Folat und metabolisch-assoziierte Leberfibrose (FAMIS)
Folate and metabolic-associated liver fibrosis (FAMIS)
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%)
Keywords
- Folate,
- MASH,
- Immuno-Metabolism,
- Liver Fibrosis,
- Metabolic-Bariatric Surgery,
- Obesity
Viele Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) leiden an einer Fettleber. Eine Magenbypass-Operation hilft oft, Gewicht zu verlieren und die Leber zu entlasten. Doch bei rund 20 % der Operierten entwickelt sich trotz substanziellen Gewichtsverlusts eine Leberfibrose eine schleichende Vernarbung des Lebergewebes die mit Funktionsverlust einhergeht. Warum das so ist, untersucht das Projekt FAMIS. Im Zentrum steht dabei Folat, ein lebenswichtiges B-Vitamin, das für Zellteilung, Immunsystem und Leberfunktion essenziell ist. Doch es kommt nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf die Qualität: Der sogenannte aktive Folatpool besteht aus verschiedenen bioverfügbaren Formen, allen voran dem 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF), die unterschiedlich im Körper wirken. Nach metabolisch-bariatrischen Eingriffen ist nicht nur die Aufnahme von Nährstoffen wie Folsäure verändert auch der Umbau zu aktiven Formen kann beeinträchtigt sein, besonders wenn genetische Besonderheiten im Folatstoffwechsel oder Veränderungen im Darmmikrobiom hinzukommen. FAMIS untersucht im Tiermodell, Zellkulturen und an PatientInnen, wie diese Folatformen mit Leberentzündung, Darmdurchlässigkeit(LeakyGut)und Immunreaktionen zusammenhängen. Mittels Metabolomanalyse (LC-MS) messen die ForscherInnen präzise die Zusammensetzung des aktiven Folatpools im Blut, in Zellen und Geweben zB 5-MTHF, Tetrahydrofolat (THF), Methenyl-THF und weitere Zwischenprodukte des Ein-Kohlenstoff (C1)-Stoffwechsels. In einem neu entwickelten Rattenmodell führte im Rahmen von Vorversuchen ein Mangel an Folsäure in Kombination mit einer fettreichen Ernährung zu ausgeprägter Leberfibrose. Entscheidend war, dass nur Tiere mit aktivem Folsäuremangel erhöhte Entzündungswerte, eine geringere Darmbarriere und funktionsgestörte Leber-Makrophagen aufwiesen. Ein Mangel an aktivem Folat kann die Funktion bestimmter Leber-Immunzellen (Makrophagen) stören, was eine überschießende Entzündung und letztlich Fibrose begünstigen kann. Ziel von FAMIS ist es, individuelle Risikoprofile zu erstellen: Wer hat genetisch oder metabolisch ein höheres Risiko für eine fehlregulierte Folatverwertung? Welche PatientInnen profitieren von gezielter Supplementierung mit spezifischen Folatformen etwa 5-MTHF statt einfacher Folsäure? FAMIS verfolgt damit einen neuartigen, personalisierten Ansatz zur Vorbeugung von Leberfibrose und könnte die Nachsorge nach metabolisch-bariatrischen Operationen grundlegend verbessern.
- Athanasios Makristathis, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Boryana Petrova, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Katharina Wöran, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Omar Sharif, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Vogl, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christina Troyer, Universität für Bodenkultur Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in