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Papier und Kopisten in Wiener Opernpartituren, 1725-1759

Paper and Copyists in Viennese Opera Scores, 1725–1759

Martin Eybl (ORCID: 0000-0002-2605-933X)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT4566625
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.11.2025
  • Projektende 31.10.2028
  • Bewilligungssumme 659.579 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (60%)

Keywords

    Watermarks, Digital Humanities, Opera Scores, Viennese Copyists, Music distribution, Automated copyist identification

Abstract

Was passiert, wenn künstliche Intelligenz auf jahrhundertealte Opern-Handschriften trifft? Genau dort setzt ein innovatives Forschungsprojekt an, das Musikgeschichte mit aktuellen digitalen Methoden neu beleuchtet. Im Zentrum stehen rund 190 Opernpartituren aus der Zeit zwischen 1725 und 1759, die am Wiener Hof gesammelt wurden. Damals boomte die Opernszene, vor allem mit italienischen und französischen Werken von Christoph Willibald Gluck, Antonio Salieri und vielen heute vergessenen Komponisten. Doch wer hat diese Noten eigentlich abgeschrieben und auf welchem Papier? Diese scheinbar einfachen Fragen sind bisher kaum erforscht. Das Projekt will das ändern mit einem ganz neuen Ansatz. Zum ersten Mal wird in der Musikwissenschaft Künstliche Intelligenz eingesetzt, um Notenkopisten zu identifizieren mithilfe moderner Bilderkennungsverfahren, wie sie sonst zur Analyse historischer Handschriften verwendet werden. Ähnlich wie bei der Handschriftenerkennung in historischen Dokumenten wird ein Computerprogramm darauf trainiert, feine Unterschiede in der Schreibweise zu erkennen. So lassen sich einzelne Schreiber voneinander unterscheiden und die Veränderung ihrer Schrift über die Zeit hinweg verfolgen schnell, genau und systematisch. Neben der Handschrift interessiert sich das Forschungsteam auch für das Papier. Dazu werden die Wasserzeichen also die im Papier durchscheinenden Zeichen mit einer speziellen Fototechnik sichtbar gemacht. So lässt sich nachvollziehen, woher das Papier stammt, wie es gehandelt wurde und welche Blätter zusammengehören. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Papier aus Toscolano und Maderno am Gardasee, das im 18. Jahrhundert in Wien häufig genutzt wurde. Alle gesammelten Daten von Handschrift-Details bis zu Papiermerkmalen werden digital erfasst, langfristig gesichert und öffentlich zugänglich gemacht. So entsteht ein digitales Archiv, das neue Einblicke in die Musikproduktion am Wiener Hof ermöglicht und das auch für künftige Forschungen eine wertvolle Grundlage bietet. Leitung des Projekts: Musikwissenschaftler Martin Eybl in Zusammenarbeit mit dem IT- Experten Markus Seidl.

Forschungsstätte(n)
  • FH St. Pölten - 25%
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien - 75%
Nationale Projektbeteiligte
  • Markus Seidl, FH St. Pölten , assoziierte:r Forschungspartner:in

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