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Wider Autorität: Paul K. Feyerabends Leben und Denken

Against Authority: Paul K. Feyerabend´s Life and Thought

Matteo Collodel (ORCID: 0000-0003-3498-6835)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT2766725
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 07.01.2026
  • Projektende 06.01.2030
  • Bewilligungs­summe 446.985 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (20%); Philosophie, Ethik, Religion (80%)

Keywords

  • Feyerabend,
  • History Of The Philosophy Of Science,
  • Intellectual History,
  • Intellectual Biography,
  • Pluralism,
  • Anti-Authoritarianism
Abstract

Das Projekt zielt darauf ab, neues Licht auf das Denken des österreichischen Wissenschaftsphilosophen Paul K. Feyerabend (19241994) zu werfen. Dazu werden sein Leben und sein Werk einer gründlichen Neubetrachtung unterzogen, indem sein philosophisches Schaffen und sein intellektueller Werdegang in den breiteren Kontext seines Lebens und der Geschichte des 20. Jahrhunderts gestellt werden. Damit wird der Weg für die erste umfassende intellektuelle Biografie Feyerabends geebnet. Zu Lebzeiten waren Feyerabends pluralistische, antimethodologische und relativistische Ansichten, seine Abkehr von einem normativen zu einem historischen Ansatz in den Wissenschaftsstudien sowie sein eigentümlich unakademisches Auftreten höchst umstritten. Die Feyerabend-Forschung hat sich bislang bemüht, seine scheinbar radikalen, unsystematischen und provokant zum Nachdenken anregenden Ansichten zu verstehen und aufzuzeigen, wie sie durch die zeitgenössische Wissenschaftstheorie bestätigt wurden. Das vorliegende Projekt basiert auf der Überzeugung, dass ein biografischer Ansatz zu Feyerabends Denken ein tieferes Verständnis seiner gesamten philosophischen Entwicklung ermöglicht, welches dessen Komplexität und Tiefe gerecht wird. Die zentrale Hypothese des Projekts lautet: der in Feyerabends Philosophie vorherrschende kritische Pluralismus ist eng mit einer antiautoritären Haltung verbunden. Diese ist wiederum als Feyerabends Reaktion auf die Folgen seiner frühen Erziehung in einem totalitären Regime, seine traumatischen Kriegserfahrungen und seine prägenden Jahre im Wien der Nachkriegszeit zu verstehen. Das Projekt verlagertden Fokus derwissenschaftlichenAufmerksamkeit vonFeyerabends erkenntnistheoretischen Positionen auf die psychologische, ethische und politische Haltung, die hinter seinen philosophischen Ansichten steht. Es wird argumentiert, dass die Standpunkte, Strategien und Argumente, die Feyerabend in verschiedenen Phasen seines sich entwickelnden Denkens konzipierte und einsetzte, nur vor dem Hintergrund einer zentralen, relativ stabilen Grundlage ethischer und politischer Motivationen sowie der historischen Situationen, in denen Feyerabend handelte, voll und ganz gewürdigt werden können. Das Projekt kombiniert die Textanalyse und rationale Rekonstruktion von Feyerabends veröffentlichten Werken sowie seinem Nachlass mit einer detaillierten historischen Rekonstruktion der Umstände, Kontexte und Prozesse der Ideenfindung, Komposition, Veröffentlichung und Rezeption seines Werks. Diese basiert auf umfangreichen Recherchen in Archiv- und Oral-History- Quellen. Mithilfe konzeptioneller Werkzeuge aus der Geistesgeschichte, der Wissens- und Philosophie-Soziologie sowie der Sozial- und klinischen Psychologie werden die Makro-, Meso- und Mikroebenen von Feyerabends intellektuellem Leben untersucht. Die interne Dynamik und wechselseitigen Verbindungen zwischen diesen Dimensionen sollen dem biografischen Narrativ strukturelle Einheit und systematische Tiefe verleihen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Maria Kronfeldner, Central European University Private University , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Thomas Haischo, Universität Klagenfurt , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Friedrich Stadler, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Günther Sandner, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Daniel Wilhelm - Deutschland
  • Cheryl Misak, University of Toronto - Kanada
  • Adam Tamas Tuboly, Hungarian Academy of Sciences - Ungarn
  • Jonathan Tsou, The University of Texas at Dallas - Vereinigte Staaten von Amerika

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