Vom Entwurf zur Lieferung: POMs und Transmembrantransport
Design to Delivery: POMs in Future Transmembrane Transport
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Chemie (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%)
Keywords
- Metal-Oxides,
- Polyoxometalates (Poms),
- Keggin-type polyoxometalate,
- Drug-Delivery,
- Non-Viral Vectors,
- Speciation
Diese Studie wird prüfen, ob winzige Metall-Sauerstoff-Cluster, sogenannte Polyoxometallate (POMs), als molekulare Kuriere fungieren können, um Wirkstoffe und andere Biomoleküle durch Zellmembranen zu transportieren. POMs zeichnen sich durch eine außergewöhnliche strukturelle Vielfalt aus, doch ihr Potenzial, die Lipidbarriere jeder Zelle zu durchdringen, wurde bislang kaum systematisch untersucht. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass bestimmte POM-Strukturen positiv geladene Peptide ohne Zellschädigung durch Membranen schleusen können. Der Forschungsplan umfasst drei Phasen. Design und Synthese Eine Bibliothek verschiedener POMs wird erstellt, indem Metallzentren, Gesamtgeometrie (z. B. sphärische Keggin-, planare Anderson- und weitere Typen) sowie Nettoladung gezielt variiert werden. Stabilitätsprüfung Die Cluster werden in blutähnlichen Puffern und künstlichen Lipidvesikeln untersucht, um festzustellen, ob Struktur und Ladung unter physiologischen Bedingungen erhalten bleiben. Dafür kommen NMR-Spektroskopie und ESI-Massenspektrometrie zum Einsatz. Transporttests Die stabilsten POMs werden anschließend als Träger für zwei Frachtenklassen bewertet: (i) kurze kationische Peptide, die in der Wirkstoffforschung bedeutsam sind, sowie (ii) schwer permeierbare Therapeutika wie ausgewählte Antibiotika und einen Krebswirkstoff aus der Gruppe der Kinasehemmer. Experimente erfolgen in Modellsystemen, Bakterienstämmen und Krebszelllinien. Erfolgreiche Ergebnisse könnten den Weg zu einer neuen Klasse kostengünstiger, äußerst stabiler Drug-Delivery-Systeme ebnen. Im Gegensatz zu Liposomen, die oft rasch zerfallen, bleiben POMs als Trockenpulver lagerfähig und lösen sich leicht in Wasser ideale Voraussetzungen für den breiten medizinischen Einsatz. Ein vertieftes Verständnis ihrer superchaotropen Oberfläche, die sowohl Wasser- als auch Lipidkontakte begünstigt, könnte darüber hinaus intelligente Membranen für Energiespeicher, grüne Lösungsmittel und andere High-Tech-Anwendungen inspirieren. Indem die Faktoren aufgeklärt werden, die anorganische Cluster biologische Barrieren überwinden lassen, schlägt das Projekt eine Brücke von der Grundlagenchemie zu künftigen Therapieoptionen.
- Universität Wien - 100%
- Annette Rompel, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Enric Petrus, EAWAG-ETH - Schweiz