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Auf dem Weg zu einem neuen Kulturerbe-Regime?

Towards a New Heritage Regime?

Sandra Guinand (ORCID: 0000-0001-6676-7982)
  • Grant-DOI 10.55776/P37102
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.01.2024
  • Projektende 31.12.2027
  • Bewilligungssumme 421.604 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (25%); Bauwesen (25%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (50%)

Keywords

    Financialization, Historic Housing Stock, Housing Regulations, Transformation, Heritage Regime

Abstract

In den letzten Jahrzehnten haben sowohl öffentliche Behörden als auch private Akteure, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, erhebliche Investitionen in das städtische Erbe getätigt. Sie betreffen neue Projekte, die Erhaltung bestimmter städtischer Perimeter (z.B. Unesco) oder einzelner Objekte (z.B. Gebäude) sowie die Sanierung von Wohnraum. Der Aufstieg neuer Akteure wie Immobilienfonds und Immobiliendienstleistungsunternehmen, der als Finanzialisierung bezeichnet wird, geht mit einer Internationalisierung der Märkte und einer Homogenisierung von Immobilien einher, die zu vergleichbaren, standardisierten Gütern werden, insbesondere im Wohnungssektor. In Wien und Budapest lässt sich dieses Phänomen im Bereich der Gründerzeitsiedlungen beobachten, die unter starkem Druck privater Bauträger stehen, was zu steigenden Mieten, Umgestaltung, Zerstörung, Kommodifizierung und sozialer Umgestaltung des Viertels führt. Der gründerzeitliche Wohnungsbestand bezieht sich auf die Zeit der Industrialisierung in Österreich-Ungarn, die 1840 begann und 1918 endete. Diese architektonischen Gebäude sind besonders in Wien und Budapest vorherrschend und stellen einen Teil ihrer städtischen Identität dar. Im Zusammenhang mit der Frage des Kulturerbes wirft die Entstehung und Beschleunigung der Finanzialisierung des Wohnungsbaus neue Fragen in Bezug auf die Auswahl der Objekte, den Abriss, die Erhaltung und die Praktiken auf. Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, herauszufinden, wie Finanzialisierung und Wohnungsbauregelungen auf die materiellen und immateriellen Dimensionen der Erhaltung von Gründerzeitwohnungen und ihre soziale Dimension wirken, indem es zwei Städte, Budapest und Wien, mit ähnlichen GHS, starkem Druck des Wohnungsmarktes, aber unterschiedlichen städtebaulichen Entwicklungsverläufen untersucht. Die Hypothese ist, dass die unterschiedlichen sozioökonomischen Veränderungen in den beiden Städten zu unterschiedlichen Auswirkungen auf die sozialen Dimensionen führen, die das Erbe ausmachen und die soziale Eingliederung und den Zusammenhalt herausfordern. Die Untersuchung der beiden Städte mit ihren unterschiedlichen Entwicklungspfaden, obwohl sie in eine ähnliche Globalisierung eingebettet sind, wird es uns ermöglichen, die Theorieentwicklung und das Wissen über die Regulierung des Wohnungswesens und die Prozesse der Denkmalpflege voranzutreiben. Das Projekt geht der Frage nach, wie der Wandel im Wohnungswesen Praktiken und Prozesse beeinflusst, die menschliche Erfahrungen und Repräsentation sowohl global als auch lokal prägen. Dabei stützt sich das Projekt auf Stadtgeographie, Planung, Kulturerbeforschung und Kommunikationswissenschaft und verwendet einen transnationalen, vergleichenden Ansatz, der intensive Experteninterviews, quantitative Analysen, Medienanalysen, nicht-intrusive Beobachtung und räumliche Analysen sowie kollaborative Forschung mit der Implementierung von Living Labs umfasst.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Florian Brand, HuB Architektur , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Walter Matznetter, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Yvonne Franz, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Manuel B. Aalbers, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien
  • Maria Gravari-Barbas, Université Paris 1 - Panthéon Sorbonne - Frankreich
  • Hanna Szemzo, Metropolitan Research Institute - Ungarn

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Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2
(Eingang Wiesingerstraße 4)
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+43 1 505 67 40

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