Populäre und politische Astrologie im mongolischen Iran
Popular and Political Astrology in Mongol Iran
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (30%); Philosophie, Ethik, Religion (20%)
Keywords
- Manuscript Studies,
- History Of Astrology,
- Intellectual History,
- Seljuqs,
- Ilkhanate
Dieses Projekt untersucht die Nutzung von Astrologie im Iran des 13. und 14. Jahrhunderts. Dies war eine besonders dynamische Periode in der Geschichte der Region, da wiederholte Eroberungswellen durch Nomaden aus der innerasiatischen Steppe die einheimische Gesellschaft dazu zwangen, die Natur weltlicher Macht, die Beziehung zwischen Mensch und Gott, sowie den Platz des Iran auf der Erde und der Erde im Kosmos zu überdenken. Anstatt sich auf formale Abhandlungen über Astrologie oder okkulte Wissenschaften zu konzentrieren, befasst sich dieses Projekt mit individuellen, lokalen und sehr spezifischen Auseinandersetzungen mit dem Himmel. Ich werde einzigartige Manuskripte untersuchen, die in Sammlungen in ganz Europa und im Nahen Osten aufbewahrt werden, um zwei Hauptforschungsbereiche zu verfolgen. Der erste untersucht Tabellen, Gedichte und andere leicht zugängliche Hilfsmittel, die Nicht-Fachleuten den Zugang zur Astrologie erleichterten. Dazu gehörte eine verstärkte Konzentration auf den Mond als Hauptgegenstand der Beobachtung und Wahrsagerei. Der zweite Forschungsbereich betrifft die Anwendung astrologischer Überlieferungen auf die Selbstdarstellung von Herrschern und anderen Eliten. In Münzprägungen und königlichen Titeln sehen wir Versuche, den Status von Planeten und insbesondere bestimmte Anordnungen von Planeten auf Individuen zu übertragen, was zur Schaffung einer Form des kosmokratischen Königtums beitrug, das in späteren Epochen gut dokumentiert ist, dessen Ursprünge jedoch kaum verstanden werden.