Manipulation der Anti-Lymphom-Arzneiwirkung durch Fettsäuren
Manipulation of anti-lymphoma drug action by fatty acids
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (33%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (67%)
Keywords
-
Fatty Acid,
Phospholipid,
Mass Spectrometry,
Cancer,
Lymphoma,
Drug
Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Fischölpräparaten enthalten sind, gelten als gesundheitsfördernd und werden häufig als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Studien deuten darauf hin, dass sie die Nebenwirkungen von Chemotherapien, wie etwa Entzündungen oder ungewollten Gewichtsverlust, mildern können. Ob Omega-3-Fettsäuren auch die Wirksamkeit von Chemotherapeutika beeinflussen, ist hingegen weniger klar. Der aktuelle Forschungsstand ist uneinheitlich, was unter anderem daran liegt, dass die Effekte stark von der chemischen Form der Fettsäuren (frei oder in Lipiden gebunden) sowie vom biologischen Kontext abhängen. Dieses Projekt untersucht den Einfluss verschiedener Formen von Omega-3-Fettsäuren auf die Behandlung von Burkitt-Lymphomen, einer besonders aggressiven Krebsform. Ausgangspunkt sind tierexperimentelle Daten, bei denen die Gabe von phospholipidgebundenen Omega-3-Fettsäuren die Wirksamkeit eines Standard- Chemotherapeutikums verringerte. Gleichzeitig wurden Veränderungen im Zellstoffwechsel, in Überlebensmechanismen und in Stressantworten beobachtet. Ziel ist es, die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen systematisch aufzuklären. Dazu werden umfassende Multiomics-Analysen eingesetzt, die Veränderungen auf Gen-, Protein- und Lipidebene erfassen. Die Versuche erfolgen an Myc-abhängigen Lymphomzellen (bzw. deren Vorstufen) in Zellkultur sowie in einem immunkompetenten Mausmodell, beide unter Behandlung mit einem krebshemmenden Wirkstoff. Dabei wird sowohl die frühe Tumorentstehung (z. B. im Blut und in der Milz) als auch das Fortschreiten bestehender Tumoren analysiert. Zusätzlich werden Überlebensdaten, Immunzellpopulationen und krebstypische Signalwege erfasst. Genetische und pharmakologische Eingriffe sollen die funktionelle Relevanz der identifizierten Zielstrukturen klären. Das Projekt liefert wichtige Erkenntnisse zur Risiko-Nutzen-Abwägung von Omega-3-Fettsäure-Supplementierungen während einer Krebstherapie. Es trägt dazu bei, präzisere Empfehlungen für die klinische Anwendung im Kontext von Chemotherapien zu ermöglichen differenziert nach Tumorprävention und Therapie.
- Universität Graz - 100%
- Marcel Kwiatkowski, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christian Kosan - Deutschland
- Paula Luciani - Schweiz
Research Output
- 1 Publikationen
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2025
Titel Metabolic stress sensing by epithelial RXRa links westernization of diet with Crohn’s disease DOI 10.1016/j.cmet.2025.11.008 Typ Journal Article Autor Meyer M Journal Cell Metabolism Link Publikation