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Made in JugoslaWien: Balkanmusik und multiple Marginalität

Made in YUGOSLAVIennA: Balkan Music and Multiple Marginality

Jelena Gligorijevic (ORCID: 0000-0002-4802-1842)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT2617424
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 01.04.2026
  • Projektende 31.03.2030
  • Bewilligungs­summe 448.136 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Keywords

  • Balkan music,
  • Ex-Yugoslav diaspora,
  • Multiple marginality,
  • Vienna/Austria/Europe,
  • Ethnography,
  • Diaspora music studies
Abstract

Als eine der größten Migrant*innengruppen in Wien haben Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien die kulturell vielfältige Klanglandschaft der Stadt nachhaltig beeinflusst. Die Forschung interessiert sich schon länger dafür, wie Balkan-Differenz die einzigartige Mischung aus Klängen, Stilen und Identitäten der Region den musikalischen Ausdruck in Wien und Österreich insgesamt prägt. Weitgehend unerforscht ist allerdings die Rolle der Popularmusik des Balkans im Leben und in der Selbstdarstellung von Migrant*innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität zusätzlich marginalisiert werden. Dieses Projekt beleuchtet zwei solche Gruppen innerhalb der ex-jugoslawischen Szene in Wien. Die erste umfasst Musikerinnen, die in verschiedenen Genres der Balkanmusik aktiv sind. Die zweite sind queere Künstler*innen und Kollektive, die zu zwei speziellen Club-Events in der Stadt beitragen: BallCanCan und Queer Yugo Pop Parties. Diese Fallstudien untersuchen, wie beide Gruppen Musik nutzen, um sich mit dem Thema Anderssein auseinanderzusetzen nicht nur als Migrant*innen, sondern auch als Frauen und queere Personen. Das Projekt fragt: Welche Art von Musik schaffen sie? Wie spiegeln ihre Kreationen ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung oder Empowerment wider, auch bezogen auf die Mitglieder ihrer eigenen Gruppen? Welche Wechselwirkung besteht zwischen ihrer Musik und allgemeinen Vorstellungen Österreichs über Migration, nationale Identität und Zugehörigkeit? Zu diesem Zweck verknüpft die Studie Ideen aus der postkolonialen, feministischen und Queer-Theorie in einem kultur- und sozialwissenschaftlichen Gesamtrahmen. Zentral ist ferner James D. Vigils (2019) Modell der multiplen Marginalität, das an die Erfahrungen der ex-jugoslawischen Community in Wien angepasst wurde. Mehrere Methoden werden kombiniert: ethnographische Beobachtung von Auftritten und des musikalischen Alltags, Interviews, Analyse von Liedern und Zusammenarbeit mit Künstler*innen im Rahmen von Film- und Kreativprojekten. Durch die Verbindung dieser Perspektiven und Praktiken versucht das Projekt zu verstehen, wie weibliche bzw. queere Musiker*innen und Kollektive aus der ex- jugoslawischen Community in Wien Musik nutzen, um sich auszudrücken und ihren Platz in der österreichischen Gesellschaft und ihren eigenen kulturellen Umfeldern zu finden. Insofern bietet das Projekt neue Einblicke in drei wichtige Schnittpunkte von Musik und Migration: Erstens untersucht es das wenig erforschte Thema der Schnittstelle von Musik, Migration, Geschlecht und Sexualität innerhalb und außerhalb der ex-jugoslawischen Community in Wien. Zweitens wird die Theorie der multiplen Marginalität weiterentwickelt, um zu verstehen, wie Musik mit verschiedenen Formen der Unterdrückung zusammenhängt. Drittens nutzt es ethnografische Filmaufnahmen und künstlerische Zusammenarbeit als Teil eines breiteren, dialogorientierten Ansatzes zur Erforschung diasporischer Musikkulturen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Danilo Jovanovic, Physical Theater Company Side Effect , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Jelena Popržan, Stadt Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Ursula Hemetek, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Tom Burke, Dublin City University - Irland
  • Thomas Richard Hilder, Norwegian University of Science and Technology (NTNU) - Norwegen
  • Ana Hofman, Research Centre of the Slovenian Academy of Sciences and Arts - Slowenien
  • Ondrej Daniel, Charles University Prague - Tschechien
  • Tina K. Ramnarine, Royal Holloway University of London - Vereinigtes Königreich
  • Alexandra DOnofrio, University of Manchester - Vereinigtes Königreich

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