Geschützte Einzelatomkatalysatoren
Protected Single-Atom Catalysts
Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (20%); Physik, Astronomie (80%)
Keywords
-
Model catalysis,
Ultra-high Vacuum,
Synchrotron radiation,
Ambient-pressure XPS,
Scanning tunneling microscopy,
Single-atom catalysis
Katalysatoren sind unverzichtbar für die Produktion von Gütern in Branchen wie Energie, Chemie und Lebensmittel. Edelmetalle und ihre Oxide dominieren diesen Markt, der auf etwa 20 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt wird, dank ihrer Effizienz bei der Beschleunigung chemischer Reaktionen. Um ihre Leistung zu maximieren, werden diese Materialien oft in Nanopartikel-Form eingesetzt, da nur ihre Oberflächenatome katalytisch aktiv sind. Eine vielversprechende Innovation, sogenannte Einzelatom-Katalysatoren (Single-Atom Catalysts, SACs), geht noch einen Schritt weiter: Dabei werden einzelne Metallatome auf günstigere Trägermaterialien verteilt. Diese Methode sorgt dafür, dass jedes Atom genutzt wird und oft einzigartige und verbesserte Funktionen im Vergleich zu größeren Partikeln zeigt. Trotz ihres Potenzials stehen SACs vor Herausforderungen, die ihre breite industrielle Anwendung noch verhindern. Wichtige offene Fragen betreffen die Bindung einzelner Atome an das Trägermaterial, ihre strukturellen und elektronischen Eigenschaften sowie die Mechanismen, mit denen sie chemische Reaktionen antreiben. Ein weiteres Problem ist die Stabilität: SACs verlieren oft schnell ihre Wirksamkeit, was es notwendig macht, die Faktoren zu verstehen, die ihre Haltbarkeit und Leistung beeinflussen. Die Komplexität der Trägermaterialien erschwert zudem das vollständige Verständnis dieser Systeme. Dieses Projekt widmet sich diesen Herausforderungen, indem vereinfachte Modellkatalysatoren mit gut definierten Oberflächenstrukturen unter ultrareinen Bedingungen untersucht werden. Eine neue Methode, die Liganden-unterstützte Abscheidung (Ligand-Assisted Deposition), wird entwickelt, um diese Modelle zu erzeugen. Diese Technik, inspiriert von Verfahren der Atomlagenabscheidung, nutzt spezielle Moleküle, um einzelne Metallatome präzise auf dem Trägermaterial zu positionieren. Fortschrittliche Mikroskopie- und Spektroskopieverfahren werden eingesetzt, um zu beobachten, wie diese Atome mit Reaktanten interagieren und Reaktionen antreiben. Theoretische Berechnungen ergänzen diese Analysen. Das Ziel ist es, die Faktoren zu entschlüsseln, die die Leistung von SACs bei Reaktionen wie der CO- Oxidation und der Acetylen-Hydrierung beeinflussen. Durch ein vertieftes Verständnis ihres Verhaltens und ihrer Einschränkungen will dieses Projekt wertvolle Einblicke für die Entwicklung effektiverer und nachhaltigerer Katalysatoren für industrielle Anwendungen liefern.
- Technische Universität Wien - 100%
- Gareth Parkinson, Technische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in