Entwicklung eines humanen in vitro Keloid Modells
Establishment of an in vitro keloid model
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Klinische Medizin (20%)
Keywords
-
Keloid,
Scar,
In Vitro Model,
Schwann cells,
Macrophages
Die Haut ist ein lebenswichtiges Organ, das eine Vielzahl von Funktionen erfüllt, darunter Stoffwechselaktivitäten, Immunabwehr und der Schutz des Körpers vor schädlichen Einflüssen. Bei Verletzungen setzt der Körper einen präzise regulierten Wundheilungsprozess in Gang, an dem verschiedene Zelltypen und Faktoren beteiligt sind. Dennoch kommt es in einigen Fällen zur Bildung von Keloiden überschießenden Narben, deren Entstehung bislang nur unzureichend verstanden ist. Da Versuchstiere keine Keloide entwickeln, liegt die größte Herausforderung in der Keloidforschung darin, geeignete Modelle zu schaffen, die diese Pathologie möglichst realistisch nachbilden. In dieser Studie verfolgen wir das Ziel, ein menschliches in vitro 3D-Modell zu entwickeln, das die bei Keloiden beobachteten Gewebeveränderungen nachstellt. Dieses Modell wird aus menschlichen Schwann Zellen, Makrophagen, Fibroblasten und Keratinozyten bestehen und soll die Untersuchung der komplexen Interaktionen zwischen diesen Zelltypen ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Schwann Zellen und Makrophagen, um die kürzlich beschriebene Interaktion zwischen einem spezialisierten pro-fibrotischen Schwann Zelltyp und M2-Makrophagen im Keloid genauer zu untersuchen. Das Verständnis der zugrundeliegenden molekularen Mechanismen bietet wertvolle Einblicke für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze. Angesichts der Schlüsselrolle des pro-fibrotischen Schwann-Zelltyps in der Pathogenese von Keloiden konzentrieren wir uns in weitere Folge darauf, Faktoren zu identifizieren, die den Differenzierungszustand dieser Zellen im 3D-Narbenmodell beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit unseren bestehenden Datensätzen von humanen Keloiden verglichen, um ein umfassendes Verständnis der an der Keloidbildung beteiligten Faktoren zu erlangen. Diese Studie stellt einen innovativen Forschungsansatz dar, der ein bislang wenig erforschtes und komplexes Problem adressiert. Unser Ziel ist die Entwicklung eines zuverlässigen und reproduzierbaren menschlichen Keloidmodells, das in präklinischen Studien zur Bewertung der Wirksamkeit neuer Medikamente gegen Keloide eingesetzt werden kann. Ein solches Modell würde nicht nur einen bedeutenden Fortschritt in der Keloidforschung darstellen, sondern auch dazu beitragen, die Zahl der Tierversuche erheblich zu reduzieren.
- Tamara Weiss, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in