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Kommunikationsverben als Indikatoren für situativen Kontext

Communication verbs as indicators of situational context

Cordula Meißner (ORCID: 0009-0001-4190-6154)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT2027724
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 01.09.2025
  • Projektende 31.08.2028
  • Bewilligungs­summe 405.623 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

  • Indexicality,
  • Usage-Based Language Model,
  • Vocabulary Of Communication Verbs,
  • Corpus Linguistics,
  • Triangulation,
  • Speaker Knowledge
Abstract

Wenn wir Verben wie plaudern oder erzählen begegnen, denken wir eher an eine private Kommunikationssituation wie ein Treffen mit Familienmitgliedern oder Freunden als an eine öffentliche Rede oder an einen beruflichen oder institutionellen Kontext. Das Phänomen, dass die Verwendung eines sprachlichen Ausdrucks bestimmte situative Kontexte signalisieren oder evozieren kann, wird durch den Begriff Indexikalität erfasst. In einem gebrauchsbasierten Sprachmodell würde man davon ausgehen, dass sich die Indexikalität sprachlicher Ausdrücke aus der Häufigkeit ihres Auftretens in bestimmten Situationen ergibt, d.h. dass wir Gemeinsamkeiten aus dem wahrnehmbaren Ko-Vorkommen von sprachlichen und situativen Merkmalen abstrahieren und durch Prozesse der kognitiven Verankerung und Schematisierung sprachliches Wissen über Indexikalität aufbauen, wobei Faktoren wie Frequenz, Salienz und Eindeutigkeit der Zuordnung eine Rolle spielen. Diese Annahme ist jedoch bislang nicht über ein breites Spektrum von Ausdrücken und Kontexten sowie unter Einbeziehung von Daten zu Sprachgebrauch und zu Sprachwissen untersucht worden. Hierfür sind verschiedene Ansätze der Sprachbeschreibung zu verbinden: die Registerforschung, die zeigt, dass die Verwendung sprachlicher Ausdrücke mit dem situativen Kontext zusammenhängt, die Korpuspragmatik, die zeigt, dass die Beziehung zwischen sprachlicher Form (z.B. plaudern) und kommunikativer Funktion (was man tut, wenn man das Verb benutzt) keine Eins-zu-eins-Zuordnung ist, sowie die lexikogrammatische Forschung, die zeigt, dass der Sprachgebrauch Muster in der Nutzung von Wörtern in grammatischen Strukturen aufweist, die mit Unterschieden in Bedeutung und situativem Kontext einhergehen. Um gebrauchsbasierte Indexikalität genauer zu verstehen, führt das Projekt eine systematische Untersuchung anhand der Kommunikationsverben (KV) des Deutschen durch. Es wird in zwei Teilprojekten gearbeitet: Zum einen werden große Mengen an Sprachgebrauchsdaten, d.h. Texte und Gespräche, aus verschiedenen Bereichen der privaten, institutionellen und öffentlichen Kommunikation ausgewertet, um häufigkeitsbasiert Assoziationen zwischen der Nutzung von KV und situativen Kontexten zu ermitteln. Zum anderen wird durch Methoden wie Rating, Elizitation und Pile Sorting experimentell ermittelt, welches Wissen über die Assoziation von KV zu situativen Kontexten besteht. Die Resultate der beiden Teilprojekte werden aufeinander bezogen, um zu erfassen, welche der im Sprachgebrauch und im Sprachwissen ermittelten Assoziationen konvergieren, divergieren oder komplementär sind. Untersucht werden so 1) die Systematik der Indexikalität für die KV, 2) die Beziehung zwischen Indexikalität und Form- Funktions-Zuordnung und 3) Ähnlichkeiten zwischen kommunikativen Konstellationen aufgrund von Indexikalitätsprofilen. Das Projekt trägt zur Erforschung des metasprachlichen Lexikons bei. Seine Erkenntnisse können in Lexikographie und Sprachvermittlung Anwendung finden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

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Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Georg-Coch-Platz 2
(Eingang Wiesingerstraße 4)
1010 Wien

office(at)fwf.ac.at
+43 1 505 67 40

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