktuelle Rolle der Mode für die extreme Rechte in Europa und den USA aus der Perspektive der Fashion Studies (Modewissenschaften). Seit der Jahrtausendwende hat sich auf beiden Seiten des Atlantiks eine internationale extreme Rechte die "Sprache der Mode" (Barthes [1967] 2006) für ihre strategischen Zwecke angeeignet. Im Zuge dessen, so unsere Zeitdiagnose, ist Mode zur Waffe geworden. Mode spielt eine wesentliche Rolle bei der Formierung und Ausweitung nationaler und transnationaler Netzwerke der extremen Rechten. Aktuell zeichnet sich die rechtsextreme Modeästhetik durch Polysemie (Mehrdeutigkeit) aus, die hier als "neue stilistische Unübersichtlichkeit bezeichnet wird (Gaugele 2019; Gaugele/Held 2021; Habermas 1985). Ausgehend von Fallstudien zu rechtsextremen deutschen und österreichischen Modemarken sowie US-Labels erforscht das Projekt diese "neue Unübersichtlichkeit und arbeitet die Rolle der Mode bei der transnationalen Verbreitung rechtsextremer Ideologien, Gewalt und Affekte heraus. Wie werden Macht, kulturelle Gewalt, Aggression und Hass durch rechtsextreme Mode erzeugt? Welche Rolle spielen dabei Gender, Begehren, Race, Körper, Ability und Klasse? Welche politischen und ökonomischen Netzwerke lassen sich an rechtsextremer Mode ablesen? Welche Zeichen und Symbole lassen sich dabei erkennen? Um diese Fragen zu untersuchen, sammelt das Forschungsteam Daten durch lokale und Online- Feldforschung sowie durch Archivrecherchen in Deutschland, den USA und in Europa. Die Studie arbeitet mit einer feministisch-materialistischen Forschungsmethode der Situationsanalyse (Clarke 2005). Damit können die Forscher:innen einen neuen, zukunftsorientierten Weg in der Modeforschung einschlagen, der demokratisches (Gegen-)Wissen und zivilgesellschaftliche Praktiken in den Fokus rückt. Indem Akteur:innen und Strategien wie etwa Anti-Hatejacking oder Fashion-Hacking einbezogen werden, wird rein analytische Forschung durch das Wissen und die Praktiken demokratischen (Gegen-)Handelns erweitert. Das Projekt adressiert unterschiedliche Öffentlichkeiten. Einerseits richten sich Workshops, Symposien und Veröffentlichungen an eine akademische Fachgemeinschaft. Andererseits wird die breite Öffentlichkeit durch eine Reihe von Podcasts über die Forschung informiert. Die Projektwebsite veröffentlicht laufend frei zugängliche Forschungspapers. International arbeitet das Forschungsteam der Akademie der bildenden Künste Wien mit dem Polarization and Extremism Research and Innovation Lab (PERIL) der American University in Washington zusammen. Begleitet wird es von einem internationalen Beirat, bestehend aus fünf renommierten Rechtsextremismusexpert:innen vom C-Rex, dem Zentrum für Extremismusforschung, Oslo; vom Archiv der Jugendkulturen, Berlin; vom Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM); von der Guglielmo Marconi Fernuniversität, Rom; und aus der National Commission for Countering Extremism, UK.
- Gabriele Rohmann - Deutschland
- Simon Strick, Sonstige öffentl. rechtl. Forschungseinrichtung - Deutschland
- Emanuele Toscano - Italien
- Katrine Fangen, University of Oslo - Norwegen
- Cynthia Miller-Idriss, American University Washington D.C. - Vereinigte Staaten von Amerika
- Hilary Pilkington - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 1 Publikationen
- 1 Künstlerischer Output
- 29 Disseminationen
- 7 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1 Weitere Förderungen
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2025
Titel From Rebel, to Hipster and Normcore. On Mainstreaming and the Far-Right Politics of Fashion and Styles DOI 10.1007/s10767-025-09526-4 Typ Journal Article Autor Gaugele E Journal International Journal of Politics, Culture, and Society